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Bericht:

05.10.2011

Party.San Open Air 2011




Watain

Mittlerweile ist es Abends kurz vor Neun und ich begebe mich zum ersten Mal an diesem Tag immer noch stark wankend auf das Festivalgelände. Auch der Krieg in meinem Kopf will nicht enden. Egal, denn es stehen WATAIN auf dem Billing. Die Schweden waren zwar gerade erst letztes Jahr auf dem PSOA, dennoch kann man sich das Trio gar nicht oft genug ansehen. Denn gerade die Bühnendeko aus Kerzen, Ketten und umgedrehten Kreuzen ist immer wieder eine Augenweide. Auch die Feuershow unterstreicht das okkulte Image der Nordländer. Musikalisch gibt es ebenfalls eine Besonderheit. So spielen WATAIN nur Songs der ersten beiden Rundlinge "Rabid death's curse" und "Casus Luciferi". Das alleine bringt die schwarzen Seelen vor der Bühne schon in Extase, aber als dann noch "A fine day to die" von BATHORY aus den Lautsprechern dröhnt, bekommt wohl fast jeder einen leicht feuchten Schlüppi. Großartig und von mir aus können WATAIN auch im nächsten Jahr wiederkommen.


Morgoth

Und schon laufen wir auf die Zielgerade ein. Meine Vierte MORGOTH Show für dieses Jahr steht an. Nach einem grandiosen Auftritt auf dem diesjährigen Death Feast Open Air (DFOA) sind meine Erwartungen natürlich hoch. Das Quintett um Marc Grewe zeigt gleich von Anfang an, wo der Frosch die Locken hat und dass sie wieder zu Recht so weit oben auf dem Billing stehen. Die Jungs wirken mittlerweile wieder routiniert und dementsprechend tight agieren MORGOTH auch auf der Bühne. Wirklich geil, auch die leuchtenden Augen von Marc. Einzig die teilweise nervende Frage "Wir sind MORGOTH, wer seid ihr?", die gefühlt nach jedem Song kommt, schmälern das Vergnügen ein wenig. Nichtsdestotrotz spielen sie die gewohnte Setlist mit Songs wie "Suffer life", "Pits of Utumno", "Sold baptism", "Cursed" und "Body Count" und bringen damit die Headbanger vor der Bühne ordentlich zum Haare schütteln. Mich konnten die Jungs wieder voll und ganz überzeugen, auch wenn die Sauerländer nicht ganz an den DFOA Gig anknüpfen können.


Enslaved

Die vorletzte Truppe für den letzten Abend, betritt die Bretter des PSOAs. ENSLAVED aus Norwegen habe ich schon seit Jahren nicht mehr live gesehen. Die Mischung aus traditionellem Black Metal mit Pagan Metal fand ich damals wirklich klasse. Im Laufe der Jahre hat sich das Quintett leider in eine für mich uninteressante Richtung entwickelt und ich habe den Jungs den Rücken gekehrt. Vergebens warte ich auf Songs von meiner Lieblingsscheibe "Frost". Auch die "Eld" wird leider in der Playlist nicht berücksichtigt - wirklich schade. Dennoch bieten ENSLAVED mit ihren neueren Sachen eine solide Show. Der Auftritt ist wirklich gut, auch wenn das ganze mit dem, was sie früher gezockt haben, nicht mehr viel gemeinsam hat. Die Skandinavier sind für mich eh nur ein Pausenfüller zu meinem zweiten persönlichen Highlight des Wochenendes.

Inzwischen fühle ich mich wieder halbwegs okay und das wird auch Zeit. Denn nun ist eine weitere ganz große Band aus Schweden an der Reihe. AT THE GATES haben sich noch einmal entschlossen einige Festivalauftritte zu absolvieren. Die einzige Deutschlandshow gibt es hier auf dem Party.San. Wo, wenn nicht auf der Headlinerposition, sollten die durchgeknallten Helden um Tomas "Tompa" Lindberg spielen. Natürlich kann so eine Band nur mit einem Hammersound existieren und so gibt es für diejenigen, die nach zweieinhalb Tagen Extrem Metal noch stehen, eine grandiose Show mit unglaublich Power zu bewundern. Immer noch gibt es standhafte, die zwar leicht ermattet, die selbige noch kreisen lassen. Bereits der Opener "Blinded By Fear" läutet einen unvergessenen Abend ein. Weiter geht es mit Krachern wie "The Burning Darkness", "Terminal Spirit Disease", "Slaughter Of The Soul" und "Suicide Nation" bis der Gig im erwartungsgemäßen "Kingdom Gone" gipfelt. Ein unglaublicher Auftritt der Schweden, der keine Wünsche offen lässt. Es gibt wirklich Leute, die sich schon auf dem Heimweg befinden - tja, selber Schuld, denn das hier ist definitiv eine der besten Bands, die je hier gespielt haben. Danke an alle Beteiligten, dass ich das nochmal miterleben darf. Mit feuchten Augen verlasse ich nun zum letzten Mal für dieses Wochenende das Festivalgelände.
(Autor(en): Christian T., Tino S.)
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Kommentare

06.10.2011 13:41 Uhr AnimatismA
So unterschiedlich sind die Geschmäcker. Ich finde das letzte Album von Enslaved ist der Hammer (und ihre Entwicklung), und dafür die alten Alben öde
 
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