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Geschrieben: 17. Mai. 2011CD Review

Nader Sadek

In The Flesh

Bewertung ( 7 von 10 ):

0123456012

Genre:

Death Metal

Spieldauer:

29:58

Label:

Vetrieb

Land

Fahne USA

Release

20.05.2011

Link


NADER SADEK ist ein eher ungewöhnlicher Name für eine Death Metal Band, so viel ist klar. Doch der Name weckt zudem falsche Erwartungen, denn NADER SADEK sind keine dieser Death Metal Bands, die im Fahrwasser von NILE mitschwimmen und ein bisschen mit ägyptischen Instrumenten klimpern. Nein, der Bandname leitet sich vom Namen des New Yorkers Nader Sadek ab, ein gebürtiger Ägypter, der bisher als Designer in Erscheinung getreten ist und unter anderem auch schon für MAYHEM Bühnenshows erarbeitet hat. Dieser hat sich eine kleine Schar von Technical Death Metal Meistern um sich geschart und lässt mit "In The Flesh" nun das Debut dieser unheilvollen Truppe auf die Hörerschaft los.
Dabei ist Sadek, wie erwähnt, in großartiger Begleitung. Die Herren, die er zu sich ins Boot geholt hat, sind unter anderem Schlagzeuger Flo Mounier (CRYPTOPSY), Grunzer Steve Tucker (ex-MORBID ANGEL) und Gitarrist Rune Eriksen (AVA INFERI, Ex-MAYHEM). Während diese Herren sich für das Einspielen des Albums verantwortlich zeigen, arbeitet Sadek im Hintergrund als Komponist und Konzeptionist für das Album. Daher ist der Herr selbst auf diesem Album eigentlich gar nicht zu hören, er zeigt sich nur für das Kompositorische und Gestalterische verantwortlich.

Und dieses lehnt sich stark an die Musik der restlichen Bandmitglieder an. Die Musik positioniert sich irgendwo zwischen atmosphärischen und technischen MORBID ANGEL und den Querköpfen von GORGUTS, wobei man immer wieder zwischen eingängigerem Death Metal Geholze und technischer Versiertheit pendelt. Das verleiht den Songs eine gewisse Dynamik und sorgt dafür, dass das Album nicht zu kopflastig wird, auch wenn sich die Instrumentalfraktion immer wieder gerne in erstaunlichem Wege gehen lässt. Dies stört den Fluss des Albums jedoch zu keiner Zeit, es ist vielmehr eine willkommene Abwechslung. Zudem ist es eine wahre Freude den Herren an ihren Instrumenten zuzuhören, da sie alle wahrlich Meister ihres Fachs sind.

Ganz großen Wert legte Sadek bei der Komposition auch auf die Atmosphäre. Schon das Intro am Anfang des Albums baut eine düstere, unheilvolle Atmosphäre auf, welche derjenigen von Bands wie NECROS CHRISTOS oder auch SONNE ADAM nahe kommt. Doch schon bei den ersten Tönen des Openers "Petrophilia" enden die Vergleiche. Eine Flo Mounier, der wie ein Verrückter auf seine Drums einkloppt, trifft auf herumschwirrende Gitarrenspielereien, heftige Tempowechsel und grandiose Breaks. Abwechslung wird groß geschrieben auf "In The Flesh", so wechseln sich lavaartige Doom Passagen mit wilden Rasereien und Stakkato-Riffing ab. Hin und wieder lässt sich sogar die eine oder andere MORBID ANGEL Referenz erkennen, was wahrlich nur positiv sein kann. Das Erstaunliche dabei ist, dass alle Songs des Albums dabei komplett albumfreundlich sind, kein Song fällt aus dem Rahmen, sie fügen sich im Endeffekt zu einem großen, schwarzen Ganzen zusammen. Die Songs sind zwar nicht eingängig, doch es wird das ganze Album hindurch eine fesselnde und einnehmende Atmosphäre aufgebaut, welcher Steve Tucker mit seinem Organ das Sahnehäubchen aufsetzt. Atmosphärisch und technisch gesehen ist das Album nahezu perfekt.

Doch leider gibt es auf "In The Flesh" auch einige schwerwiegende Schwachpunkte. Der größte ist mit Sicherheit die Spielzeit des Albums, 30 Minuten, wovon noch drei Minuten als Intros (auf drei Stücke verteilt, eines am Anfang, zwei inmitten der anderen Songs) weggehen, das ist schlichtweg zu wenig und grenzt schon fast an Frechheit, dies als Album zu verkaufen, da es mittlerweile EPs mit mehr Spielzeit gibt. Das einzig Positive an diesem Aspekt ist, dass man beim Hören das Gefühl bekommt, das Album dauere länger als es in Wirklichkeit ist. Ein weiterer, eher vernachlässigbarer Nachteil ist, dass sich einige der Songs vom Aufbau her, trotz ihres Abwechslungsreichtums, ähneln. Dies wird aber durch die Atmosphäre und technischen Raffinesse wieder wettgemacht, sodass es leicht zu verschmerzen ist. (Autor: Tizian C.)
Fazit:
NADEK SADEK haben sich mit "In The Flesh" eine komfortable Ausgangslage für die Zukunft geschaffen. Das Album ist düster, technisch herausragend und überzeugt mit seinem Konzept. Wenn man für die kommenden Alben noch ein bisschen an den Songs feilt und ein bisschen mehr Spielzeit dazu gibt, dann steht einem Meisterwerk wenig im Wege. Man darf also gespannt sein was die Zukunft für NADER SADEK bereithält.

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Cover

Trackliste


01. Awakening
02. Petrophilia
03. Of this Flesh (Novus Deus)
04. Exhaust Capacitor
05. Soulless
06. Rusted Skin
07. Mechanic Idolatry
08. Sulffer
09. Nigredo in Necromance

Künstler


Steve Tucker - Vocals
Rune Eriksen - Guitars
Flo Mounier - Drums
Nader Sadek - Concepts, Direction

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