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Kolumne:

11.03.2011

Spiegelkeller - Aus dem Alltag einer Band (3)


BildTeil 3: Minitour mit Konec Leta (Ru)
(Dark7side, Berlin / MAU-Club, Rostock)
04.-05.03.2011


Der Monat März beginnt mit einem gewaltigen Paukenschlag. Am Freitag (4.3.) ein toller Auftritt bei unseren Freunden im dark7night in Berlin und am Samstag (5.3.) zusammen mit Ragnaröek im MAU in Rostock. Die Band Konec Leta aus St. Petersburg hat uns bei diesen Auftritten begleitet. Wir haben sie zu dieser sehr kleinen Deutschland-Tour eingeladen und planen nun eine Reise zu ihnen nach St. Petersburg im November. Irgendwie freue ich mich drauf, auch wenn die Tage mit Konec Leta sehr chaotisch waren und man kaum weniger planlos verreisen kann.

BildAngefangen hat alles schon mit der Anreise. Konec Leta sind mit dem Bus zu uns nach Berlin gekommen, aber das Busunternehmen wollte die Mitnahme der Instrumente nicht zulassen. So ist Konec Leta also ohne Instrumente und ihre Technik zu uns gekommen. Nur die Geige durfte mit (ist ja auch das tollste Instrument). In Berlin war erst mal alles in Ordnung. Wir haben aufgebaut, was gegessen, Soundcheck gemacht und dann schließlich gespielt.
Als es dann schlafen ging, war es bereits 2 Uhr. Es ergab sich ein weiteres Problem. Insgesamt 12 Musiker, sechs von Konec Leta und sechs von Spiegelkeller, brauchten ein Bett. Es gab aber nur Sechs! Naja, wie sich am Morgen rausstellte waren es doch sieben, aber eine "Bettdecke", die da lag wie ein Mensch, hatte dieses siebte Bett belagert. Man muss dazu sagen, dass wir alle sehr müde waren und einige auch etwas getrunken hatten, so dass es zu der Verwechslung kam. Am Ende hat Spiegelkeller aus lauter Gastfreundschaft, der Band Konec Leta die Betten überlassen und selbst auf provisorisch aus Hockern, Stühlen und Bänken gebauten Betten geschlafen.

Am nächten Morgen fuhren wir mit der Bahn wieder nach Rostock. Dort angekommen begann der Stress. Es wurden zuerst Gruppen gebildet. Eine Gruppe fuhr zum Bunker und räumte Technik und Schlagzeug in Autos und schaffte diese dann zum MAU. Die zweite Gruppe, zu der ich gehörte, besorgte ein Auto, damit Konec Leta pünktlich wieder in Berlin sein kann, weil sie von dort wieder nach Hause fliegen wollten. Mir wurde dabei gesagt, dass sie das Auto von 14:30 Uhr bis 7:00 Uhr am Folgetag haben wollten, begründet mit dem Flug. Also machte ich Druck, damit alles so funktioniert, und was kam am Ende raus: Der Flug war noch nicht einmal gebucht. Und wann und ob ein Flieger zurück geht wusste auch keiner. Also endlich wieder in Rostock im MAU - das Auto konnte ich nur in Bentwisch beim ADAC ausleihen, weil woanders nicht mehr gearbeitet wurde um die Zeit - begannen wir wieder mit dem Aufbau und wieder machten wir Soundcheck.



Die Zeit zwischen Soundcheck und Einlass wurde dabei immer kürzer und Ragnaröek war immer noch nicht vollständig da. Alle blieben aber ruhig und um 21:15 Uhr betrat Konec Leta als erste Band des Abends die Bühne. Trotzdem nur sehr vereinzelt der Text verstanden wurde, da dieser auf Russisch war, hatte das Publikum Gefallen an der Musik. Um 22:15 Uhr waren wir schließlich dran! "Let's Rock!" So sprach der Chef und die Gitarre jaulte auf zu ihren ersten Tönen. Mit "Bärentanz" wurde das Konzert begonnen. Die Massen klatschten und pogten und schüttelten ihre Haare im Takt. Da ich auf der Bühne ja praktisch blind bin, hab ich das alles nur sehr verschwommen wahrgenommen - was auch gut ist, so kann ich mich wenigstens ein bisschen konzentrieren.
Und so schnell wie wir angefangen haben, beendeten wir unser Konzert auch wieder. Mit den Melodien von „Goldfisch“ verabschiedeten wir uns. Ich kann nur wieder sagen, das 12 Titel auf der Bühne so schnell vergehen und man eigentlich noch länger spielen möchte, weil es einen Riesenspaß macht, aber auch sehr anstrengend ist.

Basti


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