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Geschrieben: 30. September. 2011CD Review

Aenaon

Cendres Et Sang

Bewertung ( 8 von 10 ):

0123456701

Genre:

Black Metal

Spieldauer:

52:54

Label:

Vetrieb

Land

Fahne Griechenland

Release

13.06.2011

Link


Für Freunde schwarzmetallischer Klänge fernab des gewohnten Sounds ist Code666 längst kein Geheimtipp mehr. Durch Bands wie BLUTMOND, FEN und TODTGELICHTER hat das Label sein Gespür für extravagante Black Metal Bands längst unter Beweis gestellt. Somit ist es nicht verwunderlich, dass die Schwarzmetaller von AENAON, welche bereits 2009 mit ihrer EP “Phenomenon” für Aufsehen sorgten, bei Code666 gelandet sind. Mit ihrem neuen Album “Cendres et Sang” (dt.: “Asche und Blut”) feiern die vier Griechen somit nicht nur ihr Debüt auf einem neuen Label, sondern veröffentlichen ihr erstes Full-Length-Album in der seit 2005 voranschreitenden Bandgeschichte.

Wie man es von Code666 gewohnt ist, wird kein plumper Standard Black Metal geboten. AENAON interpretieren den skandinavischen Schwarzmetall der Neunziger auf ihre eigene Weise, was neben progressiv angehauchtem, melodischem Riffing auch zum Einsatz eines Saxophons führt. Dieses leitet das Album im Intro “Kafkaesque” auf jazzige Weise ein. Wer hierbei sofort an das jüngste Album der Labelkollegen von BLUTMOND (“Thirteen Urban Ways 4 Groovy Bohemian Days”) denkt, liegt damit nicht gänzlich falsch. Jedoch sind AENAON in der erzeugten Atmosphäre deutlich nordischer geprägt und lassen den urbanen Charakter, den die Schweizer präsentieren, seltener durchscheinen. Das Augenmerk von “Cendres et Sang” ist verstärkt auf eine introvertierte, düstere und wütende Atmosphäre gerichtet.
Dies äußert sich zum einen in schnelleren Passagen erster Güte (bspw. “Psychonautic Odyssey”) und zum anderen in komplexen, progressiven Arrangements, die sich wie ein roter Faden durch das Album ziehen. Dabei bewegen AENAON sich in einem erträglichen Rahmen, was dafür sorgt, dass man den Songs gezielt folgen kann, ohne irgendwo von zu vertrackten und nicht nachvollziehbaren Songstrukturen abgehängt zu werden. Fehlen tut es “Cendres et Sang” dafür an prägnanten Riffs. Zwar verdeutlichen die vier Griechen, dass sie ihre Instrumente beherrschen und so wird die ganze Palette von “sägend” über “verspielt” bis hin zu “vertrackt” abgedeckt. Jedoch klingen die Riffs mit der Zeit aufgrund mangelnder griffiger Melodien zu ähnlich, was dafür sorgt, dass nur wenige Leads im Kopf haften bleiben. Auch fallen die Songs, die den Mittelteil des Albums bilden (“Once Finite” und “Carnivora's Lair”), etwas ab.

Da sind es eher andere Merkmale, die sich ins Gedächtnis brennen. Sei es das bereits erwähnte Saxophon (“Suncord”, “Black Nerve”), der Klargesang von Sänger Astrous (“Grand Narcotic Harvest”) oder der in “In Heaven” einsetzende Frauengesang. Über letzteren kann man sich durchaus streiten, mein Fall ist er nicht. Mir ist die gute Frau etwas zu penetrant. Die Idee ist dennoch nicht schlecht.
Richtig gut gelungen sind die dezenten Keyboard-Einsätze, die zu keiner Zeit übertrieben sind, sich schön hinter den anderen Instrumenten platzieren und auf ihre unscheinbare Art und Weise die Songs bereichern. Was das angeht, kann sich sicherlich die eine oder andere Band eine Scheibe von AENAON abschneiden. Das Keyboard muss eben nicht immer pompös und vordergründig sein, um zur Atmosphäre beizutragen.

Aufgenommen wurde “Cendres et Sang” in fünf verschiedenen Studios und für das Mastering zeigt sich niemand geringerer als Tom Kvalsvoll verantwortlich. Dieser konnte sich u.a. bei Alben von 1349, KEEP OF KALESSIN und EMPEROR mit guter Leistung schmücken und so ist es kein Wunder, dass auch “Cendres et Sang” einen passenden, stimmigen Sound erhalten hat. (Autor: Malte H.)
Fazit:
AENAON liefern mit “Cendres et Sang” ein starkes Debüt ab. Das Album bewegt sich auf hohem Niveau und überzeugt nicht nur durch gute Arrangements, sondern auch durch die Prise “Avantgarde”, die die vier Griechen ihrer Musik eingehaucht haben.
Einziger richtiger Kritikpunkt ist die Ähnlichkeit zwischen den Riffs. Diese bewegen sich zwar auf einem hohen Niveau, jedoch fehlen die wirklich griffigen und im Gedächtnis bleibenden Melodien und Hooklines. Daran sollten die Jungs noch arbeiten.
Für Liebhaber des extravaganteren Black Metals ist “Cendres et Sang” nichtsdestotrotz eine dicke Empfehlung.

Kommentare

30.09.2011 17:37 Uhr Hati
Seh ich ganz genauso^^
 
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Cover

Trackliste


01. Kafkaesque
02. Suncord
03. Psychonautic Odyssey
04. Grand Narcotic Harvest (feat. V’gandr von Helheim)
05. Once Finite
06. Carnivora’s Lair
07. Necroscope
08. Kraanerg
09. Black Nerve
10. In Heaven (Cover von David Lynch's Film "Eraserhead")

Künstler


Thyragon - Bass
Astrous - Vocals
Achilleas C. - Guitars
Dagwn - Guitars

Gastmusiker:
V'gandr - Vocals
Thomais Chatzigianni - Female Vocals

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