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Geschrieben: 27. August. 2011CD Review

Arkona

Slovo

Bewertung ( 10 von 10 ):

0123456789

Genre:

Pagan Metal

Spieldauer:

57:24

Label:

Vetrieb

Land

Fahne Russland

Release

26.08.2011

Link


Ich kann mich noch genau entsinnen, wie ich mich über "Stenka Na Stenku" - die letzte EP der russischen Pagan Metaller ARKONA - echauffiert habe. Wäre ich arrogant, würde ich nun behaupten, dass die Götter mein Gebet erhört haben, denn ARKONA haben ihrer sei Dank wieder den richtigen Weg gefunden. Mit "Slovo", dem nunmehr sechsten Album, legen sie nämlich abermals genau das vor, was man von ihnen erwartet - eigenständigen Pagan Metal der Marke Russland, diesmal in Kooperation mit dem Chamber Orchestra aus Kazan und einem professionellen Chor aus Moskau.

Orchester? Das klingt doch sicher total überladen, oder? Weit gefehlt, denn Mascha und ihren Kollegen ist es vorzüglich gelungen, diese Kooperation intelligent und dadurch auch songdienlich zu gestalten. Da merkt man eben einmal mehr, welch kompositorische Klasse in den Russen steckt. Auch wenn sie diese auf besagter EP mit Bravour verleugnet haben.

Und damit kommen wir auch endgültig zum Album. "Slovo" ist von der ersten Sekunde des Intros "Az'" an ein absoluter Leckerbissen paganer Tonkunst. Man merkt recht schnell, dass ARKONA sich weiterentwickeln wollten, ohne ihre Wurzeln zu verleugnen. Die wunderbare Filmscore-Atmosphäre im Opener "Arkaim" steht den fünf Musikern aus Moskau ebenso gut wie die rohen Blastbeatpassagen und Doublebassgewitter in "Bol'no mne". Beeindruckend ist abermals, dass es ARKONA spielend gelingt, einen einstündigen Opus zu kreieren, der mittels Abwechslung, Detailverliebtheit und Spielfreude zu keiner Sekunde auch nur einen Funken Langeweile aufkommen lässt. "Slovo" folgt keinem Konzept, kommt aber trotz dessen wie ein in sich schlüssiges, von einem Roten Faden durchzogenes, Album rüber, in dem sich sogar die ausgekoppelte Single "Stenka na Stenku" und weitere fröhlich-traditionelle Stücke wie "Leshiy" (tolles Akkordeon-Intro; gespielt von "Hurry" von SVARGA) und "Tam za tumanami" wunderbar einfügen.

Sängerin Mascha, die wieder einmal sowohl mit harschen Vocals als auch mit ihrer einprägsamen Klar-Stimme eine fantastische Leistung abliefert, kriegt wie schon auf "Goi, Rode, Goi!" Unterstützung namhafter bzw. hochklassiger Sänger. Durfte man sich auf dem direkten Vorgänger noch über internationale Unterstützung seitens MENHIR, OBTEST, SKYFORGER und MANEGARM freuen, beschränkt sich das bei "Slovo" - bis auf den Einsatz von Meri Tedic (Violine, ELUVEITIE) - eher auf den Support aus dem eigenen Land. Dies jedoch tut der Qualität bei weitem keinen Abbruch, denn Ilya (SVARGA) , Shmel (RAROG) und Aleksandr Oleynikov (KALEVALA) sind zwar unbekannte, dafür aber hoch talentiere Sänger, die der Musik auf "Slovo" sehr gut zu Gesicht stehen.

ARKONA sind im Vergleich zum tadellosen Vorgänger also ein weiteres Mal gereift, bieten dank Orchester und vielen Details mit folkloristischen Instrumenten wie Flöte, Balalaika, Sopilka und Zhaleyka ein noch abwechslungsreicheres und auch technisch einwandfreies Werk an, welches den ohnehin schon erfolgten Durchbruch im westlichen Europa weiter ausprägen wird. ARKONA haben ein riesiges Arsenal (nicht nur in Sachen Instrumentierung). Man wird den Eindruck nicht los, dass es quasi unerschöpflich ist. Man trifft selten Musiker an, die so versiert und vielseitig zu Werke gehen, und das sollte man in diesem Falle auch würdigen.

Wer sich darüber hinaus noch einen Eindruck über die Stories der einzelnen Songs machen will, kann sich auf YouTube einen knapp 10 minütigen Trailer reinziehen, der einen guten Einblick in die Lyrik von "Slovo" bietet und nebenbei mit musikalischer Untermalung einen Eindruck vom Album geben wird. (Autor: Pascal S.)
Fazit:
Wenn Napalm Records davon sprechen, dass sich auf "Slovo" unzählige Anspieltipps tummeln, dann kann man ihnen wohlwollend zustimmen. Keine übertriebene Promotion, kein überproduziert-überladenes Album, ARKONA bleiben sich zumindest dann treu, wenn sie an ein neues Album rangehen. Das bedeutet gleichzeitig auch, dass sie gut 100% des modernen Pagandrecks mühelos deklassieren. Scheiß' auf die EP, das hier ist ganz große Kunst, wie sie nur von ARKONA erschaffen werden kann. Jahreshighlight.

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Cover

Trackliste


01. Az'
02. Arkaim
03. Bol'no Mne
04. Leshiy
05. Zakliatie
06. Predok
07. Nikogda
08. Tam Za Tumanami
09. Potomok
10. Slovo
11. Odna
12. Vo Moiom Sadochke...
13. Stenka Na Stenku
14. Zimushka

Künstler


Ruslan "Kniaz" - Bass
Sergei "Lazar" - Guitars, Balalaika
Vlad "Artist" - Keyboards, Drums
Masha "Scream" - Vocals, Keyboards, Tambourine, Khomuz, Shaman drums, Guitars (acoustic)
Vladimir "Volk" - Wind instruments

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