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 Interview mit Kuschi und Ji-In von Krypteria
 
  Das Interview führte Rocco am 28.05.2008






Rocco: Hallo, ursprünglich wurde eure Musik ja eigentlich als Musical aus der Taufe gehoben und wurde später erst zu einer Band, die auch richtig viele Erfolge feiern durfte. Möchtet ihr mir etwas mehr darüber erzählen?

Kuschi: Unser Gitarrist Chris hatte 2002 die Idee zu einem Musicalprojekt, dessen Geschichte in einer Fantasiewelt namens Krypteria spielte. Wir machten damals ein Album mit einem siebenköpfigen, aus Studio- und Musicalsängern zusammengestellten Cast, das wir im Sommer 2003 vollendeten und aus dem der Song "Liberatio" stammte, der später im Rahmen der Tsunami-Spendenaktion eingesetzt wurde und immerhin mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet wurde.
Zur Aufführung dieses Musicals kam es allerdings nicht. Nun ist solch ein aufs Studio beschränkte Projekt zwar kreativ sehr spannend, auf die Dauer aber doch recht zahm, außerdem fehlte uns nach einiger Zeit immer mehr das Liveventil.
Dann fanden Chris, Frank und ich glücklicherweise in Ji-In den perfekt passenden vierten Mosaikstein, weswegen wir Ende 2004 endlich die Gründung der Band Krypteria feiern konnten. Seither haben wir unser Debütalbum Namens "In medias res" herausgebracht, was zwar in unseren Augen noch nicht den erforderlichen Biss unserer doch deutlich kernigeren Liveshows wiedergibt, ungeachtet dessen aber speziell in Fernost gut ankam, wo sich viele Menschen für die Band erwärmen konnten.Nun wollen wir aber auch auf dem Alten Kontinent nachlegen. Damit das möglichst auch klappt, haben wir unsere wahre Identität nun auf der EP Evolution Principle dokumentiert.


Rocco: Nachdem Sylvia die Band verlassen hat habt ihr Ji-In Cho gefunden, die auch schon in diversen Castingkonzepten dabei war. Wie kam es dazu sie zu finden und als festes Bandmitglied zu integrieren?

Kuschi: Nun, Sylvia war zwar als eine von den eben genannten sieben Studiostimmen auf dem Musicalalbum von 2003 zu hören, aber nie Bestandteil der Band - dementsprechend ist Ji-In in der Tat die erste und einzige Sängerin seit es Krypteria als feste Formation gibt.Also, anno 2004 hatten wir drei Jungs wie gesagt den Drang endlich wieder eine gemeinsame Band an den Start zu bringen. Da uns die doch recht vielschichtige krypterianisch-musikalische Grundkonzeption so viel Spaß bereitete, entschlossen wir uns, eine Sängerin zu suchen, die von ihrer Technik, ihrem Talent und ihrer Präsenz alle Facetten unserer Soundvisionen abzudecken in der Lage sein würde. Da wir inzwischen Ji-In bei einer Auftragsproduktion kennengelernt hatten und sie die mit Abstand professionellste, kreativste und auch charakterlich beeindruckendste Sängerin ist, mit der wir jemals gearbeitet hatten, versuchten wir sie für die Band zu gewinnen und in einem Moment offensichtlicher Umnachtung sagte sie dann glücklicherweise Ja (lacht).


Rocco: Nun ist "Evolution Principle" ja diesen Monat schon erschienen und hat wieder alle Erwartungen erfüllt. Wie fühlt ihr euch damit und wie sind die Resonanzen überhaupt zu der EP?

Ji-In: Ich hoffe, das waren nur gute Erwartungen? (lacht)
Von unserer Seite aus sind wir sehr glücklich darüber, dass wir diese Scheibe so veröffentlichen konnten wie wir wollten, um somit den uns so wichtigen Schritt nach vorne zu machen. Wir können es kaum abwarten, die Songs der EP und unseres kommenden Albums zu spielen und so wie die Resonanzen bisher ausgefallen sind, scheinen wir zum Glück nicht die einzigen zu sein.


Rocco: Auf Krypteria erzählt ihr ja die fantastische Liebesgeschichte von Erik und Melissa. Ist "Evolution Principle" auch so eine Art Konzept oder ist es ein Vorreiter für ein komplettes Konzeptalbum? Und wenn ja wovon handeln die Texte?

Kuschi: Wie der Titel schon andeutet soll "Evolution Principle" in erster Linie den Entwicklungsprozeß, den wir vier als Band in den vergangenen anderthalb Jahren durchlaufen haben, dokumentieren. Allerdings sind die drei neuen Songs "The Promise", "Lost" und "Sweet Revenge" - wie Du schon richtig vermutest - Fragmente einer konzeptionellen Geschichte, welche wie ein roter Faden durch das kommende Album führen wird. Aber wenn ich Dir jetzt schon verraten würde, wovon die Geschichte handelt, müsste ich Dich danach leider töten, sonst würde der Rest der Mannschaft das sicherlich mit mir machen (lacht). Es soll ja eine Überraschung sein, soviel sei aber schon gesagt: Ji-In wird ziemlich viel durchleben und durchleiden müssen.


Rocco: Produziert ihr eure Sachen selber oder holt ihr euch noch einen anderen Produzenten dazu, der etwas mehr Abstand zum Material hat?

Ji-In: Wir arbeiten in der Tat ganz autark. Chris produziert unsere Scheiben, weil er auf diesem Gebiet einfach über unglaublich viel Fachwissen verfügt. Generell kahm uns hier zu Gute, denke ich, dass wir alle vier auf ganz unterschiedliche Erfahrungswerte zurückgreifen können und schon lange Jahre quasi in Studios hausen und außerdem eine ziemlich klare Vorstellung davon haben, was wir wollen. Sicherlich kann ein außerhäusiger Produzent auch den ein oder anderen Vorteil mit sich bringen, die eingespielte und intensive Kommunikation zwischen uns und die Leidenschaft, mit der wir zu Werke gehen, ist aber glaube ich schwer zu ersetzen.


Rocco: Wie war denn euer diesjährige Wacken Auftritt und wie fandet ihr das Festival, da ja dort mehr der Death und Blackmetal noch die Oberhand hat?


Rocco: Wird es auch in Zukunft große Touren geben und was können die Fans von euren Auftritten erwarten?

Kuschi: Jetzt schrauben wir erstmal das neue Album fertig, aber im Dezember gehen wir auf Einladung von Subway To Sally auf Deutschlandtour, dann werden für 2007 hoffentlich ohne Ende Shows und Festivals im europäischen Raum anstehen. Dazu stehen schon Fernost und weitere internationale Gigs auf dem Speiseplan.
Zwar genießen wir besonders die aktuelle Studioarbeit, doch sehen wir uns in erster Linie als Liveband und wollen natürlich gerne dafür sorgen, dass wir diese Einschätzung nicht exklusiv haben (lacht). In jedem Fall verspreche ich Euch, dass Ihr mit Ji-In nicht nur eine außergewöhnliche Sängerin, sondern auch eine unwiderstehliche Frontfrau zu sehen und hören bekommt, und dass eine Band für Euch spielen wird, die mit Leidenschaft und Kawumm bei der Sache ist.


Ji-In: Es war sehr aufregend, weil es unser erster Auftritt dort war und wir das Publikum noch nicht kannten. Vor unserem Gig sind wir natürlich auch mal über das Gelände gegangen und haben uns einige Bands angehört. Mich hat wirklich beeindruckt, wie diese Masse von Menschen so ausflippen konnte und dabei trotzdem friedlich miteinander umging. Das Festival hat sehr viel Spaß gemacht, war super organisiert und als die Leute dann auch noch bei unserem Gig so unglaublich abgingen und zum Schluss sogar nach Zugabe riefen, war es einfach nur perfekt.


Rocco: Ihr wart ja auch schon mit Deep Purple, Alice Cooper und Uriah Heep auf Tour oder habt für sie im Vorprogramm gespielt. Wie fandet ihr es, das solche Ikonen auf euch aufmerksam geworden sind und euch prompt eingeladen haben und wie waren die Konzerte mit den besagten?

Ji-In: Das war echt der Wahnsinn und eine große Ehre für uns. Hätte uns jemand Anfang des Jahres erzählt, wir würden von einer Legende wie Purple für ihren Openingslot eingeladen werden, hätten wir ihn wahrscheinlich einweisen lassen (lacht).
Die Bands und ihre Mannschaften waren auch noch super nett zu uns und weil das Publikum uns auch noch so positiv und begeistert aufnahm, werden wir dieses Highlight sicherlich sehr gern und gut im Gedächtnis behalten.


Rocco: Wie kam es denn Zustande für diverse Fernsehkonzepte die Musik zur Verfügung zu stellen oder wie kamen die Sender auf euch?

Kuschi: Nun, Chris hat eine Produktionsfirma, die auch desöfteren Konzepte fürs Fernsehen entwickelt bzw. von den diversen Formaten und Labels gebucht wird, das hat Chris immer als seinen Broterwerb betrachtet, Krypteria war hingegen immer allein von Leidenschaft angefeuert.
Mittlerweile betreiben wir hier aber alle die reinste Monokultur und so dreht sich alles nur noch um die Band. Was wohl auch ganz gut so ist, denn je lauter die Gitarren bei uns wurden, desto weniger Anrufe der Fernsehtreibenden gingen bei uns ein (lacht), aber warum sollte es uns da besser gehen, als den vielen anderen unserer Kollegen der härteren Zunft?


Rocco: Ihr seid ja sehr große Fans von den 80er Jahre Metalbands. Gibt es auch irgendwelche Bands der Neuzeit die euch faszinieren oder die ihr euch auch so nebenbei anhört?

Ji-In: Im Moment höre ich viel von Edguy, nicht nur weil die tierisch abgehen, sondern auch richtig klasse Typen sind.

Kuschi: Also bei Chris im Auto laufen zur Zeit die aktuellen Scheiben von Nevermore, Tool und die letzte Masterplan, aber das wohl nicht nur aus alter Verbundenheit zu seinem alten Bandkollegen Uli, der ja nun mal echt ein Hammerdrummer ist, diese Fußarbeit, Respekt !
Ich persönlich finde die Wolfmother-Scheibe ziemlich geil und unser Basser Frank hört seit Jahren nur Pippi Langstumpf im Takatukaland. Ansonsten ist es aber schon so, dass die komplett einweisungswürdige, kindliche Begeisterung immer noch am häufigsten bei den alten Klassikern ausbricht.


Rocco: Was habt ihr denn noch so in Zukunft vor, was andere Projekte oder neue Alben angeht?

Kuschi: Wie schon gesagt steht bei uns momentan nur Krypteria auf dem Zettel. Wir arbeiten hart an der Erfüllung unserer Träume und Visionen und glauben auch, dass diese Formation sowohl musikalisch, als auch in der Zusammensetzung ihrer Mitglieder etwas Besonderes hat. Da wäre es doch fahrlässig, wenn man nicht seine gesamte Energie investiert und noch auf anderen Hochzeiten zu tanzen versucht. Dementsprechend schrauben wir jetzt erstmal das neue Album fertig, ehe wir ab Dezember endlich wieder auf die Bühne dürfen. Da wollen wir dann auch ausgiebigst und ausgedehnt Gas geben, so dass 2007 voll im Zeichen der krypterianischen Livekelle stehen wird. Wenn man uns dann immer noch nicht wegsperrt, wird sicherlich auch unsere nächste Scheibe in Angriff genommen, aber erstmal eins nach dem anderen.


Rocco: Vielen Dank für das Interview. Möchtet ihr noch ein paar letzte Worte loswerden?

Ji-In: Der Dank gilt Euch! Wir hoffen, dass Euch unsere EP und das kommende Album gefallen und wir Euch demnächst live möglichst zahlreich beschallen dürfen darauf freuen wir uns schon.


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