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Geschrieben: 03. Mai. 2013CD Review

Altar of Plagues

Teethed Glory and Injury

Bewertung ( 8 von 10 ):

0123456701

Genre:

Black Metal

Spieldauer:

49:13

Label:

Vetrieb

Land

Fahne Irland

Release

29.04.2013

Link


ALTAR OF PLAGUES waren noch nie eine Band, der man Stagnation vorwerfen konnte. Auch wenn sie als mehr oder minder herkömmlicher Post-Black Metal bekannt wurde, war bei jedem Release ein Wandel spürbar. Bloß in welche Richtung dieses stete Wachstum irgendwann einmal führt war nie wirklich absehbar, außer dass Konventionen und Schubladen immer wie die Pest gemieden wurden.
Als dann im März das - wer hätte es geahnt - ungewöhnliche Albumcover und ein dazu passendes Musikvideo enthüllt wurden, war das Rätseln und Zweifeln nur noch größer. Junge Tänzer, wahrscheinlich Drama School Studenten, zeigen ihr Können im interpretativen Tanz und wollen dabei wohl auf ästhetische Art und Weise die Grenzen des menschlichen Körpers aufzeigen. Würde der Nachfolger von "Mammal" zu sehr versuchen, künstlerisch anspruchsvoll und anders zu sein und in seiner Kopflastigkeit den Hörgenuss vernachlässigen?

Nicht ganz. Es hat sich allerdings bewahrheitet, dass "Teethed Glory and Injury" das mit Abstand sperrigste Album der Iren geworden ist. Durch die verstärkte Industrial-Liebäugelei wirkt das Material verdammt widerborstig und will erst umkämpft werden. Doch die Geduld wird belohnt: Das Album ist ein Grower wie aus dem Lehrbuch, nach und nach erschließen sich einem die psychedelischen Melodien, die emotionsgeladenen Ausbrüche und all die berechneten Ecken und Kanten im Songwriting.

Fremdartige Störgeräusche und Ambient-Soundflächen lullen den Hörer ein. Nach und nach gesellen sich klinisch-leblose Beats, Vocals und andere Melodieträger dazu und arbeiten gemeinsam in bester Postrock-Manier auf einen Höhepunkt hin. Aber dort, wo man den Ausbruch erwartet, herrscht nur kurz Totenstille und es wird weiter aufgebaut. Momente wie dieser, wo der Hörer bewusst auf die Folter gespannt wird, finden sich öfter auf dem Album und tragen viel zur beklemmenden Atmosphäre bei, die jeder der knapp 50 Minuten innewohnt. Gerade dieser kurze Moment der Stille, die Ruhe vor dem Sturm, ist hier ein auffallend oft verwendetes Stilmittel.
Bei all dem "Post" kommt der Black Metal für viele Fans der ältesten ALTAR OF PLAGUES Releases vielleicht ein wenig zu kurz, ist aber nicht ganz von der Karte verschwunden. Wenn der Ausbruch irgendwann endlich kommt, hat er es meist auch in sich. Die Stimme grenzt nicht selten am Größenwahnsinn und die mal organisch, mal stark mechanisch klingenden Drums tun ihr übriges.

Die Weiterentwicklung der Band war noch nie so tiefschürfend wie dieses Mal. Man kann die Momente, die man zu 100% als typisch ALTAR OF PLAGUES bezeichnen kann, beinahe an seinen Fingern abzählen. Genau verkehrt verglichen mit gewöhnlichen Alben also. So musste ich in der letzten Minute von "Burnt Year" immer denken: "Hey, genau so ein Riff ist doch auch in "Gentian Truth" auf dem Debutalbum" und war überrascht, dass es sich hier um die gleiche Band handelt. Ob man auf den Erkundungsreisen der Band noch mitzieht oder endgültig Halt macht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Jedem Interessierten sei vor dieser Entscheidung jedoch ans Herz gelegt, sich das Album so oft wie möglich anzuhören. Mit ein oder zwei Durchläufen ist hier noch gar nichts gesagt. Wer sich auf dieses Abenteuer einlässt, dürfte zu guter Letzt nicht unbelohnt bleiben. (Autor: Johannes S.)
Fazit:
Eine der größten Herausforderungen des bisherigen Metaljahres kommt aus Irland und lädt schon auf dem Albumcover zu einem psychotischen Tanz ein, der keine (Genre-)Grenzen kennt. Selbst Fans der Band sollten sich vor dem Kauf den Stream anhören um nicht zu sehr überrascht zu werden, rein musikalisch wurden aber erneut Glanztaten vollbracht!

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Cover

Trackliste


1. Mills
2. God Alone
3. A Body Shrouded
4. Burnt Year
5. A Remedy And A Fever
6. Twelve Was Ruin
7. Scald Scar Of Water
8. Found, Oval And Final
9. Reflection Pulse Remains

Künstler


Dave Condon- Bass, Vocals
Johnny King - Drums
James Kelly - Guitars, Keyboards, Vocals

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