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Interview mit Tyr und Torturer von Mor Dagor

Das Interview führte: Tino S. am 01.10.2009

Tino S.: Der Black Metal unterliegt seit Jahren einem Auf- und Ab- Zyklus. Momentan, finde ich, ist die Szene doch wieder sehr „untrendig” und wenig angesagt. Wie seht ihr diese Entwicklung?

Tyr: Meiner Meinung nach ist Black-Metal in der eigentlichen Form wie es ihn damals gab kaum noch existent. Was mitunter an dem inflationären Umgang mit Musik in der heutigen Zeit liegen mag. Jede Garagen-Band legt nach Gründung erstmal 'ne Myspace Seite an — stellt sich paar Wochen in den Proberaum — um dann die Musik online unters Volk zu bringen. Ich habe nichts gegen Internet als Werbeplattform — dennoch ist es heutzutage wesentlich einfach an Musik zu gelangen, was meiner Meinung nach der Intensität, Originalität und Individualität der Musik schadet.

Torturer: Die Entwicklung ist mir eigentlich ziemlich egal und ich lasse mich dadurch nicht beeinflussen. Im Gegensatz zu früher würde ich sagen dass sich alles entmystifiziert hat. Momentan ist halt diese ganze Viking/Folk Scheiß angesagt. Mit dieser Bierzelt-Schunkel Musik kann ich nichts anfangen. Aber Trends gehen und kommen. Die Mitläufer verschwinden und springen auf den nächsten Zug auf.
Dank Internet und Homestudio ist jeder Hampelmann fähig eine Band aus dem Boden zu stampfen. So gehen gute Bands in der belanglosen Masse unter.

Tino S.: Was haltet ihr generell von der Deutschen Metal Szene?

Tyr: Deutschlands Metal-Szene ist immer noch die größte in Europa, sowie umsatzstärkste Weltweit. Es ist nur fraglich wie lange es noch neue Veröffentlichungen gibt. Die Problematik die durch illegale Downloads in der Musikbranche entstanden ist, geht leider auch nicht am Metalbereich vorbei. Die Verkaufszahlen sind seit Jahren regressiv, und ohne diese Einnahmen wird es für die meisten Bands/Labels schwierig die Studiokosten zu decken um eine fette Scheibe hinzulegen. Die Szene allgemein erfreut sich zumindest einem sehr aktiven Angebot an Konzerten, Festivals etc — was teilweise leider schon zu einer Übersättigung führt.

Torturer: Die Leute kriegen hier alles an Bands geboten was sie wollen. Das führt zu einer gewissen Übersättigung. Vergleicht man die Konzert-Angebote zum Beispiel mit denen in Amerika. Dort flippen die Leute aus, da viele Bands aus Europa dort nur selten auftauchen.

Tino S. Natürlich darf auch die obligatorische Frage nach euren Zukunftsplänen nicht fehlen.

Tyr: Daraufhin eine obligatorische Antwort: Konzerte und einige Festivals. Dieses Jahr sowie 2010 wird der Live-Performance gewidmet — sowie wird das Songwriting für den Nachfolger von „Mk. IV” nächstes Jahr anlaufen.

Torturer: Ein paar Bühnen niedershredden und neues Material kreieren. Momentan arbeiten wir unseren neuen Gitarristen Infernal ein.

Tino S.: Okay Jungs, das war es auch schon. Ein paar letzte Worte an die Leser von METAL.TM und dann seid ihr auch erlöst.

Tyr: Ich halte es kurz: Admit defeat!

Torturer: ...

Vielen Dank an Tyr und Torturer für dieses Interview und alles Gute für die Zukunft.

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