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Bericht:

14.10.2013

Wittmund Tankt Metal II - Eine gelungene Fortsetzung


BildAm 27. September 2013 hieß es zum zweiten Mal "Wittmund tankt Metal". Nachdem die erste Ausgabe (wir berichteten) bereits gut angenommen wurde, konnte auch die zweite Runde der Metalreihe im JuZ Wittmund durch eine tolle Stimmung und viele gut gelaunte Besucher überzeugen.

Nach einer Verzögerung beim Soundcheck enterten die Wilhelmshavener Death Metaller von MENTAL KILLING SPREE etwas später als geplant die Bühne, was sich jedoch im weiteren Verlauf nicht negativ auf die Spielzeiten der Bands auswirken sollte.
BildMit an Bord hatten die Jungs zwar ihr neues Album "Centrifuge of Man", dafür fehlte der Mann am Tieftöner. Ein paar Wochen vor dem Auftritt im JuZ Wittmund trennten sich Basser Christian Lommer und MENTAL KILLING SPREE einvernehmlich. Umso respektabler war die Entscheidung der Band, den Auftritt nicht zu canceln, sondern ohne Bassist aufzutreten.

Leider machte sich das Fehlen der tiefen Töne bemerkbar, was zu einem recht dünnen Sound führte, der mit vielen Rückkopplungen zu kämpfen hatte. Das war einerseits schade, hielt das verbliebene Trio um Sänger Timm Krieger, Drummer Jörg Ehmann und Gitarrist Slaw jedoch nicht davon ab, ordentlich Gas zu geben. Kein Wunder, dass bereits nach kurzer Zeit die ersten Haare rotierten. Trotz der widrigen Umstände ballerten MENTAL KILLING SPREE ein ansprechendes Set in die Runde, dem man, abgesehen vom Sound, nur ankreiden konnte, dass die Mannen doch recht statisch auf der Bühne agierten.

Nach einer kurzen Umbaupause war es an den verrückten Wilhelmshavenern / Oldenburgern von HONEY, I KILL YOU, die Masse weiter in Wallung zu bringen. Die Jungs hatten dabei offensichtlich gleich einen ganzen Fanblock mitgebracht, der vor der Bühne ordentlich Stimmung machte. Auch auf der Bühne wurde viel gute Laune versprüht und die Lacher hatte die Band dank Sänger Björn, der ein rosa Kleidchen trug, ohnehin auf ihrer Seite. Auch Bassist Jens, Gitarrist Christian und Drummer Tobias hatten sichtlich Spaß am Auftritt.

BildHoney, I Kill You

Mit viel Energie ballerten die Jungs ihren "Jade Bay Death Metal" in die Runde und wieder flogen einige Haare durch die Gegend. Hier und da machte der Sound noch etwas Zicken, was die eine oder andere Rückkopplung zur Folge hatte, doch alles in allem gab es, was den Sound anging, nicht viel zu meckern.
Obwohl die Stimmung ziemlich gut war, konnte ich mich für die Musik von HONEY, I KILL YOU jedoch nicht wirklich begeistern. Für meinen Geschmack war es dann doch etwas zu rumpelig und holprig, was dazu führte, dass ich mir nach ein paar Songs draussen ein Bier genehmigte und mich mit Roy von FUNERAL WHORE in ein Gespräch über Black Metal vertiefte.

BildPünktlich zu den aus dem fernen Berlin angereisten BELLGRAVE zog es mich wieder vor die Bühne, hatte Kollege Sascha in seinem Review doch viele positive Worte für die Jungs aus der Hauptstadt übrig. Und schnell war klar, wieso das so ist.
Gesegnet mit dem besten Sound des Abends zelebrierten BELLGRAVE ein Set, welches die anwesenden Zuschauer vom ersten Ton weg in ihren Bann zog und die Stimmung förmlich überkochen ließ. Mit ihrem kräftigen Death'n'Roll sorgten die Berliner für viele kreisende Mähnen und einige tanzende Beine.
Die Freude an der Musik und am Auftritt merkte man Sänger und Gitarrist Ulf, Gitarrist Alex, Bassist Rico und Drummer Lars zu jeder Zeit an und für ausreichend Späße und Scherze mit dem Publikum war man sich ebenfalls nicht zu schade. Selbst von einer bereits nach den ersten drei Anschlägen gerissenen Saite ließ man sich nicht aus der Ruhe bringen. Neues Instrument geschnappt und weiter volles Brett nach vorne!
Angesichts solch einer Power auf (und neben ;)) der Bühne kann man nur den Hut ziehen und jedem dazu raten, sich das neue Album "Kindertotenlieder" zu kaufen und die Mannen auf ihrem Weg zu unterstützen.

BildNach dem Auftritt von BELLGRAVE gab es eine kleine Verlosung, deren Hauptpreis ein von allen Bands des Abends signiertes Plakat war. Anschließend ging es mit der letzten Formation des Abends weiter: Niemand geringerem als der niederländischen Underground-Walze FUNERAL WHORE.
Angeführt von ihrem charismatischen Sänger und Gitarristen Roy und dem Blickfang Kellie (Gitarre) ballerten die Niederländer ein saftiges Set bestehend aus groovigem Old School Death Metal in die Menge. Leider zeigte sich das altbekannte ostfriesische Phänomen, dass sich die Reihen zum Headliner lichteten, was die Jungs und das Mädel jedoch nicht davon abhielt, alles aus sich herauszuholen. Insbesondere die Rhythmus-Fraktion um Drummer Nick und Bassist Robin legte hierbei den Grundstein für totale Vernichtung. Es war schon beeindruckend zu sehen, wie viel Energie FUNERAL WHORE tatsächlich auf die Bühne brachten.
Wie gut die Band bei den verbliebenen Metalheads ankam, zeigte sich, als das Publikum zum Ende des regulären Sets noch zwei Zugaben verlangte und eigentlich auch dann noch nicht gesättigt war. Weitere Songs ließ die Zeit allerdings nicht zu, was zwar einerseits schade, andererseits aber für den einen oder anderen Nacken von Vorteil war. Wenn jemand an diesem Abend den Begriff "Nackenbrecher" verdient hatte, dann FUNERAL WHORE.

BildSetlist FUNERAL WHORE:

1. The Bitch Died
2. Camp Blood
3. Force to Die
4. El Salvador Deathsquad
5. Annihilation
6. East Area Rapist
7. The Graveyard Silence
8. Wasteland of Corpses
9. Eternal Genocide
10. Traces of Death
11. Step into Damnation





Fazit:
Auch die zweite Ausgabe der WTM-Konzertreihe ließ sich als voller Erfolg verbuchen. Das gut besuchte JuZ bot den anwesenden Metalheads vier gut aufgelegte Bands, von denen insbesondere BELLGRAVE und FUNERAL WHORE restlos überzeugen konnten. Doch auch bei MENTAL KILLING SPREE und HONEY, I KILL YOU war die Stimmung grandios. Schade, dass die Leute zum Headliner mal wieder nach Hause gingen.
Nichtsdestotrotz war es ein durchweg gelungener Abend, der den Grundstein für eine Fortsetzung der Reihe gelegt haben sollte. Auf das es im nächsten Jahr zum dritten Mal heißt: "Wittmund Tankt Metal"!

Bild
(Autor(en): Malte H.)
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