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Bericht:

20.09.2012

Wacken Open Air 2012 - Metalhead im knusprigen Schlammmantel


BildIn Flames

Den Anschluss machen IN FLAMES, die ja ebenfalls recht häufig auf dem Wacken Open Air anzutreffen sind. Allerdings soll diesmal mit einem Best Of-Konzert aufgetrumpft werden - obwohl ich bisher immer den Eindruck hatte, dass IN FLAMES bei jedem ihrer Wacken-Auftritte ein Best Of abfeiern. Dass noch mehr Hits in einem Set gehen, beweisen mir Anders, Niclas und Co. dann aber doch. Gewohnt beeindruckend präsentiert sich bereits das Intro, das anschließend unter großem Jubel in den Brecher "Cloud Connected" übergeht und schließlich im Licht ein beinahe Bühnendeckenhohes Gerüst offenbart, in dem die Musiker in unterschiedlichen Etagen, bzw. Boxen stehen und abwechselnd beleuchtet werden.

Bild

Die Fotografen, allen voran unser Grabenkämpfer Micha, dürften erleichtert sein als sich die Band zum Song "Trigger" endlich nach vorne an den Bühnenrand bewegt. Mit den mehrreihig angebrachten Scheinwerfer liefern die oder der Lichttechniker ein beeindruckendes Lichtkonzert, das nicht nur den Fotografen, sondern auch uns Zuschauern Tränen in die Augen treibt. Spätestens mit "Only for the Weak" und Anders Aufruf zur großen Jump-Action, den im Matsch feststeckenden Füßen zum trotz, bleibt keiner mehr trocken. Ob durch Schweiß oder die braune Soße, die sich in Stiefel und an Hosenbeinen herunter ergießt. Ein allgemeines Scheißegal-Feeling macht sich breit, was nach so einem nassen Tag auch die einzige gesunde (oder auch ungesunde) Entscheidung ist. "Fear Is the Weakness": Feuerwerk wird gezündet, Anders macht sich einen Spaß mit der vor der Bühne angebrachten, auf Schienen fahrbaren Kamera und fährt zu seiner und zur allgemeinen Belustigung eine Runde darauf mit. Kurze Zeit später bekommen wir uns vor lauter Lachen nicht mehr ein. Micha, der immer noch im Graben stehen darf und Fotografiert, muss schon wieder (!) seine Kamera eine Etage höher reichen. Und zwar an Anders, der erst das Publikum fotografiert und schließlich ein weiteres Portrait von ihm anfertigt. Wieso ein Weiteres? Genau das Selbe ereignete sich auf dem Devilside Festival im Juli in Oberhausen (hier nachzulesen). Spätestens wenn sich die Geschichte noch einmal auf dem 70000 Tons of Metal im Januar 2013 wiederholt, kann der werte Herr also eine eigene Galerie von sich als Fridens Fotomodell an die Wand hängen. Das Gesprächsthema unseres Abends.

BildAnders und das Fotomodel

Der Samstag-"Morgen" begrüßt uns mit Sonnenschein, den alle dankbar in ihren Campingsesseln und dem gerade medizinisch wichtigen Kaffee genießen. Nur der gesamte Untergrund des Fesitvalgeländes zeigt sich nicht beeindruckt von den wärmenden Sonnenstrahlen. Wir überlegen uns jeden Gang sehr gut, denn die Anstrengung die Füße bei jedem Schritt aus dem Matsch zu ziehen und dem Unterdruck unter den Sohlen zu trotzen, ist bereits am dritten Festivaltag kein Zuckerschlecken mehr. So manches Schuhwerk scheint der ungewöhnlichen Belastung nicht standzuhalten. Immer wieder stolpern wir über abgerissene Sohlen die im Schlamm stecken und vermehrt sehen wir Leute, die vorsorglich mit Gaffer-Tape der Stabilität ihrer Fußzierde auf die Sprünge helfen, oder auch um Sneakers mit einer Mülltütenhülle auszurüsten.
Allen Fahrzeugen, mit Ausnahme von Rettungswagen, wird die Fahrt über das Gelände untersagt, auch wenn man zur Vorsicht das eigene Gefährt frühzeitig aufs Trockene bringen will. Nicht wenige treibt die nicht unbegründete sorge um, dass ihre Karre es erst gar nicht mehr über die nächste unter Wasser stehende Wegkreuzung oder auch eine Bodenwelle schafft.

BildDas Infield - Mehr (matschiger) Schein als Sein
(Autor(en): Saskia Z.)
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Kommentare

04.12.2012 12:31 Uhr RedFire
Naja, in dem Camp hielt sich der Muell aber in Grenzen (und er war sogar gesammelt in einer Pavillion-Ecke) und es gab direkte Nachbarn, bei denen es sehr viel schlimmer aussah. Und es besteht ja auch ein Unterschied, ob man jemanden da mal drauf aufmerksam macht, das doch bitte wegzuraeumen, oder gleich mit dem Platzverweis droht. Wie gesagt war das ja auch nicht die einzige Begebenheit in der sich die Ordner durchweg unprofessionell verhalten haben. Fuer dieses Jahr bin ich zumindest extrem enttaeuscht und wenn das in Zukunft haeufiger so laufen sollte, ist es durchaus nicht verkehrt sich nach Alternativen umzusehen.
 
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23.11.2012 11:14 Uhr AnimatismA
Leider gibts in so einem großen "Team" immer schwarze Schafe, die sich dadurch besser fühlen, wenn sie Leuten das Leben schwer machen. Was den Müll im Camp angeht: Ich finds eh total beschissen dass ein großteil der Leute meint, auf Festivals die Sau raushängen zu lassen (Ich entschuldige mich hiermit bei jeglichen Schweinegattungen, für diesen unangebrachten Vergleich). Außerdem ist es früher oder später nicht mehr "der Müll im eigenen Camp", weil der Wind sowas unweigerlich über das Gelände verteilt, und spätestens dann fühlt sich keiner mehr dafür zuständig. Ganz zu schweigen davon, dass der Scheiss die Tage über in den weichen Boden getreten wird, wenn er da länger liegt. Über das Grinsen der Ordner würde ich mich vielleicht aufregen (wegen mangelnder Professionalität) aber nicht wegen der Aufforderung den Müll wegzuräumen. Da haben die mein vollstes Verständnis, weil mich dieser Punkt auch jedes Mal gehörig ankotzt ;)
 
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20.11.2012 17:44 Uhr RedFire
Naja, es zeugt aber nicht gerade von Professionalität, wenn man zunehmen unfreundlich wird und Festivalbesucher drangsaliert. Freunde von mir wurden gezwungen ihren Müll (in ihrem eigenen Camp) aufzuräumen und andernfalls würden sie des Platzes verwiesen werden... Müll aufräumen ja, aber so lange es im eigenen Camp ist, bleibt das doch jedem selbst überlassen. Worst part: Die Ordner standen daneben und haben sich einen gegrinst, während aufgeräumt wurde. Sowas muss echt nicht sein! Dixies, ok, kann man vielleicht nachvollziehen, aber Bands den Strom abdrehen? Was soll sowas? Wie gesagt, einiges ist dem Wetter zuzuschreiben, aber längst nicht alles. Und das Problem wäre auch mit mehr Ordnern nicht behoben, es gab ja genug Leute, nur die Durchführung war Mist!
 
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20.11.2012 11:24 Uhr AnimatismA
Ich glaube da ist es für das Festival tatsächlich reine Glückssache, wenn nur ein Teil der Besucher diese Probleme, auf die du ansprichst, mitbekommt. Ich hab zwar auch jedes Jahr was zu nörgeln, und auch 2012 gabs (wie immer) Probleme mit den Ordnern (plötzlich hat z.B. jeder andere Anweisungen), aber damit habe ich mich auf Festivals, besonders der höheren Größenordnung abgefunden. Ich habe bisher Keins erlebt, wo das alles reibungslos verlaufen ist.
Ich denke mit den Dixiklos hatten die einfach später keine Wahl mehr. Die dicken Reinigungswagen konnten ja unmöglich über das Gelände fahren. Die wären reihenweise stecken geblieben, da würde ich denen zumindest keine Vorwürfe machen, so ekelig das am Ende auch war. Sonst musste ich mich, was Dixis angeht auf dem WOA nämlich nicht beschweren. Und das mit den Drohungen: Die Ordner waren einfach heillos überfordert und hatten sicher gleichzeitig Verantwortung zu tragen. Kein Wunder dass da manche Aggressiv geworden sind. Die haben das gesamte System des Geländes kurz vorher über Bord werfen müssen um mit dem durchnässten Boden klarzukommen. Aber ich muss dir zustimmen, dass da sicher noch einiges besser geht. Nur wenn die noch mehr in die Orga investieren, werden die Preise sowieso wieder teurer, dann beschweren sich doch auch wieder alle ^^
 
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