metal.tm Logo
 
 Interview mit Patrick Lindgren von Thyrfing
 
  Das Interview führte Kevin O. am 27.05.2008




Kevin O.: Hey Patrik! Zuerst einmal Gratulation zum neuen Album! Wie fühlt ihr euch nach der Veröffentlichung von "Hels Vite" und welche Erwartungen habt ihr daran?

Patrick L.: Danke! Ich muss sagen, es fühlt sich verdammt gut an, dass das Album endlich fertig und herausgebracht ist. Ich denke, es ist besser geworden als wir es uns erhofft haben und es scheint dass die meisten Leute dem zustimmen. Wenn es um Erwartungen geht glaube ich, all unsere eigenen Erwartungen bereits damit erfüllt zu haben indem wir es fertig bekommen haben und die Art und Weise wie es geworden ist. Alles was danach kommt ist einfach nur ein Bonus...


Kevin O.: Wie lange hat es gedauert, das Album fertig zu bekommen und wo habt ihr aufgenommen?

Patrick L.: Wir haben die Aufnahmen im April begonnen. Wir haben über unserem Proberaum Studio-Einrichtungen wo wir Equipment aufgebaut und die meisten Instrumente selbst und mit Co-Produzent Jörgen Svensson eingespielt haben. Den letzten Schliff und das Mischen haben wir in Jörgens eigenen Tyroon Studio erledigt. So gesehen wurden Aufnahmen und Mix zwischen April und Juli diesen Jahres durchgezogen.


Kevin O.: Erzähl den metal.tm Lesern mehr über den Albumtitel "Hels Vite" und über das Konzept hinter den Lyrics.

Patrick L.: "Hels Vite" kann in etwa als "Die Sühne Hels" oder "Die Strafe Hels" übersetzt werden, wo Hel die Göttin und Herrscherin des Königreichs des Todes in der Skandinavischen Mythologie ist. Die Lyrics sind üblicherweise einfach erdachte Geschichten, oft durch Metaphern ausgedrückt, um sie sowohl für den Schreiber als auch wegen des Gesamteindrucks faszinierender erscheinen zu lassen. Zum Glück teilen wir uns nicht nur ein Hirn, so variiert der Inhalt der Texte abhängig vom jeweiligen Schreiber und dessen Sichtweise und Gedanken.


Kevin O.: Wer ist bei euch für die Lyrics verantwortlich?

Patrick L.: Die Texte des Albums wurden von Jocke, Jens und mir geschrieben.


Kevin O.: Gab es während der Recording-Sessions auch irgendwelche Gastauftritte?

Patrick L.: Ja, Toni Kocmut hat die klaren Vocals und Chöre übernommen. Seit "Valdr Galga" war er bei jedem Album dabei, und wir haben keinen Grund gesehen, diese Tradition zu brechen, obwohl ich denke, dass wir ihn dieses Mal auf etwas andere Art und Weise eingesetzt haben.


Kevin O.: Ihr habt euren Stil in eine etwas atmosphärische und doomige Form des Black / Viking Metals geändert und ich denke ihr habt einen echt guten Job gemacht. Warum habt ihr euch dazu entschlossen, euren Stil zu ändern?

Patrick L.: Es war keine große Entscheidung, die wir da treffen mussten. Während der ganzen Jahre hat sich der Stil Thyrfings auf natürliche Weise Schritt für Schritt geändert, immer den Musikgeschmack und die Einflüsse der einzelnen Bandmitglieder wiederspiegelnd. Aus meiner Sicht gab es die größte Veränderung zwischen "Urkraft" (2000) und "Vansinnesvisor" (2002), auch wenn ich denke dass das neue Werk alles auf ein weiteres Level hebt, obwohl es stilistisch in einer Reihe mit den späteren Alben steht.



Kevin O.: Wurden für das neue Album auch einige besondere Instrumente aufgenommen?

Patrick L.: Nein, zumindest nicht was ich mir denke was du dir unter "besonderen Instrumenten" vorstellst. Wir nutzen das gewöhnliche Rock-Ensemble mit Drums, Bass, Gitarren und Vocals, dazu ein paar Synthesizer und Samples, in der üblichen Tradition Thyrfings - Einfach die Instrumente, die die Leute in der Band offiziell spielen. Wir hatten aber den geheimen Traum davon, auf dem Album eine Säge mit einzubauen, aber leider ist der nie Realität geworden.


Kevin O.: Warum habt ihr Mikael Schelén as Künstler für das Coverartwork ausgewählt, und was soll es im Bezug zum Album ausdrücken?

Patrick L.: Mikael ist ein Freund von uns, und wir wussten dass er talentiert ist und uns das abliefert, was wir wollten. Das Cover porträtiert Tod und Strafe durch Eis und Kälte - eine Art Fegefeuer des Nordens.


Kevin O.: Was denkst du über die deutsche Metalszene verglichen mit der Schwedischen Szene und jenen aus anderen Ländern?

Patrick L.: Ich kann nicht behaupten, völlig up to date zu sein um eine solche Analyse zu machen, aber von einem generellen Standpunkt aus denke ich, dass die deutsche Metalszene in den 80er Jahren stärker war, du weisst schon, mit den ganzen Klassikern... Accept, Destruction usw... Aber es gibt so eine Flut an Undergroundbands, die ich gar nicht mehr verfolgen kann. Das ist in der Schwedischen Szene nicht anders.


Kevin O.: Hörst du dir in deiner Freizeit auch andere Arten von Musik an?

Patrick L.: Ich mag Einiges an normalem Rock und atmosphärischer Musik, aber um ehrlich zu sein ist es die ganze Zeit fast nur Metal oder Hard Rock...


Kevin O.: Was denkst du über andere Schwedische Bands wie Shining, Marduk oder Amon Amarth?

Patrick L.: Ich fand sowohl die letzten Shining als auch Marduk-Scheiben sehr gut. Es gibt in der Tat viele gute und qualitative Bands in Schweden, und die Tradition scheint weiterzuleben.


Kevin O.: Werdet ihr das neue Album mit einer Tour oder ein paar Festival-Gigs im nächsten Jahr promoten?

Patrick L.: Nein, zur Zeit gibt es keine Pläne für längere Touren. Wir sind nun eine "Festival-Band", das waren wir eigentlich schon immer. Hoffentlich gibt es immernoch die Chance, Thyrfingzu sehen, obwohl das nicht "in jeder Stadt, jedes Jahr" sein wird.


Kevin O.: Deine letzten Worte an die metal.tm-Leser?

Patrick L.: Danke für das Interesse und den Support. Ich hoffe, ihr checkt einmal "Hels Vite" an, es ist jetzt über Regain Records draussen. Schaut auch mal bei www.thyrfing.com vorbei, da gibt es die letzten News und Events. Cheers!


  Besucher heute: 368 Statistik   Kontakt   Disclaimer   Impressum   AGB  
(metal.tm beta v0.873)