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Interview mit Hendrik und Antek von General Chaos

Das Interview führte: Tino S. am 11.01.2011 

Der Braunschweiger Fünfer GENERAL CHAOS hat gerade mit seinem Debüt "Calamity Circus" für viel Wirbel in der deutschen Szene gesorgt. Ihre Mischung aus Schweden Death Metal und Rock'n'Roll ist sicher keine Inovation, dennoch hat des das Quintett geschafft, ihrer Musik einen ganz eigenen Anstrich zu verpassen. Was liegt da wohl näher, als sich mal etwas intensiver mit dieser, im Jahre 2008 und damit noch relativ jungen Band in Verbindung zu setzten und ein kleines Schwätzchen über den Gehörnten und die Welt an sich zu halten.

Tino S.: Hendrik und Antek, erstmal herzlichen Dank, daß ihr euch Zeit genommen habt für uns. Erzählt doch bitte einmal kurz als Einführung etwas über eure Entstehunggeschichte, um auch denen, die euch noch nicht kennen, einen Eindruck von euch zu verschaffen.

Hendrik: Ja also kurz gesagt war es so: Als Flo und ich 2007 noch mit Dew-Scented unterwegs waren, haben wir schon parallel dazu mit Antek die neue Band eingetütet. Wir waren uns einig Henrik und Ercüment als die letzten beiden fehlenden Mitstreiter mit ins Boot zu ziehen. Nach intensiver Einarbeitungsphase war dann das Demo reif und wir haben Black Belt als erstes Video aufgenommen . Unter dem Namen Nemesis Love Cult wurden dann mehrere Konzerte gespielt und nebenbei das neue Album "Calamity Circus" kreiert. Allerdings war nach der Produktion allen klar, dass General Chaos der passendere Name für diese Band ist.

Tino S.: Wie kam es nach einer so langen Zeit zu eurem Abgang von DEW SCENTED? Die Band ist ja im Laufe der Zeit zu einer festen Institution in der deutschen Metallandschaft geworden. Nun habt ihr beide einen Neuanfang gewagt- seid ihr bis jetzt rückblickend zufrieden mit eurer Entscheidung für GENERAL CHAOS?

Hendrik: Auf jeden Fall! Man ändert ja nicht umsonst etwas grundlegend. Das heisst nicht das wir im Bösen auseinander gegangen sind, es war einfach nur so, dass man nach so vielen Jahren Lust verspürte mal etwas Neues zu wagen (etwa so wie mit 'ner Frau haha!). Zu diesem Zeitpunkt hatten wir mit D-S auch noch einige Line-up Probleme, was die Entscheidung letztendlich auch einfacher gemacht hat.

Tino S.: Da man ja leider weder mit traditionellem Death Metal, noch mit Rock'n'Roll jüngere Fans in die Szene ziehen kann, paßt der aggressive Gesang von Ercüment prima und verleiht euch trotz des Old School Sounds einen modernen Touch. Genau diese Mischung macht euch in meine Augen wirklich interessant. Damit ist die Masse der potentiellen Fans umso größer. War das ganze so beabsichtigt?

Antek: Modern my ass! Wir sind zu alt um modern zu sein! Die ganze Sache hat natürlich nichts mit Kalkül zu tun. Wir sind nicht daran interessiert die Hörer mit 100 aneinander geklatschten Riffs pro Song und umme Ecke-Songwriting zu nerven.Wir sehen uns da eher Punkrock mäßig, viel Energie und klare Songstrukturen. Ganz im Sinne von Slayer, Motörhead und den Ramones nur halt eben mit ner amtlichen (Death-) Metal und Hardcore Schlagseite. Unsere Musik ist wie ‘n geilen Burger essen, da packt man ja auch kein Kohlrabi drauf.

Hendrik: Wir kommen halt gerne schnell zum Punkt. Ein amtlicher K.O. Schlag ist besser als ewiges hin und her.

Tino S.: Wie seht ihr eure Chancen in der Szene und was haltet ihr persönlich von der deutschen Metal Szene?

Antek: Die grosse Chance ist doch keinem Trend folgen zu müssen.

Hendrik: Auch wenn man den Satz schon 1000mal gehört hat, wir machen die Musik auf die wir Bock haben. Und wenn´s anderen auch gefällt ist doch Bombe.

Hendrik: Wenn wir soviel wie möglich live spielen können sind wir glücklich.

Antek: Das Touren in Deutschland ist sehr angenehm. Es gibt eine Menge guter Bands und Clubs zum spielen. Ganz zu schweigen von den vielen Festivals!

Tino S.: Wie würdet ihr Skeptiker bezüglich eurer Musik überzeugen, euch zumindest mal anzuchecken?

Hendrik: Wir sind gefährlicher als Freibier!

Hendrik: ...und stinken nach Toast!

Antek: Godzilla bittet zum Tanz!

Hendrik: Eine Platte wie ein Erdbeben, eine Band wie ein Vulkan!

Hendrik: Musik für beide Ohren!

Hendrik: Eine lebenslange Monstertruckshow mit Burgern, Bier und Mädchen!

Antek: Die heiligen 5 Könige mit Metal, Bier und Chaos, die restlichen 2 Getränke dürft ihr euch selber aussuchen.

Tino S.: Eure Vorliebe für Death Metal und Rock'n'Roll haben wir ja nun schon erörtert. Was gibt es in eurer Freizeit sonst noch auf die Ohren?

Hendrik: Didi der Doppelgänger, Inspector Clouseau, die beiden Otto Bücher...

Antek: Haribo.

Hendrik: Das Karl-Dall Buch "Auge zu und durch".

Hendrik: Luis de Funes, Mike Krüger...

Tino S.: Wie wollt ihr in Zeiten von Internet und Downloadportalen, die Fans dazu bringen eure CD zu kaufen? Ihr habt euch ja mit dem Debüt richtig Mühe gegeben.

Antek: Wenn man die Musik richtig mag, kauft man sich sowieso die Platte. So ist das bei uns jedenfalls. Unser Kumpel Fabian Fuhrberg hat ein Atelier gemietet und in liebevoller Arbeit unser Artwork mit Acryl auf Leinwand gemalt. Wir hatten keinen Bock auf diesen digitalen Standard Scheiss oder Burgen und Wälder im Nebel.

Hendrik: Zerhackte Leichen und ausgekotzte Gedärme im dunklen Märchenwald interessieren uns nicht.

Hendrik: Alben legal runterladen ist natürlich auch ok, aber ich persönlich hab lieber Platte und Artwork zusammen in der Hand. So wie früher als man beim Hören jedes Detail studiert hat, z.B. wer wen gegrüsst hat und wer welches Shirt anhatte.

Tino S.: Wie seid ihr auf den Namen GENERAL CHAOS gekommen und was hat es mit eurem Namen auf sich?

Antek: Wir wollten etwas Griffiges, was den Spass an der Musik verdeutlicht. Zweideudigkeiten in Bandnamen sind eh immer cool.

Hendrik: Und alle, die mal was mit Antek zu tun hatten, wissen auch was es mit dem Chaos auf sich hat!

Hendrik: Ja, oder alle die mal in deine Rübe geguckt haben!

Hendrik: ...Oder in Flo's Gitarrentasche.

Antek: Nicht zu vergessen sein Ampcase ohne Griffe!

Tino S.: Wie sehen eure Zukunftspläne aus? Nach den positiven Resonanzen sollte es euch doch den Weg auf Festivals beispielsweise ebnen oder gibt es Tourpläne um euch auch mal live zu bewundern?

Antek: Hendrik und ich werden heiraten.

Hendrik: Dann muss ich mich erst von Flo trennen!

Hendrik: Aber nicht dass ihr dann schwanger werdet.

Antek: Doch! Das Kind soll Waldemarie heissen. Nee mal ehrlich, wir haben enggestrickte Terminpläne, da wir alle arbeiten. Wir konzentrieren uns auf den April und versuchen möglichst viele Festivals zu spielen. Wer uns buchen möchte kann uns gerne über www.myspace.com/generalchaostheband oder GeneralChaosOfficial bei Facebook kontaktieren.

Tino S.: Gut, nun noch die obligatorischen letzten Worte an unsere Leser von METAL.TM und eure Fans.

Hendrik: Erstmal nochmal die obligatorische Eigenwerbung, schaut euch unser Video zu "Black Belt" auf myspace an!

Antek: Finger in Po... Großbritannien!

Hendrik: Lasst euch keinen Mops an die Krawatte nageln!

Tino S.: Danke Jungs für dieses aufschlußreiche Interview und alles Gute für eure gemeinsame Zukunft.

 
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