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Kolumne:

04.07.2012

Meet the Bea(s)t - Ein Metalfest... mit technischen Schwierigkeiten


BildFrei nach dem Motto "öfter mal was Neues" bin ich zum Metalfest Dessau freiwillig überredet worden. Ich mein, bei dem Line-Up fragt man sich zwar, wie der Preis zustande kommt, aber das ist ja sowieso immer so eine Sache für sich.
Nach einer Anreise über die Autobahnen und einer Klischee-bestätigenden Ost-Landstraße, die ohne weiteres die TÜV Tests obsolet macht, ist man dann in Dessau am Ortsschild angekommen. Wo wir auch schon bei dem nahezu einzigen schriftlichen Hinweis auf die Veranstaltung angekommen wären. Man kann dabei eine Menge falsch machen - oder konsequenterweise sie einfach ganz weglassen. Für Letzteres scheint sich die Orga entschieden zu haben. Spätestens beim Check-In war die Verwirrung dann perfekt. Immerhin war ich laut dem Bändchen beim Metalfest-Loreley... Ich hab mich ja schon öfters mal verfahren, aber das wäre dann wohl doch etwas zu viel des Guten gewesen.

Dennoch im richtigen Camp angekommen und nach erfolgreichem Aufbau der Schlafmöglichkeiten, machte man sich auf das Areal zu erkunden. Allerdings sollte man davon absehen die Security-Leute nach irgendwas zu fragen. Hier war alle angetroffenen Bediensteten stets mit Sicherheit nur InKompetent(z) im Einsatz. Es war ja auch wirklich utopisch zu denken, dass sie wissen, was sie da eigentlich genau bewachen. Das schafft Vertrauen. Vertrauen schafft übrigens auch der Vorplatz von der Hauptbühne. Dieser zeichnet sich vor allem durch Bauschutt und Betonplatten aus. Da wird jedem Moshpit-Gänger richtig warm ums Herz und die "Wall-of-Death" bekommt irgendwie dann doch ihre ursprüngliche Bedeutung.

Neuer Tag, neues Glück. Wetter hielt sich noch in Grenzen. Nach ein bisschen Umschauen entdeckte man ein paar unabgedeckte, frei zugängliche Stromverteilerkästen. Ein Schelm wer hier Böses denkt. Komischerweise kam es dann während des Festivals mehrfach zu stundenlangen Stromausfällen. Konnte ja auch keiner damit rechnen, dass es draußen regnet. Regen ist auch so ein Thema für sich. Sobald es Abend wurde und natürlich auch nicht trockener, hätte man das Gefühl haben können, das Publikum wäre die gesammelte Statisten-Mannschaft von Resident Evil in Bestform. Statist war auch die Band MEGADETH, welche nicht nur sprichwörtlich auf sich warten ließ. Naja, vielleicht hatte ihnen einfach auch niemand gesagt dass sie nun dran waren. Nach einer halben Stunde fiel irgendjemandem dann wohl doch auf, dass irgendwie die Band fehlt. Böse Zungen könnten jetzt behaupten, dass sie lieber gar nicht gekommen wären. Denn sie machten ihrem Namen alle Ehre. Die Stimmung, die Leute, die Performance - alles war einfach nur mega tot. Da kann man sich ja nur schlafen legen.

"Technische Schwierigkeiten" war auf jeden Fall der dominierende Satz bei den Bands und Crews. Was bei den ersten drei Bands noch ganz witzig war und durchaus für Lacher sorgte, war hinterher einfach nur peinlich. Vielleicht wurden bei dem Newcomer Wettbewerb ja nicht nur die Bands ausgelost. Man ahnte da Böses.
Wieder aus dem Koma erwacht, dröhnte der Schädel. Nicht unbedingt vom übermäßigen Genuss diverser Alkoholika, sonder eher wegen einer Band, die gerade neben uns spielte (2nd Stage im Zelt). Auch diese machte ihrem Namen alle Ehre. NEXT DAMAGE. Man muss schon irgendwie nen Schaden haben um diesen James Hetfield Klon mit leichten Selbstbewusstseinsstörungen zu mögen.

Am darauf folgenden Tag gaben sich HUNTRESS die Ehre. Die junge Dame klingt ungefähr so als hätte man einer Zweijährigen die Rassel weggenommen und diese müsste dies nun via Mikro kundtun. Da hilft auch kein Oropax mehr. Man könnte allerdings drauf hoffen, dass bei dem vornehmlich aus Männern bestehenden Publikum die Wahrnehmung angesichts der Sängerin irgendwo in die Lendengegend tendiert. Wenn man(n) die anschließende Zeit also nicht zum abreagieren genutzt hat, konnte man den restlichen Finessen der technischen Akustikmeister lauschen.

Fazit: Wenn man das Festival gefunden hatte, über das Wetter, die Organisation, die Technik, das Sicherheitspersonal und teilweise die Bands hinweg sieht, war es schon ein Metalfestival was Seinesgleichen sucht. Ein Glück, haben die Damen und Herren sich ja noch ein paar mehr Versuche gelassen es richtig zu machen. Das hier war jedoch mal so gar nichts.


Mit einem multiplen Sarkasmus verabschiedet sich: M.B.

Bite me, if you can! (Autor(en): Marten B.)
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