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Vorbericht:

08.06.2009

Wacken 2009


BildBratwurst, Bier und Bands oder auch mal Stau, Sturzregen und Sonnenbrand?
Wacken ist Wacken. Egal ob es regnet oder scheint. Ein Motto, das nicht mehr bloß Motto ist, sondern sich zur Lebenseinstellung einer enorm großen Metal interessierten Horde etabliert hat, wenn auch nur für mindestens drei, vier Tage im Jahr.

Im Sommer anno 1990 entschloss sich eine kleine Gruppe Anhänger der härteren Musik, im beschaulichen norddeutschen Örtchen namens Wacken ein kleines Festival zu starten. An zwei Augusttagen spielten unter einer Handvoll Metal/Rock Kapellen aus der Umgebung auch die Band Skyline mit einem der noch heutigen Veranstalter Thomas Jensen am Bass, und das vor gerade mal 800 Leuten. Für heutige Wacken-Verhältnisse gefühlt an 2 Händen abzählbar. Mittlerweile hat sich das einst so kleine lauschige Open Air von damals zu dem größten Metal-Festival der Welt gemausert, aber selbst mit seinen über 65.000 Besuchern seine Gemütlichkeit nicht eingebüßt. Eine Gegebenheit die nicht nur der dort heimischen und zuvorkommend freundlichen Dorfbevölkerung zu verdanken ist.

Und so Jährt sich das luftige Spektakel zum 20. Mal und weiß das ganze gehörig mit einem beachtlichen Musikerhaufen (welcher nicht nur die Beschallungsanlage zum beben bringt), vielen neuen Specials und natürlich der imposanten Fan-Meute zu Zelebrieren.
Auch dieses Jahr werden sicher wieder einige neue Wacken-Jünger dem Festival die Ehre erweisen. Doch sollten sich diese tunlichst sinnlose Fragen wie "Wo kann man hier duschen?" oder "Gibt es an den Ständen Mineralwasser?" und "Warum liegt hier eigentlich Stroh?" verkneifen. Im Zweifelsfalle werden diese dann von geübten Festivalgängern, kopfschüttelnd, grunzend und mit einem Schluck Bier zurechtweisend beantwortet (oder eben mit Wurstwasser, wenn man nach ein paar Dosen des wertvollen Guts auch mal einen halben Meter neben den anvisierten Erfrischungs-Zielort greift.).

Zur Geburtstagsparty haben sich einige große Metal Acts in die LineUp-Liste eingetragen. Neben der mittlerweile fast jährlichen Traditionsband In Flames, den Urgesteinen von Motörhead und den Schädeldrehern von Amon Amarth, werden sich Hammerfall, Machine Head, Napalm Death und viele mehr die Bühnen-Türklinke in die Hand geben.
Bei einer (un)offiziellen Umfrage haben sich dennoch viele vom Jubiläumsbilling eher enttäuscht gezeigt. Von einer gedrückten Stimmung kann aber deswegen keineswegs die Rede sein. Schließlich ist das Wacken Open Air viel mehr eine imposante internationale Party auf gesellige Metal-Art und Weise, als eine Ansammlung von Konzerten die man sich zwanghaft ansehen muss. Viele Kumpanen trifft man vorrangig beim grillen, "bieren" und entspannen auf den grünen Zeltgründen an und nicht schweißgebadet Headbangend oder Moshend vor den bemannten Bühnen auf dem Beschallungsgelände. Um auch die letzten Zeltplatzhocker gen Zentrum des Geschehens zu locken, gibt es dieses Jahr wieder neue Specials. Zu dem seit letztem Jahr aktiven Mittelalter Markt, soll zusätzlich ein großes aufwendiges Mittelalterspektakel über die Bühne gehen. In Wikingerdorf und Ritterheerlager werden Rollenspieler des "Wackinger" Stammes, bei actionreichen Highlandgames sich fröhlich eins auf die Mütze, oder besser gesagt "den Helm" geben. Jeden Tag steht ein neues Programm an, welches aus Schaukämpfen und -­schlachten, Waffenshows, Gauklern, Bruchenball Turnieren und anderen sportlichen Aktivitäten, einer Händlermittelaltermeile, natürlich passender Musik und Essen besteht. Auf den 2 Hektar Gelände ist genug Platz zum Austoben für alle da.

Dieses mehr als Umfassende Programm hat den Wacken-Machern wohl trotzdem noch nicht gereicht. Ende Juli halten nicht nur Ur-Europäischen Sportarten Einzug in das "kleine" Dorf, sondern auch eine Moderne Amerikanische. Im "Bullhead City Circus Tent" darf diversen muskelbepackten, eingeölten Scheinkämpfern in knappen, hautengen Kostümen beim fröhlichen Ring-Kuscheln zugesehen werden. Weitläufig ist diese "Sportart" auch unter der Bezeichnung Wrestling bekannt.
Doch eins ist Sicher: Viele männliche Vertreter der Gattung Homo Metallus würden sicher lieber auf ein paar Runden Schlammcatchen der Damen-Meisterklasse ihr laues, sonnenwarmes Bierchen anstoßen.

Natürlich muss man auch dieses Jahr nicht die Möglichkeit eines Privaten Sani-Klos missen. Wers noch bequemer mag hat ebenso wieder die Möglichkeit ein Hotelpaket zu buchen. Aber halt. Mittlerweile kann man ja bloß noch in der Vergangenheit schreiben bzw. reden. Wer jetzt noch kein Ticket sein eigen nennt, steht auch in Zukunft höchstwahrscheinlich ohne da. Bereits Anfang des Jahres prangte auf der Homepage des Festivals der penetrante, signalrote Schriftzug "Sold Out".
Aber wie sagt man so schön? Die Hoffnung stirbt zuletzt. Und zwar in der vom Wackenteam eigens eingerichteten Tickettauschbörse, in der Leidende aus Zeitmangel ihre Karte loswerden wollen und Glückliche ihre Eintrittskarte doch noch erwischen.

Wer bereits die Anfahrt zum Ort des Geschehens plant, kann sich wieder mit dem Metal Travel Bus oder dem Wacken-Train gediegen gen Norden schaukeln lassen, oder sich in der Mitfahrzentrale kontaktfreudige Mitreisende suchen.
Nach dem Verkehrschaos im vorletzten Jahr hat sich beim letzten Open Air bereits viel getan. Das neue Leitsystem wurde von den Organisatoren noch weiter entwickelt und verfeinert und wird uns dieses Jahr (hoffentlich) auch wieder sicher und zügig gen heiliges Wackenland leiten.
Na denn: Hoch die Dosen! Man sieht sich spätestens am 30. Juli. (Autor(en): Saskia Z.)
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