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Geschrieben: 19. August. 2013CD Review

Jex Thoth

Blood Moon Rise

Bewertung ( 7 von 10 ):

0123456012

Genre:

Psychedelic / Doom Metal

Spieldauer:

46:31

Label:

Vetrieb

Land

Fahne USA

Release

15.06.2013

Link


Wenn es etwas gibt, was momentan unglaublich hip und angesagt ist, ist es das Spiel mit den Retro-Klängen. Musikalisch irgendwo zwischen Doom und Psychedelic Rock, dazu Bandphotos mit leichtem Gelbstich inklusive verwegenen Frisuren / Bekleidungen und am besten noch eine latent okkulte Schlagseite - Das ist scheinbar das Rezept für schnellen Erfolg anno 2013. Anders kann man sich die wie die Pilze aus dem Boden schießende Menge an ähnlich klingenden Bands, die komischerweise auch noch sofort und wohl dotiert gesignt werden nicht erklären. Doch auch diese Welle wird irgendwann abflachen und eine Handvoll auserlesener Bands zurücklassen. Einer der heißesten Anwärter auf länger währenden Ruhm, dürften dabei die amerikanischen JEX THOTH darstellen. Benannt nach ihrer Frontfrau und der ägyptischen Gottheit der Magie, treibt sich das Quintett nicht nur deutlich länger als die Vielzahl jener Pilze in der Szene um, sondern hat sich gleichzeitig über die Jahre eine treue Fanbase erarbeitet.Warum das so ist, wird bereits mit den ersten Tönen von "Blood Moon Rise" - dem zweiten Album über die volle Distanz - deutlich.

Mystisch, geheimnisvoll, magisch - JEX THOTH arbeiten vor allem auf der stimmungsvollen Ebene. Ihre BLACK SABBATH-geschwängerte Melange aus zermürbenden doomigen Versatzstücken, gewinnt vor allem durch den geschickten Einbau eines Psychedelic-Rock-Unterbaus. Dieser scheint die verzerrten Gitarren und das gemächlich-bedrohliche Drumming förmlich zu umwerben und zu umschmeicheln. Durch prägnante Bass-Linien und immer wieder eingestreute melodische Gitarren-Klänge entsteht zum Beispiel in "Into A Sleep" ein Gefühl, was schwer in Worte fassen zu ist. Irgendwo zwischen bittersüßer Sinnlichkeit, Weihrauch-geschwängerten, verzerrten Sinnes-Eindrücken und einer latenten Melancholie - stets wissend, dass diese Vision von unendlichem Genuss nicht der Realität entsprechen kann. So könnte es sich in einer chinesischen Opium-Höhle des 19. Jahrhunderts angefühlt haben - und so kann es sich manchmal anfühlen, wenn man entsprechende Bildfetzen aus der Flower-Power-Zeit betrachtet und sich fragt, wo dieser Funken von Freiheit in unserer Generation geblieben ist.
Es ist also weniger diese technische, musikalische Seite, auf der JEX THOTH um die Gunst des Hörers buhlen, sondern vielmehr jene Meta-Ebene, jenes Kopfkino, was unweigerlich entsteht, wenn Jessica Toth ihre bezaubernde Stimme für die Band sprechen lässt und sogar die Instrumental-Fraktion andächtig zu lauschen scheint. Denn wie auch die berauschend wabernden Gitarren-Klänge, scheint die Namensgeberin den Hörer permanent zu bezaubern und gleich einer Sirene immer tiefer in den Sog des Blutmondes ziehen zu wollen. Das gelingt ihr zum Glück erfreulich gut. Ob fast schon balladesk in "Keep Your Weeds" oder rockig in "The Places You Walk" - der Hörer ertappt sich unweigerlich wie er an ihren Lippen hängt und sich der immensen Sog-Wirkung dieses Gebräus nicht entziehen kann. Während viele der Signings der großen Metal-Labels sich fast krampfhaft auf vergangene Zeiten zurückbesinnen wollen, wirkt das, was JEX THOTH ausstrahlen, herrlich natürlich und ungezwungen - Fast so, als hätte die Band seit 20 Jahren nichts anderes gespielt. Und das macht dann unterm Strich den Unterschied zwischen einem schlichten Wellenreiter und einem, der auch die Kraft hat, nach Abflachen der Welle noch auf dem Brett stehen zu bleiben.
So bleibt summa summarum ein äußerst zufriedenstellendes Album. (Autor: Torben K.)
Fazit:
JEX THOTH zementieren ihre Ausnahmestellung innerhalb der Szene und bezaubern auf "Blood Moon Rises" mit mystischen Klängen, die man unglaublich schwer adäquat in Worte fassen kann. Zwar dürften auch JEX THOTH unter der zunehmenden Ermüdung der Musikhörer für diese Art von Klängen leiden - Wer allerdings noch halbwegs aufgeschlossen gegenüber dieser Melange aus Doom und Psychedelic-Fragmenten ist, sollte hier ein Ohr riskieren und sich eins der wenigen guten Alben aus diesem völlig überlaufenen Genre nicht entgehen lassen.

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Cover

Trackliste


1. To Bury
2. The Places You Walk
3. The Divide
4. Into a Sleep
5. And the River Ran Dry (Instrumental)
6. Keep Your Weeds
7. Ehjä
8. The Four of Us Are Dying
9. Psyar

Künstler


Jex - Vocals, Keyboards
Matt Jacobs - Guitars
Brandon Newhouse - Guitars
Nick Ray Johnson - Drums
Danny Gonzalez - Bass

Gastmusiker:
Steve Moore - Keyboards, Synth leads
Lori Goldston - Cello
JD Guy - Lead Guitars (Track 8)

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