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Interview mit André Schulz von Witchtower

Mit André Schulz

Das Interview führte: Benedikt W. am 23.05.2011 

Witchtower sind mittlerweile eine nicht mehr wegzudenkende Konstante im Underground der Rhein-Ruhr-Area! Wir haben ein Gespräch mit Gitarrist André geführt. Er erzählt ausführlich vom Bandleben und der Leidenschaft zur Musik.

Benedikt W.: Mahlzeit André! Super, dass du dir die Zeit nimmst, ein paar Fragen zu Witchtower zu beantworten! Witchtower sind nun seit 1998 eine aktive Band! Was hat euch damals motiviert Musik zu machen? Was waren eure Ziele und welche Vorbilder hattet ihr?

André: Warum fängt man an in einer Metalband zu spielen? Ja Rockstar werden und jede Menge Weiber abschleppen hahaha. Zu Beginn waren unsere Ziele überschaubar. Songs schreiben, ein Album aufnehmen und Gigs spielen. Vorbilder gab's ne Menge, aber spielen konnten wir nicht sonderlich viel was dem auch nur annähernd nahe gekommen wäre. VADER, MORBID ANGEL, BEWITCHED, METALLICA und etliche weitere Bands.

Benedikt W.: Heute seid ihr hier in der Rhein-Ruhr-Area eine Institution im Underground mit mehreren guten Releases (zuletzt 2009 "Magnitude Triple 6") und regelmäßiger Live-Aktivität! Habt ihr heute neue Ziele ins Auge gefasst oder seid ihr wunschlos glücklich?

André: Dass sich unsere Band von alleine finanziell tragen kann. Wir in dieser Besetzung weiterhin solange zusammen Musik machen wie es geht. Die Band ist mittlerweile Teil unseres Lebens und es gehört für uns einfach dazu im Proberaum zu sein, Auftritte zu spielen und Songs zu schreiben. Ohne die Band würde uns allen vermutlich etwas fehlen. Witchtower gehört zu meinem Leben.

Benedikt W.: Warum "Witchtower"? Wie seid ihr auf den Namen gekommen und was bedeutet er für euch?

André: Im Prinzip steht hinter WITCHTOWER keine tiefere Bedeutung. Der Name klingt recht gut, ist einprägsam und es gibt auch schon einige Leute die diesen Namen kennen. Ich habe mal etwas darüber gelesen. wie eine angebliche Hexe von einem "Hexenturm" geworfen wurde, dies überlebte und anschließend der Hexerei bezichtigt wurde und verbrannt wurde. Das ist hängen geblieben. Hauptsache es steckt WITCH darin ;o)

Benedikt W.: Von was erzählt ihr in euren Liedern? Gibt es Lieblingsthemen oder sogar ein Konzept?

André: Die Texte werden zum wesentlichen Teil von unserem Sänger verbrochen. Es werden verschiedenste Themen verarbeitet. Tod und Teufel, süffisante und prollige Old School Texte über die beste Musik im gesamten Universum - METAL! Filme und was es sonst so gibt, außer Trolle, Berge, Drachen und so'n Kram. Der Gesang wird letztendlich ähnlich wie ein Instrument betrachtet, allerdings ist der Gesang neben dem Rhythmus das wichtigste an der Musik. Der Gesang ist letztendlich das, woran sich die Leute am meisten erinnern. Somit ist die richtige Phrasierung genauso wichtig wie ein Riff. Es ist nicht so wichtig was gesungen wird, sondern wie!

Benedikt W.: Wie probt ihr und wie arbeitet ihr an neuen Songs? Gemeinsam oder einsam? Seid ihr eher demokratisch oder diktatorisch im Proberaum veranlagt?

André: Das Songwriting ist nicht unbedingt bei jedem Song gleich, aber in der Regel sammle ich zu Hause Ideen und versuche erste Songstrukturen herauszubilden. Die Resultate werden allen Bandmitgliedern online zur Verfügung gestellt, so dass sich jeder schon mal ein Bild machen kann. Manchmal entsteht sofort ein ganzer Song innerhalb kürzester Zeit, manchmal dauert so was auch mehrere Wochen oder Monate. Letztendlich wird der Song aber gemeinschaftlich im Proberaum fertiggestellt. Wobei hier durchaus auch nach längerer Zeit wieder Veränderungen vorgenommen werden können.

Benedikt W.: Was war dein bestes Erlebnis mit Witchtower? An welches Konzert erinnerst du dich gerne zurück?

André: Cool ist auf jeden Fall immer, wenn den Leuten unser Auftritt gefallen hat. Für mich ist es immer das wichtigste, wenn die Leute Spaß vor der Bühne haben, dann gebe ich noch mehr Gas. Und dann ist es einfach geiler, wenn man in einem kleinen Club spielt wo die Leute voll abgehen, als auf einer riesen Bühne zu stehen während gerade fünf Nasen an der Theke abhängen hahaha. Besonders gerne spielt man natürlich mit befreundeten Bands um anschließend in der dritten Halbzeit noch einen zu heben. Auch ist es wirklich ein Erlebnis wenn man im Ausland spielt. So waren unsere Gigs in Dänemark immer ein Highlight für mich. Besonders erinnere ich mich auch immer an Auftritte mit Bands die wirklich nicht aus der Region kommen. Z.B. Terror Squad aus Tokio - Hoffe den Jungs gehts gut und Sie haben das Chaos da hinten gut überstanden.

Benedikt W.: Und was war die schlimmste Situation? Wo ist wirklich alles schief gegangen?

André: In Düsseldorf war bisher unser Horrorgig schlechthin hahaha. Da lief wirklich alles schief. Jedes mal wenn der Kühlschrank hinter der Theke angesprungen ist fielen beide Gitarrenanlagen aus. Außerdem hatten wir an dem Abend vorher tierisch zusammen gebechert. Zum Glück war unser Sänger während des Gigs so schlau und hat das Mikro ins Publikum gereicht, so dass sich das Publikum mit Mutterwitzen erheitern konnte hahaha. Gibt schon ein paar witzige Geschichten. Unserem Bassmann ist mal der Bass zu Beginn des Gigs runtergeknallt. Da war nix mehr zu machen, also musste er sich einen anderen Bass leihen. 5-Saiter hahaha noch nie mit so was gezockt hahaha. Oder Ich habe mal vor einem Gig beim Stimmen der Klampfe meine Gitarre zerlegt und durfte auch mit 'ner fremden Säge auf die Bühne, aber ist gut gelaufen. Dann solche Dinge wie wandernde Bassdrums, so dass sich jemand von uns den Gig über vor die Bassdrum stellen darf. Oder man holt sich jemanden aus dem Publikum, überlässt ihm diese Aufgabe und er verdient sich ein paar Bier dafür hahaha.

Benedikt W.: Man läuft sich ja als Band hier immer wieder über den Weg. Welche Bands aus der Region sind deine persönlichen Favoriten? Hast du einen Geheimtipp auf Lager?

André: Die Szene ist schon wirklich saugut. Es gibt hier echt viele gute Bands, die gerade auch Live überzeugen können. Da wären echt einige zu nennen. Power (R.I.P.), Ravage, Aardvarks, Deathfist, Lindisfarne, Motorjesus, Kingdom of Salvation, Scornage und viele mehr.

Benedikt W.: Ok, zum Schluss das Wichtigste: Was kann man im nächste Jahr von Witchtower erwarten?

André: Einige Gigs, viel Party und eventuell eine neue Scheibe!

 
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