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Bericht:

10.10.2011

Wacken Open Air 2011 - Die Welt ist klein



BildZu CHILDREN OF BODOM machen wir uns gut gerüstet in Capes und Regenjacken auf den Weg. Entweder scheint sich das momentane Wetter noch nicht ganz rumgesprochen zu haben, oder die meisten der Infield-Gänger sind in der Zwischenzeit nicht mehr zurück zu ihren Zelten gekommen um sich angemessen einzukleiden. Aber was soll auch schon nass werden, wenn man kein Shirt und nur eine Shorts anhat. Der Alkoholpegel erledigt den Rest mit einer „Scheissegal”-Einstellung.
Als CHILDREN OF BODOM schließlich die Bühne entern, kann der Himmel nicht mehr an sich halten und es schüttet wie aus Kübeln. Die Band hat es wahrlich nicht leicht, die flüchtende Fangemeinde beisammen und vor allem bei Stimmung zu halten. Zugegebenermaßen gehören wir auch zu den bequemen Spaßverderbern, die den Rückzug antreten, um im Pressezelt das Konzert von warmem und trockenem Posten aus auf der Leinwand anzusehen.

Einer der Ersten möchte sich auf den Weg machen, um schon frühzeitig mit dem Auto vom noch nicht komplett zermatschten Gelände zu kommen. Wir verabschieden uns, und widmen uns wieder dem Konzert, bis es urplötzlich zur gleichen Zeit laut und leise wird. Leise, weil plötzlich alle Gespräche im Zelt verstummen und laut, weil sich scheinbar die Niagarafälle auf die Planen zu ergießen scheinen. Innerhalb von Sekunden ist es unmöglich den Eingang zu passieren, ohne von einem unaufhörlichem Schwall Wasser begossen zu werden. Wie wir verblüfft mit sicherem Abstand zum Eingang stehen, kommt uns auch schon wieder der eben verabschiedete Kollege entgegen gerannt. Er hat es einfach nicht bis zum Zelt geschafft. Doch sobald er komplett nass im trockenen angekommen ist, ist das Wetterphänomen auch schon vorbei. Aber eins steht fest, die wackeren Zuschauer vor der Bühne brauchen keine Dusche mehr.



Das ganze Ausmaß der Wand aus Regen sehen wir, als wir uns zur True Metal Stage begeben um SUBWAY TO SALLY zu sehen. Das bis vor kurzem noch begehbare Gelände ist einer Matschwüste gewichen. Dieser Menge Wasser wird kein festgestampfter Boden Herr. Und so arbeiten wir uns teilweise auf Zehenspitzen, um nicht vollends zu versinken, zur Bühne vor, in deren Front sich trotz aller Widrigkeiten noch eine eingeschworene Fangemeinde drängt.
Die Band hat schon einige Male bewiesen, dass sie als letzte Band des letzten Tages noch einiges reißen und unerwartete Energiereserven aus den Zuschauern locken kann, durch das Wetter wird nun sogar noch eins oben drauf gelegt. Ein komplett durchnässtes und müdes Publikum zu motivieren, kann ja eigentlich nur ein unmögliches Unterfangen sein, oder? Doch als das Mittelalter Metal Geschwader die Bühne betritt, und die ersten, gigantischen Flammenwände hochzüngeln, scheinen alle wieder trocken und guter Laune zu sein. Es wird getanzt, gesungen und gefeiert. Das Finale ist gerettet.


Subway To Sally

(Autor(en): Saskia Z.)
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Kommentare

11.10.2011 11:39 Uhr AnimatismA
Nörgler gibt es überall, das stimmt. Wobei ich mit solchen Leuten da bislang nur wenig aneinandergeraten bin. Was das Publikum betrifft gibt es da sicher einen großen Festivaltourismus, also Leute, die einfach nur die Sau raus lassen wollen und sich nicht um die Musik scheren. Aber auch die halten sich noch in Grenzen, wie ich finde. Man kann sich speziell über solche Gruppen aufregen, aber da hab ich dann wirklich besseres zu tun ^^

Ich habe auch nicht die sorge dass das Genre bzw. das angeblich größte MF der Welt durchweg kommerziell wird (zumindest mehr als es eh schon ist). Das sind auch nur Phasen die kommen und gehen. Finde der größte Hype in der breiten Öffentlichkeit ist schon wieder vorbei... ist vllt. aber auch nur mein subjektiver Eindruck.

Kann aber durchaus nachvollziehen, dass manche da die Vollkrise bekommen. Aber wie gesagt: Wenn man was besseres zu tun hat als sich über ein paar Hohlköpfe aufzuregen (wie Freunde treffen und Konzerte besuchen, wenn denn welche für einen dabei sind) ist das alles halb so wild.
Und ansonsten: Nicht stressen lassen, abseits der Hauptwege campen (ok, das mit dem Nachbardorf war Pech) und Vollpfosten ignorieren.
 
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11.10.2011 10:54 Uhr AnimatismA
Das ist wohl Geschmackssache Kathi. Auch was die Musik angeht. Für mich ist auch nur noch wenig dabei, aber anderen scheint es ja scheinbar zu gefallen - wieso auch nicht.
Und dass Wacken immer mehr andere Angebote hat, finde ich auch nicht verkehrt. Es muss ja nicht jedes Festival gleich sein. Vor allem solange die Besucher bereit sind, diesen "Jahrmarkt" mit zu finanzieren.

btw: Ich verstehe nicht wieso alle meinen sich über Wacken auskotzen zu müssen. Es wird schließlich keiner gezwungen hinzugehen ;)
 
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10.10.2011 23:52 Uhr RedFire
Ja, unser Zoo war schon eine kleine Berühmtheit. Fand dieses Wacken und vor allem das Line-Up extrem genial und freue mich schon aufs nächste Jahr! ;)
 
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