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 Interview mit Andras zum Album 'Iron Way'
 
  Das Interview führte: Tino S. am 16.03.2009


Seit 15 Jahren sind ANDRAS ein wichtiger Bestandteil der deutschen Black Metal Szene. Mit den Jahren sind die Outputs immer ausgereifter und erwachsener geworden. Der neueste Rundling der Fünf, aus dem Erzgebirge, erzählt auf mystischer Art und Weise alte Heimatgeschichten. Mit Iron way sachen ANDRAS einen großen Schritt in Richtung Pagan und Folk und weg vom Black Metal. Diese gelungene Mischung brachte den Recken viele positive Resonanzen und war für uns einmal Grund, mit ANDRAS über den aktuellen Longplayer und den Metal im allgemeinen zu sprechen.


Tino S.: Hallo Jungs und Gratulation zu eurem neuesten Streich "Iron way", den ich als sehr gelungen empfinde.

Ecthelion: Sei gegrüßt und dank Dir!


Tino S.: Ihr habt durchweg positive Resonanzen dazu eingeheimst. Jetzt wo ihr das fertige Produkt in den Händen haltet, wie zufrieden seid ihr damit?

Ecthelion: Wir halten es nun schon einige Zeit in Händen und sind mit dem Album und auch mit den Reaktionen darauf sehr zufrieden. Es scheint so, als hätten wir doch einiges richtig gemacht bei dem Unterfangen ein weiteres mal unsere Vorstellung von harter und atmosphärischer Musik umzusetzen ohne uns reinreden zu lassen!


Tino S.: Mir gefällt besonders die Ausgewogenheit und der Abwechslungsreichtum. Was ist nach eurer Meinung die wichtigste Neuerung von "Iron way" im Vergleich zu den Vorgängern?

Ecthelion: Auch mir gefällt die geschlossene Wirkung des Albums. Es ist für mich die atmosphärische und musikalische Einheit vom ersten bis zum letzten Ton geworden, die wir uns vorgestellt haben. Die Grundzutaten sind die gleichen wie auf dem Vorgängeralbum "of old wisdom" aber wir konnten eine stärkere kompositorische Reife einbringen und eine wesentlich bessere Produktion fahren. Wir wissen von Album zu Album unsere Vorstellungen von Musik besser umzusetzen und eine Atmosphäre in die Richtung zu erzeugen, wie sie uns vorschwebt. Auch beim Line-Up hat sich wieder etwas getan seit dem letzten Album. Der entscheidendste Punkt dabei ist sicherlich unser jetziger Drummer, Shardik, welcher hervorragend zu Andras passt und dem neuen Album den letzten Schliff gibt.


Tino S.: Wie seht ihr eure Entwicklung seit Bestehen von ANDRAS, musikalisch wie auch textlich?

Ecthelion: ANDRAS hat sich seit der Gründung in den 90iger Jahren stetig weiterentwickelt. Die Anfangsphase war geprägt von der Blackmetal-Welle, in der die großen Bands der damaligen Zeit die bis heute unerreichte Atmosphäre und Authentizität dieser Richtung hervorbrachten. Die ersten Alben wurden damals sehr kontrovers aufgenommen, trugen aber auch zu der damaligen Szene unserer Region und deren Entwicklung bei. Obwohl sich die musikalische Ausrichtung bis zum heutigen Tag enorm weiterentwickelte, steht ANDRAS nach wie vor hinter allen Alben. Schon mit dem Album "Quest of deliverance", auf dem ich selbst noch nicht in der Band war, war die Entwicklung weg vom rohen und simplen Blackmetal mehr als deutlich zu spüren. Als danach Adversarius an den Keyboards einstieg und ich am Gesang dazu stieß, begann mehr und mehr die Ausbildung des jetzigen Stils von Andras. Textlich ist die Anfangsphase ganz klar von okkultistischen und antichristlichen Themen geprägt. Doch auch hier kamen schnell Aspekte von Naturverbundenheit sowie Interessen für unsere Heimat, dem Erzgebirge, zum tragen. Diese Themen haben wir dann bei den letzten zwei Alben zum Grundmotiv des gesamten textlichen Konzeptes erhoben. Allerdings ist die tiefste Ablehnung von jeglichen kirchlichen Dogmen oder gehirnvernebelnden Bibelschwachsinns nie wirklich aus den Texten verschwunden, sondern über die Einbettung in Sagen und Mythen unser Heimat zum Ausdruck gekommen.


Tino S.: Der Pagan und Folk Einfluß auf "Iron way" ist doch ziemlich hoch, wollt ihr damit neue Fans dieser Richtung in euren Bann ziehen oder seht ihr darin eure Zukunft, weg vom Black Metal Image?

Ecthelion: Ich weiss nicht ob man sagen kann, dass ein "Pagan-Einfluss "auf der neuen Scheibe größer oder kleiner ist als zuvor. Wir sehen das mit den Kategorien nicht ganz so wie es oft geschrieben wird. Für uns ist es einfach nur METAL! Wir sind alle dem Ursprungs-Heavymetal früherer Zeiten (und natürlich auch dem Black Metal der 80iger) sehr verbunden, wo noch nicht jedes kleine Einbringen eines neuen Instruments usw. eine neue Stilrichtung hervorbrachte. Mit den Jahren in denen man Musik macht und mehr und mehr einen eigenen Stil findet, merkt man wie unwichtig die genaue Kategorie der Musik wird. Es geht im Endeffekt doch immer nur um die gleichen grundlegenden Sachen beim Metal: man muss mit vollem Herzen dabei sein, die Musik im Blut haben und sich von niemanden in künstlerische Aspekte reinreden lassen.In letzter Zeit werden wir vermehrt in die Paganmetal-Schiene eingeordnet, was uns nicht stört aber wo wir auch nichts aktiv dazutun. Wir haben schließlich auch auf der neuen CD wieder keine einzige Folkmelodie oder diesbezüglich geartetes Instrument benutzt.


Tino S.: Ihr schreibt seit Beginn eures Bestehens auch deutsche Texte, warum kein rein deutsches Album und wie kommt ihr zur euren textlichen Thematiken die ja sehr heimatverbunden sind?

Ecthelion: Wir wollten auf jeden Fall auch auf dem aktuellen Album wieder einen deutschen Titel haben, obwohl wir bevorzugt auf Englisch singen, da diese Sprache sich besser ins musikalische Gefüge einbringen lässt und meiner Art zu singen näher kommt. Das textliche Konzept des Albums dreht sich, wie bereits erwähnt, um Sagen und Mythen des Erzgebirges, womit wir uns eingehend beschäftigen. Quellen dafür existieren genug und nicht selten lassen sich Schauplätze der Begebenheiten auch heute noch aufsuchen um mit erstaunen festzustellen, dass sie von ihrer Faszination nichts verloren haben.


Tino S.: Was sind eure musikalischen Einflüsse und welche Musik hört ihr privat gerne?

Ecthelion: Wir haben einen sehr breit gefächerten Musikgeschmack, der im Prinzip den gesamten Metalbereich (bis vielleicht auf einige neuzeitliche Abarten) abdeckt. Pauschal kann man da keine Aussagen machen, da doch jeder seine Vorlieben hat. Sicher zieht sich eine gewisse Affinität zu alten Helden des Heavy Metal wie Maiden, WASP, Accept oder Dio und des Black Metal a la Celtic Frost, Venom usw. durch die Band aber auch für guten Doom und auch neuerliche Bands wie The devils blood können wir uns begeistern.


Tino S.: Ein riesen Sprung zurück in die Vergangenheit: Wie seit ihr zum Metal gekommen?

Ecthelion: Wir sind wohl alle bereits in früher Jugend mit den ersten Rock- und Metalscheiben in Berührung gekommen. Bei mir war es AC/DC und Priest als ich etwa 12 Jahre alt war und wie es sich für junge Frei- und Querdenker gehört, kommt man von dieser Art von Musik und Lebensgefühl nie wieder los!


Tino S.: Mit einem solch starken Album im Rücken sollte es doch auch möglich sein, live eine größere Präsenz zu zeigen, oder ?

Ecthelion: Das tun wir auch. 2009 werden wir so viel live spielen wie noch nie vorher in der Bandgeschichte. Wir waren nie ein Band die jedes Wochenende live spielt und das werden wir auch nie sein aber mit unserem neuem Label Einheit Produktionen und dem neuem Album im Rücken ergeben sich natürlich neue Möglichkeiten sich zu präsentieren und diese werden wir auch nutzen.


Tino S.: Was sind eure Pläne für die Zukunft?

Ecthelion: Es geht unbeirrbar weiter! Wir arbeiten zurzeit an neuen Liedern und können erneut von einem weiteren Meilenstein für Andras mit dem nächsten Album sprechen. Das neue Material ist für mich sehr vielversprechend. Live sind wir ebenfalls dieses Jahr gut besetzt, so dass derzeit alles zum Besten steht im Hause ANDRAS!


Tino S.:Eine Frage die mich persönlich immer sehr interessiert- Was haltet ihr von der deutschen Metal Szene, besonders der Black Metal Szene, die sich in den letzten Jahren doch ziemlich verändert hat?

Ecthelion: Nun, wir sind keine Moralapostel oder Zeigefingerprediger, die sich anmaßen über andere zu urteilen oder die Szene zu analysieren. Jede Zeit bekommt wohl die Musik die sie verdient und wohin wir im Internetzeitalter und Jedermannsschülerbands kommen kann jeder selbst einschätzen. Aber auch derzeit lassen sich immer noch gute neue Bands finden, die entweder bekannte musikalische Pfade auf ehrliche und authentische Weise beschreiten oder gar innovative neue Wege finden. Was vom Rest übrigbleibt wird sich zeigen.


Tino S.: Wie gefällt euch bis jetzt das neue Metal Portal METAL.TM?

Ecthelion: Ich selbst habe nicht viel Zeit um im Netz zu stöbern aber das Portal sieht vielversprechend aus. Es ist immer gut wenn sich engagierte Leute aktiv für den Metal einsetzen. Über die neuen Medien geht das sicherlich derzeit am effektivsten.

Tino S.: Einige abschließende Worte an eure Fans und die Leser von METAL.TM.

Ecthelion: Danke für Euer Interesse an Andras und die Unterstützung ehrlicher Musik! www.myspace.com/andraserzgebirge


Tino S.: Vielen Dank, daß ihr euch Zeit für dieses Interview genommen habt. Wünsche euch in unser aller Namen alles gute für eure Zukunft und bis zur nächsten Veröffentlichung. Stay true.

Ecthelion: Danke auch Dir/Euch für eure Unterstützung!







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