Metal.tm - Musik Community, Portal & Magazin

  • Seite:
  • 1
  • 2
  • 3
Bericht:

05.07.2011

Metalfest Open Air Germany 2011


Sonntag - 29. Mai 2011:

Nach einer weiteren Nacht die ich im Raumgleiter verbringe, brauche ich erst mal ein paar Dehnungsübungen. Da wir ja glücklicherweise am Vortag noch vorausschauend Einkaufen waren, mangelt es uns nicht an Nahrungsmitteln und wir können frisch gestärkt dem Tag entgegentreten.

Der Sonntag startet früh im Zelt mit den SMOKING HELL BASTERDS. Diese spielen recht groovigen Thrash Metal der etwas verrauchteren Sorte. Das Zelt ist wie üblich zu dieser Zeit ziemlich leer. Schade, denn die Jungs liefern eigentlich eine ganz gute Show ab. Hier und da gibt es noch ein paar witzige Ansagen und nach einer halben Stunde ist diese Aufwärmrunde auch schon vorbei.

Metalfest 2011

Die V8 WANKERS können dagegen auf der Mainstage leider nur hauptsächlich dadurch Aufmerksamkeit erlangen, dass ihr Drummer der Meinung ist sein bestes Stück herausholen zu müssen. Ansonsten gibt es eine befriedigende Rockshow die keinen großen Eindruck hinterlassen kann.

Die EXCREMENTORY GRINDFUCKERS geben sich einmal mehr der Lächerlichkeit Preis. Seien es die peinlichen Kostüme oder die schlechten Texte, das hier ist Komik der untersten Schublade. Dennoch ist es vor der Mainstage ziemlich voll und die Musiker haben wohl auch ihren Spaß und kommen relativ gut beim Publikum an.

KALMAH hingegen liefern eine ordentliche Show ab. Der Sound ist in Ordnung, die Band hat Spaß und performt überzeugend. Bei Songs wie "The Black Walz" geht das Publikum auch schön ab. Ja, bis dato ist es der beste Gig des Tages.

Amorphis @ Metalfest 2011
Amorphis

Nun steht eine Band bevor, auf die ich mich sehr gefreut habe. AMORPHIS spielen gen Sonnenuntergang auf der Mainstage. Zu meiner Überraschung ist das Publikum für eine derart bekannte Band doch recht überschaubar. Wegen technischen Problemen fängt der Gig leider später an als geplant und ist dadurch eben auch kürzer.
Den Anfang macht die Band mit dem neuen Song "Battle for Light" dieser schlägt schon mal ein wie eine Bombe. Ich hätte nicht gedacht, dass das neue Material live so dermaßen überzeugen könnte. BildEbenso verhält es sich bei "My Enemy". Tomy klingt live wirklich genauso genial wie auf Platte. Der kleine Finne mit den Langen Dreads ist hierbei auch voll in seinem Element und hat das Publikum voll im Griff. Auch sein neues Mikrofon macht einiges her. Trotz der undankbaren Hitze wird die Band standesgemäß bejubelt und gefeiert. Fans älterer Werke kommen dann bei "Against Windows" voll auf Ihre Kosten. Bei "Sky is mine" gibt es einen schönen Publikums-Chor der mir Gänsehaut verursacht. Es folgen "Towards and Against" und mit "Crack in a Stone" mein Lieblingssong der neuen Scheibe. Alles wirklich grandios dargeboten von dieser klasse Band, die sehr viel Spaß zu haben scheint. Mit "Silverbride" folgt ein moderner Bandklassiker und ein weiterer meiner Lieblingssongs. Leidlicherweise fangen HELRUNAR in 5 Minuten mit ihrem Gig auf der Tentstage an und so müssen wir dieses tolle Konzert leider etwas früher verlassen.

Als wir am Zelt ankommen ist es überraschenderweise ziemlich mollig gefüllt. Die Band spielt bereits ihren ersten Song und wir bahnen uns außen am Zelt unseren Weg nach vorn. Die Band erschafft eine durchaus dunkle Stimmung, welche den Großteil der Audienz vereinnahmt. Songs wie "Baldr", "Nebelspinne" oder "Unter dem Gletscher" kommen dabei recht gut rüber. Zwischendurch macht der doch schon ziemlich alt wirkende Skald Draugir etwas gekünstelt wirkende Ansagen. Dennoch bietet die Band eine ganz gute Show und verabschiedt sich mit ihrem Evergreen "Älter als das Kreuz". Das Publikum ist begeistert, nur ich wäre im Nachhinein doch lieber etwas länger bei AMORPHIS geblieben.

Nun geht es erstmal auf zum Wagen um die Abreise vorzubereiten. Wir packen die Sachen und finden dabei sogar noch ein nettes BELPHEGOR Shirt.
Es folgt noch ein kurzer Rundgang übers Gelände, vorbei an den Duschschlangen und den meist doch sauberen Dixies, über die, im Gegensatz zum letzten Jahr, viel zu rar gesäten Merchstände hin zur Tentstage.

BildAm Zelt angekommen werden wir von einem beißenden Gestank in Empfang genommen. Es sollte sich herausstellen, dass dieser von den fauligen Tonnen Fleisch, die hinter der Bühne für WATAIN in der Sonne lagern, herrührt.
Von KRISIUN kenne ich im Vorfeld nur die "Southern Storm", doch diese gefällt mir ziemlich gut. Dennoch "warnten" mich einige Bekannte von diesem Konzert nicht allzu viel zu erwarten.
Es stellt sich allerdings heraus, dass diese Befürchtungen vollkommener Blödsinn waren. Denn die Band reißt mit ihrem Set wirklich alles ein. Angefangen mit "Combustion" wechseln sich groovige und ballernde Tracks miteinander ab. Die Death Metal Salven werden vom halb gefüllten Zelt bestens aufgenommen und durch stetiges Headbanging und Gemoshe gebührend gefeiert. Die Kerle aus Brasilien zeigen sich sehr darüber erfreut und beenden das Set mit ihrem Smashhit "Sentenced Morning".

Wie heißt es noch gleich? Das Beste kommt zum Schluss. Zu meiner Überraschung trifft dieser Spruch wirklich gut zum diesjährigen Metalfest, denn auch WATAIN kannte ich bis dato nur marginal. Doch was mir von denen an diesem Abend geboten wird ist nicht von dieser Welt.

Watain @ Metalfest 2011
Watain

Wie bereits erwähnt kündigte sich die Band, durch den beißenden Gestank hinter der Bühne, bereits vor KRISIUN an. So ist es also nicht verwunderlich dass einiges davon nun auf der Bühne zu begutachten ist. Die Umbaupause dauert auch etwas länger als üblich, denn WATAIN haben ziemlich viel Kram auf der Bühne rumzustehen. Dabei machen vor allem die großen Kerzenständer und die Gedärmstative ordentlich was her.
Die Kerzen brennen, die Bühne füllt sich mit dickem Nebel und die Musiker steigen wie aus der Hölle auf die Stage empor. Nachdem man sich etwas bejubeln lässt, wird mit "Malefator" auch sofort purer satanischer Hass in die Menge geschleudert. Die Audienz geht von der ersten Sekunde an steil und WATAIN bereiten die Hölle auf Erden. So auch bei "Storm of the Antichrist" und "Devils Blood", bei dem mein Kollege Patrick im Fotograben einen Klecks Schweineblut auf den Kopf bekommt.

BildSänger Erik Danielsson wirkt wie besessen und ist voll in seinem Element. Seine intensiv, schweißtreibende Bühnenshow wird von diversen Pyroeffekten unterstützt. Diese kommen vor allem beim großartigen "Sworn to the Dark" und "Rabid Death's Curse" super zum Tragen. Es ist einfach unglaublich, was für eine unheimlich intensive Atmosphäre von diesen Musikern verbreitet wird. Selbst der Geruch hat eine ganz besondere Bedeutung. Zum Glück ist dieser nicht mehr so krass intensiv wie noch vor der Show, aber dennoch trägt er seinen Teil zum Gesamtpaket bei. Mit "Total Funeral" folgt ein Song der letzten Scheibe "Lawless Darkness" welcher live nochmal mindestens 10 mal besser kommt.
Nach ca 75 Minuten bildet mein persönlicher WATAIN Favorit "The Seventh Challice" das Ende eines unglaublich intensiven Konzerts. Wahrscheinlich eines der besten auf denen ich jemals war.

Noch in der späten Nacht begeben uns wieder auf die Heimreise durch Zeit und Raum. Dabei werden wir gar wegen Drogenverdacht von der Burger Polizei aufgehalten, Klischee ahoi! Zum Glück verfahren wir uns nur ein paar wenige male und kommen dann nach ca. 3 Stunden in unseren heimischen Gefilden an.

Dieses Festival war rückblickend ein voller Erfolg. Bedauerlicherweise kann ich aufgrund meiner Ausbildung dieses Jahr nicht wieder hin.

www.metalfest.eu
(Autor(en): Kevin G.)
  • Seite:
  • 1
  • 2
  • 3
Tags:

Kommentare

Diese Kommentare im Forum anzeigen.    
Gastkommentar schreiben
Gastkommentare werden nach Prüfung freigeschaltet.
 

Anzeige

Facebook-Kommentar

 
 Besucher heute: 477    
(metal.tm beta v0.874)