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Geschrieben: 02. Mai. 2013CD Review

Vanity

Occult You

Bewertung ( 8 von 10 ):

0123456701

Genre:

Doom / Gothic Rock

Spieldauer:

39:55

Label:

Vetrieb

Land

Fahne Keine Angabe

Release

24.05.2013

Link


VANITY, die Eitelkeit - was mag sich hinter einem solchen Bandnamen verstecken? Zunächst scheint dieses Rätsel nur schwer lösbar, denn VANITY machen ein ziemliches Geheimnis aus ihrer Identität. Die Namen der Bandmitglieder sind nur einzelne Buchstaben: N (Sänger), kommt aus Palästina, während Bassist F aus der Schweiz stammt, Gitarrist P und Schlagzeuger T sind dagegen Italiener. Genauso undurchsichtig ist die Genreeinordnung. VANITY beschreiben ihre Musik selbst als einen Mix aus Doom, Black Metal, Indie, New Wave, Gothic und elektronischen Momenten - man darf also gespannt sein.

"Occult You" ist das Debütalbum der multinationalen Truppe. Lyrisches Vorbild ist der gleichnamige, bisher unveröffentlichte Roman von Sänger N, welcher sich schon immer sehr für das Düstere und Esoterik interessierte. Textlich dreht es sich um einen Krieger, der nicht nur für sich selbst, sondern auch für die verlorene Liebe kämpft. Liebe ist das zentrale Thema des Albums, aber auch Einsamkeit, Qual, die Unvermeidbarkeit des Schicksals und die Unkommunizierbarkeit werden behandelt.

Passend zum eher düsteren Titel des Albums, fällt auch das Artwork aus. Es zeigt ein Kind, welches ein schwarzes Mal im Gesicht hat. Es ist nicht klar zu identifizieren, was dieses Mal darstellen soll, aber auf mich wirkt es wie Teer oder Farbe. Der eindringliche Blick des Kindes in Kombination mit diesem düsteren Fleck versprüht zumindest einen okkulten Charme und stimmt damit perfekt auf das Album ein.

Der Opener "Sleeping Tears" ist ein sehr düsterer Song, der sich am ehesten in den Goth-Rock einordnen lässt. Die eindringliche Stimme, gepaart mit aussagestarken Lyrics und der dunklen Untermalung durch die Instrumente, erzeugt eine melancholisch-nachdenkliche Atmosphäre, welche durchaus in ihren Bann zu ziehen weiß. Weiter geht es mit "Under Black Eyes", welches beinahe schon esoterisch daher kommt. Der Gesang wirkt wie ein Mantra, welches sich unterschwellig im Bewusstsein breit macht und somit den Eindruck erweckt, als würde es einem tief aus der Seele sprechen. Die Worte auch hier wunderbar eingehend und treffend, man fühlt sich als wäre man selbst der einsame Krieger, welcher versucht sich nicht selbst zu verlieren. Textlich sehr stark und instrumentalisch perfekt in Szene gesetzt.

"Ghosts" kann an atmosphärischer Eingängigkeit nicht ganz mit seinen Vorgängern mithalten, aber auch hier sitzen die Lyrics perfekt. Man merkt, dass die Texte einem Konzept folgen und somit ein stimmiges Gesamtbild ergeben. "Ghosts" ist ein lockerer Rocker, untermalt mit elektronischen Elementen, der im Refrain sogar Dark Wave Elemente aufweist. "Ruins" ist dagegen wieder dunkler angehaucht. Der Gesang scheint wie schon bei "Under Black Eyes" aus dem Inneren zu kommen. Es wirkt beinahe wie eine Reise durch das eigene Bewusstsein. Auch hier können VANITY ihrem hohen lyrischen Niveau treu bleiben. Jedoch schwächelt der Song gegen Ende ein wenig und wirkt leicht eintönig.

Mit dem doomigen "Pagan Hearts" glänzen die Jungs dann aber wieder auf ganzer Linie. Wie schon bei den Vorgängern steht die erzählende Gesangsstimme im Vordergrund und wird von den Instrumenten viel mehr untermalt, wodurch die Songs eine unglaubliche Eindringlichkeit erhalten und sich einfach im Gehirn festbrennen. Trotz aller Tiefgängigkeit haben sie aber auch eine entspannende Wirkung. Der nächste Track "Sun" bietet eine echte Abwechslung zu dem zuvor gehörten. Am Anfang legt er ein wesentlich flotteres Tempo an den Tag, welches sich durchgängig mit den langsameren Gesangparts abwechselt. Die Gitarren sind hier wesentlich rockiger gestimmt und lassen den metallischen Einfluss der Band erahnen.

"Time's New Romance" beginnt relativ ruhig und wirkt beinahe schon balladesk. Die elektronischen Hintergrundklänge lassen mich an die 80er Jahre denken und dieser Eindruck verfestigt sich mit mehreren Durchläufen zusehends. Aus irgendeinem Grund kommen mir die Lyrics hier auch sehr vertraut vor - ob hier geklaut wurde? Mit "Limbo" folgt dann der eindeutig elektronischste Song der gesamten Platte. Der Synthesizer steht stark im Vordergrund und beherrscht dieses instrumentale Intermezzo. Es folgt der Titeltrack "Occult You" - eine elektronisch-atmosphärische Ballade, die unter die Haut geht und zum Träumen einlädt. Mit Sicherheit einer der stärksten VANITY Songs, wenn man elektronischen Wave-Klängen gegenüber nicht abgeneigt ist. Der finale Track "The Wanderer" wartet dann noch einmal mit schnelleren Gitarren auf, welche durch eine verzerrte Stimme ergänzt werden, wodurch das Ganze wie ein 80ies Goth-Rock Revival klingt.

Anspieltipps: "Sleeping Tears", "Pagan Hearts", "Time's New Romance" und "Occult You" (Autor: Bianca P.)
Fazit:
VANITY präsentieren mit "Occult You" ein starkes Debüt, welches einer Geschichte folgt, die unter die Haut geht. Es weiß mit atmosphärischer Eingängigkeit zu überzeugen und wird nicht nur Freunde des Gothic Rock und Dark Wave ansprechen. Wer allerdings mit Synthesizer und elektronischen Elementen so gar nichts anfangen kann, ist hier an der falschen Adresse. Alle anderen sollten VANITY unbedingt eine Chance geben!

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Cover

Trackliste


01. Sleeping Tears
02. Under Black Ice
03. Ghosts
04. Ruins
05. Pagan Hearts
06. Sun
07. Time's New Romance
08. Limbo
09. Occult You
10. The Wanderer

Künstler


Frances - Bass
N- Vocals
Tom - Drums
Phil - Guitar

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