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Bericht:

05.10.2011

Party.San Open Air 2011




Aborted

"Und nun zu etwas völlig anderem"
NEGURA BUNGET aus Rumänien sind am Start und noch vor Beginn wird klar, dass jetzt erst mal ein anderer Wind wehen wird. Neben der genretypischen Instrumentierung sieht man Panflöte, ein indianisch wirkendes Holzgestell, welches als eine Art Percussion herhalten soll (Kenner dieser Instrumente mögen meine Unkenntnis verzeihen), es gibt Kuhglocken und eine Art Xylophon. Sieht spannend aus...
BildNatürlich geht es bei NEGURA BUNGET etwas ruhiger zu. Die fünf Rumänen, deren Bandname in ihrer Sprache soviel wie "nebliger Wald" bedeutet, bieten eine interessante Spannweite von doomigem und symphonischem Black Metal über chilligen Avantgarde Rock bis zu, ja, ziemlich extremen Death Beats, welche teilweise bis zum Blast reichen. Insgesamt eine interessante Abwechslung zu den Prügelknaben im Vorprogramm. Obwohl die Band bereits seit 1995 existiert, sind sie bis dato völlig an mir vorbei gegangen und so wandert die Notiz "unbedingt was von besorgen" auf meinen Block.

DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT (DNS) um Frontfrau Onielar legen ein ordentliches Black Metal Brett hin, dass auch gut vom Publikum angenommen wird. Nette Bühnendeko mit umgedrehten Kreuzen und Kerzen macht auch optisch etwas her. DNS sind seit 14 Jahren aktiv und eine der großen Black Metal Bands aus deutschen Landen. Richtig schöner Old school Panda Metal.

Als nächstes steht dann ein Schmankerl aus unserem östlichen Nachbarland Polen auf dem Zettel. DECAPITATED habe ich damals auf ihrer ersten Europatour 2000 oder so gesehen. Da fand ich das Quartett noch ziemlich uninteressant, da sie für mich ein reiner VADER Klon waren. Seit dem habe ich die Band aus den Augen verloren. Umso mehr bin ich begeistert, dass die Jungs mittlerweile einen eigenen Stil haben und es verstehen, der Death Metal Meute ordentlich einzuheizen. Geile Show und technisch auf hohen Niveau - super.

Nach einer längeren Umbaupause und einem gefühlt einstündigen Soundcheck betreten die Schweizer TRYPTIKON die Zeltbühne. Wir "Journalisten" sind doch ziemlich erstaunt, als es dann heißt: "Keine Fotos, die Band möchte das nicht"... Ähh, wie jetzt??? Da dröhnt auch schon der CELTIC FROST Opener "Procreation (of the wicked)" aus den Boxen, den ich mir noch angucke, bevor ich mich entschließe zu gehen. TRYPTIKON habe ich dies Jahr schon gesehen und für mich beschlossen, es ist keine Live Band. Und wer keinen Support in Form von Fotos möchte, bekommt auch keinen.

Also beginnt für mich der Feierabend wenigstens früher als erwartet. Auch schön. Da bleibt mehr Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens und es ist ja auch wichtig viel zu trinken, wie uns die Werbung weiß machen will. Na dann mal los.

Die Nacht ist angenehm und ausgeschlafen wecken mich am Freitag Morgen die ersten Sonnenstrahlen. So kann es weiter gehen. Das Wetter ist durchwachsen und meine Hauptbeschäftigung besteht im an- und ausziehen. Mein erstes Frühstück ist schnell eingenommen und quasi nahtlos geht es ins zweite Frühstück über.

Zeitgleich läuft das erste offizielle Flunky Ball Tunier. Da ich dieser "Sportart" noch nie viel abgewinnen konnte, muss an dieser Stelle ein kurzer Blick über die Zelte genügen. Für mich passt trinken und soviel bewegen einfach nicht zusammen, aber das ist meine Meinung. So wie es aussieht, haben die Flunky Ball Mannschaften ihren Spaß und werden von etlichen Schaulustigen lautstark unterstützt.

Die erste Band dieses Tages ist die Schwedische Death Metal "Newcomerband" PUTERAEON, die 2008 auf der Bildfläche erschien. Das Quartett hat sich dem Old school Death Metal verschrieben. Die Band hat für diese Zeit einen Mördersound und reißt auch die letzten Verschlafenen aus dem Koma. Die Jungs sollte man auf jeden Fall im Auge behalten.

Als nächstes ist wieder eine deutsche Truppe an der Reihe. Das Trio TRUPPENSTURM ist nicht unbedingt jedermanns Sache. Es wird ein räudiger true Black Metal zelebriert und wer auf Garagensound steht, ist hier genau richtig. Für mich ist das nix und so verlasse ich schnellstmöglich das Gelände.

Wie true Black Metal klingen soll, zeigen dann die Norweger von URGEHAL. Der Sound ist deutlich besser und die Band zeigt dem geneigten Publikum, warum sie seit 1992 ein fester Bestandteil der nordischen Extrem Metal Szene sind. Leider ist die Spielposition in meinen Augen etwas zu früh gewählt, da ich geschminkte Musiker im Sonnenschein nicht wirklich passend finde. Dennoch kommt hier wohl jeder Fan auf seine Kosten, zumal die Skandinavier nicht allzu häufig in unseren Landen zu sehen sind.

Zeit zum verschnaufen bleibt kaum, denn schon geht es weiter mit SKELETONWITCH. Die Fünf Amis spielen Black / Thrash Metal mit einem ordentlichen Bay Area Einschlag. Live ist das Quintett immer wieder überzeugend und echt eine Macht. Äußerst druckvoll kommen auch die Songs des aktuellen Outputs "Forever Abomination" aus den Boxen und legen alles in Schutt und Asche. Starker Auftritt und ein erstes Highlight des Tages.

"Highlight" ist auch das Stichwort für die folgende Band. DESULTORY aus Schweden brachten Anfang der Neunziger mit "Into Eternity" und "Bitterness" zwei wegweisende Alben im Bereich des melodischen Schweden Death Metals heraus. Leider fiel auch das Quartett dem Death Metal Zerfall Mitte der Neunziger zum Opfer und verschwanden Sang- und Klanglos in der Vergessenheit. Bis man sich im vergangenen Jahr lautstark mit dem Werk "Counting our scars" zurück meldete. Für viele, mich eingeschlossen, ist der PSOA Auftritt DIE Möglichkeit diese Kultcombo endlich einmal live zu sehen. Leider machte den Old School Fans das Wetter einen BildStrich durch die Rechnung. Kaum entern die Vier die Bühne, zieht der Himmel sich zu und öffnet seine Schleusen. Nur die wirklich hartgesottenen bleiben vor der Bühne stehen und feiern DESULTORY gebührend ab. Das haben die Jungs wirklich nicht verdient und sicher haben sie sich ihr Comeback auch etwas anders vorgestellt.

Noch sichtlich vom Regen gezeichnet, warten etliche Metalheads auf die nächste Band des Tages. ABSU aus Texas entern die Bühne und legen gleich ordentlich los. Nachdem gleich zu Anfang meine persönlichen Klassiker "Swords and Leather" und "Highland Tyrant attack" vom 1997er Kultalbum "The third storm of Cythraul" zum besten gegeben werden, gibt es kein Halten mehr. Auch immer wieder schön einen singenden Drummer wie Proscriptor hinter der Schießbude zu sehen - Wahnsinn. So sieht es auch die Masse vor der Bühne.

Zu PRIMORDIAL will auch die Sonne wieder am Start sein, bricht sich majestätisch durch das Wolkengebirge, lässt die Bühne in gleißendem Licht erstrahlen und legt einen feinen Nebel über das Areal. Stimmung perfekt für ein paar irische Pagan Metaller. PRIMORDIAL haben mit den letzten beiden Alben "To The Nameless Dead" (2007) und "Redemption at the Puritan's Hand" (2011) eine riesige Fanschar gewonnen. Sie haben es geschafft mit ihrem sehr eigenständigen Pagan Stil selbst Fans aus dem Death und Black Metal Lager zu begeistern. Daher wundert mich wenig, wie viele es nun vor die Bühne gezogen hat. Nahezu frenetisch feiern sie den gesichtsbemalten Sänger Alan ab, welcher mit seiner schauspielerisch 1-A-Perfomance das Publikum fest in seinen - verzeiht mir die Phrase - "Bann" zieht. Songs, wie das schleppende "Empire Falls" oder das eher tragische "God To The Godless", um mal schnell zwei heraus zu schnappen, werden von PRIMORDIAL perfekt unter die Haut gesetzt.
(Autor(en): Christian T., Tino S.)
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Kommentare

06.10.2011 13:41 Uhr AnimatismA
So unterschiedlich sind die Geschmäcker. Ich finde das letzte Album von Enslaved ist der Hammer (und ihre Entwicklung), und dafür die alten Alben öde
 
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