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Geschrieben: 21. Mai. 2013CD Review

A Cosmic Trail

II: Mistral

Bewertung ( 6 von 10 ):

0123450123

Genre:

Avantgarde Progressive Metal

Spieldauer:

46:16

Label:

Vetrieb

Land

Fahne Deutschland

Release

19.04.2013

Link


Bei "II: Mistral" handelt es sich, wie wohl nur unschwer zu erraten ist, um das zweite Album von A COSMIC TRAIL, seinerseits ein Seitenprojekt von LANFEAR Gitarrist Markus Ullrich. Anders als bei seiner Hauptband wird bei A COSMIC TRAIL gänzlich auf Gesang verzichtet. Dafür bieten A COSMIC TRAIL instrumentalen Progressive Metal, der sehr atmosphärisch und vielseitig daherkommt.

"II: Mistral" wird durch "Calm" angenehm rockig eröffnet und sogleich sticht ein Element heraus, welches das ganze Album über dominieren wird: das virtuose und vielfältige Gitarrenspiel. In diesem Falle überzeugt dieses mit einem starken, melodischen Riffing und eröffnet die Welt von "II: Mistral" für den Hörer. Obwohl das Album in mehrere Songs aufgeteilt ist, kann man davon nicht viel hören, denn diese fügen sich im Endeffekt zu einem großen Ganzen zusammen. Dies ist mit Sicherheit kompositorisch beachtlich, macht den Einstieg in das Album aber auch dementsprechend schwer. Der fehlende Gesang tut sein Übriges dazu.
Nichtsdestotrotz kann man dem Album mit Sicherheit keine fehlende Abwechslung unterstellen. So überzeugen A COSMIC TRAIL mit vielen unterschiedlichen Stilmitteln und fügen diese gekonnt zusammen. Da wären einerseits die metallischen, riffbetonten Parts, die nicht selten an Bands wie DREAM THEATER oder SYMPHONY X erinnern. So könnte zum Beispiel "Thwart Process" auch aus den Federn dieser Amis stammen. Andererseits werden auch durch das Keyboard starke Akzente gesetzt, die vor allem aus atmosphärischer Sicht zu überzeugen wissen. Sehr gut nachzuhören ist dies zum Beispiel in "Mistral I", das mit einem großartigen und mitreißenden - aber dennoch sehr ruhigen - Keyboardpart zu überzeugen weiß. Eher selten gesellen sich auch elektronische Momente dazu, die auch stark die Atmosphäre fördern, wie zum Beispiel in "In Ertia". Aber "II: Mistral" besitzt auch eine orchestrale Seite, die zwar stellenweise relativ bombastisch wirken kann, jedoch nicht mit Kitsch gleichzusetzen ist, was dem Album sicher positiv anzurechnen ist.

Naturgemäß stehen auf "II: Mistral" die Melodien und die Atmosphäre im Vordergrund. Auch, weil der Hörer die Instrumente aufgrund des fehlenden Gesanges differenzierter wahrnehmen kann. Das ist eine Stärke, die A COSMIC TRAIL klar zu ihren Gunsten ausspielen können. So kreieren sie nicht selten - sei es durch die starken Gitarren, das Keyboard oder die orchestralen Sounds - packende und berührende Melodiebögen, die stellenweise auch an neuere ANATHEMA erinnern oder sogar in der einen oder anderen Post Rock Band ihr Stelldichein geben könnten. Kontrastiert werden diese durch die kräftigen und manchmal stark metallischen Riffs. Diese wirken teilweise leider ein bisschen zu sehr in die Länge gezogen, sodass man sich vor allem hier einen Sänger gewünscht hätte. Aber auch sonst kann "II: Mistral" leider nicht über die volle Strecke begeistern. Natürlich gibt es Momente, bei denen das instrumentale Konzept und dessen Ausführung nahezu perfekt sind und auch so auf den Hörer wirken, wie in den letzten drei Minuten des Schlusstracks "Mistral II" zum Beispiel, aber dies ist leider nur phasenweise so. Denn nicht selten stellt sich auch eine gewisse Armut an Höhepunkten dem Hörer gegenüber, sodass "II: Mistral" leider einige zähe und sich in die Länge ziehende Passagen bietet. Diese vermögen es glücklicherweise nicht, das ganze Album herunterzuziehen, schmälern den Gesamteindruck aber dennoch. (Autor: Tizian C.)
Fazit:
Im Endeffekt ist "II: Mistral" ein über weite Strecken gelungenes, mit außerordentlich guten Passagen gespicktes Instrumentalalbum geworden. Leider können A COSMIC TRAIL das hohe Niveau, das sie stellenweise an den Tag legen, nicht über den ganzen Longplayer hindurch halten, sie zeigen aber dennoch, dass man Progressive Metal auch instrumental spielen kann. Sie überzeugen dabei besonders mit ihrer vielfältigen Herangehensweise und den stellenweise großartigen Melodien. Im Gegensatz dazu stehen einige langatmige und höhepunktarme Passagen, die den ansonsten positiven Eindruck schmälern.

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Cover

Trackliste


1. Calm (Intro)
2. Mistral I
3. Cromlech
4. In Ertia
5. Thwart Progress
6. A Ghostly Whisper
7. Mistral II

Künstler


Markus "Ulle" Ullrich - Guitars, E-bow
Alexander Palma - Bass
Richard "Richy" Seibel - Keyboards
Klaus Engl - Drums

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