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Geschrieben: 14. Oktober. 2011CD Review

Iced Earth

Dystopia

Bewertung ( 8 von 10 ):

0123456701

Genre:

Power Metal

Spieldauer:

45:06

Label:

Vetrieb

Land

Fahne USA

Release

17.10.2011

Link


Aaaah, wie kann das sein, dass ICED EARTH sich ausgerechnet vom markantesten Merkmal der Band trennen müssen. Barlow vermeldete erst 2008 seine Rückkehr zur Band und ersetzte damals den vom Unglück verfolgten "Ripper", welcher zuvor ja auch schon bei JUDAS PRIEST auf undankbare Art und Weise Opfer einer Reunion wurde. So gut Owens damals seinen Job auch gemacht hatte, die Heimkehr Barlows wurde allseitig bejubelt. Dass das anschließende Album eher mittelmäßig bis schlecht ausfiel, kümmerte eigentlich niemanden so recht, denn die dazugehörige Tour sprengte nahezu alle Maßstäbe. Barlow war wieder da und hatte Energie für zehn im Gepäck. Ich möchte im Nebensatz jedem hier die aktuell veröffentlichte Live-DVD empfehlen, die die kompletten Shows von Wacken, Metalcamp und Rockhard-Festival umfasst und auf mindestens einem dieser Gigs dürfte eigentlich jeder dabei gewesen sein.

Kurz vor der Veröffentlichung besagter DVD ließ der Denker der Band, Jon Schaffer, die Bombe platzen und verkündete den erneuten Abschied von Sänger Matt. Dieses mal unter humanen Umständen und nicht aufgrund eines geschwollenen Egos seitens des Bandchefs und Alleinherrschers. Diese Entscheidung kam allerdings nicht von einem Tag auf den nächsten, denn mit den Meldungen der Trennung aus privaten Gründen Barlows, wurde auch nahezu gleichzeitig das nun hier vorliegende Album "Dystopia" mit dem neuen Sänger Stu Block angekündigt.
Die Erwartungen waren natürlich sehr hoch und an Schaffers Stelle hätte ich absolut keinen Plan gehabt, wie die neue Scheibe denn klingen soll. Die Fans werden nur schwer den Sängerwechsel wegstecken und was die Veröffentlichung der letzten Jahre angeht, so konnten die auch nicht sonderlich viel Land gut machen. Überraschung, Überraschung - wer hätte schon gedacht, dass "Dystopia" tatsächlich mehr nach ICED EARTH klingt, als alle Alben in den vergangenen zehn Jahren. Wenn ich ehrlich bin, musste ich tatsächlich mehrfach hinhören um zu glauben, das Stu Block jetzt tatsächlich schon als Sänger eingesetzt ist und nicht weiterhin Matt Barlow noch den Studiopart übernimmt. Es ist womöglich eine Unterstellung, dass Stu versucht den ausgestiegenen Sänger zu imitieren, aber bis auf, dass Blocks Stimme einfach höher ist und er lange Töne nicht konstant halten kann, versucht er die Betonung und die Akzente im Text auf die gleichen Schwerpunkte wie Barlow zu legen. Des einen Freud, des anderen sicheres Leid, denn so gut die Stimmähnlichkeit zwischen Block und Barlow nun bei den Fans ankommt und so sehr ein wirklich herausragendes Album auch der Band nach jahrelanger Ebbe gut tut, so tut sich der Sänger selbst keinen großen Gefallen damit, im Schatten seines Vorgängers zu bleiben. Er ist wirklich ausgesprochen gut, aber wird definitiv mit kritischen Augen beäugt werden und sicher auch häufig einfach aus Sturheit der Fans nur schwer einen Fuß in die Tür bekommen. Anders wiederum der instrumentale Anteil von "Dystopia". Meiner Meinung nach orientiert sich der Aufbau der Songs wieder sehr klar an beispielsweise einer "The Dark Saga" oder dem Meilenstein "Something Wicked This Way Comes". Die einzelnen Tracks sind so unterschiedlich in verschiedenen Tempi vermischt, dass so schnell keine Langeweile aufkommt. Da folgt auf einen Midtempo-Song a'la "Anthem" direkt ein treibender "Boiling Point", was mich persönlich doch sehr an die zweite Demons & Wizards Scheibe erinnert. "Anguish of Youth" setzt ganz klar auf den Ohrwurmcharakter von "The Hunter". "Days of Rage"... naja... hier ist der Name einfach Programm. Wenn ICED EARTH nun schon in die "back to the roots"-Kiste greifen, darf eine Ballade natürlich nicht ausbleiben. "End of Innocence" gibt sich in dieser Position natürlich große Mühe an Tränendrücker wie "Watching over me" anzuschließen, kann dieser Rolle aber leider nicht gerecht werden.

Es klingt hier garantiert nicht alles positiv, dennoch bin ich von Jon Schaffers neustem Werk nachhaltig beeindruckt und kann die Scheibe wärmstens empfehlen. Ein hohes Maß an Vielseitigkeit, Abwechslung und die nötige Dosis an Altbewährtem konnte hier in 1A Heavy Metal-Platte gepresst werden. (Autor: Alex B.)
Fazit:
Die beste ICED EARTH-Platte seit über 10 Jahren. Stu ist ein würdiger Nachfolger Barlows, jedoch wird ihm der ähnliche Klang der beiden Stimmen früher oder später zum Verhängnis werden. Bei Jon Schaffer weiß man ja nie, wann er durch den nächsten ersetzt wird...

Kommentare

17.10.2011 19:43 Uhr Hati
Die erste Hälfte hat mich beeindruckt (war mein erstes "neueres" Iced Earth-Album), aber danach schwächelte es ein wenig. Die 8 Punkte hätte ich nur knapp vergeben, doch dem Review stimme ich ansonsten zu
 
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14.10.2011 20:42 Uhr Norrøn
Ich würde eher sagen, dass er dazu gezwungen wurde, so wie Barlow zu singen, die gute alte Nummer Sicher quasi. Genau so klingt das auch. Stu Block kann so extrem viel mehr, da muss man sich eher hinterfragen, warum er das nicht zeigt bzw. zeigen darf.
 
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Cover

Trackliste


01. Dystopia
02. Anthem
03. Days of Rage
04. Soilent Green
05. V
06. Boiling Point
07. Anguish of Youth
08. Iron Will
09. Dark City
10. End of Innocence
11. Equilibrium
12. Tragedy & Triumph

Künstler


Jon Schaffer - Guitars, Keyboards, Vocals
Brent Smedley- Drums
Troy Seele - Lead Guitars
Freddie Vidales - Bass
Stu Block - Vocals

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