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Geschrieben: 25. September. 2011CD Review

Falloch

Where Distant Spirits Remain

Bewertung ( 6 von 10 ):

0123450123

Genre:

Post Rock

Spieldauer:

52:33

Label:

Vetrieb

Land

Fahne Schottland

Release

26.09.2011

Link


Mit Trends kann ich für gewöhnlich wenig anfangen. Der Metalcore ging quasi gänzlich an mir vorbei, im Pagan/Viking existieren zumindest einige nennenswerte Acts und der mit Post-Rock angereicherte Black Metal wird auf Dauer extrem berechenbar und langweilt über längeren Zeitraum. Was also, wenn einige Bands offenbar das Gefühl vermitteln wollen, dass man allen Voreingenommenheiten zum Trotze ein ordentliches Album veröffentlichen kann, dies aber schiefgeht? Nun, so geht es mir mit "Where Distant Spirits Remain" der schottischen Newcomer FALLOCH.

Die Grundidee der Schotten ist nicht übel. Man nehme Post-Rock, leichte Auszüge schwarzmetallischer Tonkunst, eine butterweiche Klarstimme und mische diese mit verträumten Flötenmelodien. Der Vorsatz, zumindest im Ansatz etwas neues zu bieten ist daher durchaus vorhanden, allerdings wurde dieser nur mittelprächtig umgesetzt. Je öfter man "Where Distant Spirits Remain" also hört, destö stärker und offensichtlicher werden viele Problematiken, die dieses Album in sich birgt.

Wie schon erwähnt sind die beiden kreativen Köpfe hinter FALLOCH Newcomer, weswegen wohl an ihnen vorbei gegangen sein dürfte, dass fehlende Varition im Gesang vor allem in diesem emotionalen und stellenweise auch impulsiven Genre schnell einen Flächenbrand der Langweile auslösen können. Ich will's nicht schlechter reden, als es auf dem Debüt der Schotten ist, aber die Vocals sind auf Dauer zu eintönig und nerven nach mehreren Durchgängen. Die Idee mit dem Flöteneinsatz ist intelligent und durchaus nachvollziehbar, nachvollziehbar ist für mich hingegen nicht, warum man davon nicht öfter Gebrauch macht als im akustischen Zwischenspiel "Horizons". Ansonsten vernimmt man das Instrument bestenfalls sporadisch, was mir in Anbetracht des erwähnt grandiosen Interludiums etwas sauer aufstößt.

Sieht man mal von den Schwächen ab, kann man durchaus auch sehr interessante, wenn auch stellenweise unausgegorene Stücke wie den Opener "We are gathering Dust" oder das mit einem fantastischen Intro versehene "Where we believe" vernehmen, die zumindest für die Zukunft homogenere und schlüssigere Alben erwarten lassen. Man merkt oft, dass FALLOCH Genreveteranen wie AGALLOCH, PRIMORDIAL oder auch ALCEST nacheifern, dabei aber oftmals übers Ziel hinaus schießen. (Autor: Pascal S.)
Fazit:
Trotzdem gefällt mir, dass die beiden jungen Schotten ihren eigenen Stil entwickeln, und mit "Where Distant Spirits Remain" einen ersten mutigen, aber meiner Meinung nach etwas überhasteten Schritt wagen, der möglicherweise in 2-3 Jahren belohnt werden könnte. Die Schwächen im Gesang, die teilweise inkonsequent wirkenden Übergänge zwischen härteren und ruhigeren Passagen, die viel zu glatte Produktion - vieles lässt sich noch verbessern. Trotz allem wird mir das Debüt aber gerade der Fehler wegen sympathisch, eben weil es nicht auf Perfektion getrimmt ist und die Schwächen nicht zu verschleiern versucht. Atmosphärisch und von den Ideen/Ansätzen her haben die Jungs durchaus Potenzial!

Kommentare

12.10.2011 15:50 Uhr Sturmgeweihter
Vom Spiel auf den Instrumenten her kann ich mir das wohl anhören. Aber die Stimme ist mir extrem zu weichgespült. Ich muss ständig an irgendwelche Metalcore-Balladen oder sowas denken, was mich extrem nervt. Hätte so geil werden können wie Agalloch, ist für mich aber nur geringfügig besser als Alcest. Und das ich die nicht leiden kann, sollte bekannt sein.
 
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Cover

Trackliste


1. We Are Gathering Dust
2. Beyond Embers and the Earth
3. Horizons
4. Where We Believe
5. The Carrying Light
6. To Walk Amongst
7. Solace

Künstler


Andy Marshall
Scott McLean

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