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19.06.2012

Metalfest Germany East 2012 - Zwischen Wind, Wetter und Heavy Metal


Samstag, 02.06.12

BildDie letzten Tage kursierten bereits diverse Gerüchte, aber erst heute kristallisierte sich heraus was es damit auf sich hatte. Die Symphonic Metal Band KRYPTERIA sollte heute ausfallen und für einen Ersatz war auch nicht gesorgt. Stattdessen verlängerte man einfach die Spielzeiten der anderen Bands ein wenig, so dass die Umbaupausen nicht zu lange werden würden und man spätestens zu STEELWING um 15:35 Uhr wieder im Zeitplan war. Darüber freuten sich besonders die Jungs von STRYDEGOR für die es als Newcomer eine ganz besondere Ehre war, die Main Stage am heutigen Tage eröffnen zu dürfen. In einem Interview von Kalle-rock.de, dem ich freundlicher Weise beiwohnen durfte, hatte ich bereits einen kleinen Einblick in die Musik der Hagenower erhalten können und war nun gespannt, wie sich die junge, sympathische Band auf der Bühne präsentieren würde. Schon bald sollte sich herausstellen, dass dies eine sehr gute Entscheidung war. Der Viking Metal dieser Kombo strotzt nur so vor Kraft, ganz besonders die tiefen Growls von Sänger Florian Kunde. Außerdem überzeugten die Drei mit einer unglaublichen Spielfreude und Bühnenpräsenz. Als Florian sagte, dass sie voller Bewegung wären und es bei ihnen keine Langeweile gebe, hat er definitiv nicht untertrieben. Diese Band ist live ein absoluter Genuss und ich sage ihnen eine rosige Zukunft voraus - Potenzial haben sie allemal.

BildDeath Angel

Da KRYPTERIA ausfielen und mich HEIDEVOLK und STEELWING nicht sonderlich interessieren, wagten wir uns mal zur Second Stage um uns THE OUTSIDE anzusehen, die kurzerhand als Ersatz für NAILED TO OBSCURITY eingesprungen sind. Leider wollte mich diese Band von Anfang an überhaupt nicht packen, weswegen ich frühzeitig gegangen bin und deshalb nichts weiter zu dieser Band sagen kann. Also gönnten wir uns stattdessen wieder eine längere Pause vor dem spätnachmittaglichen Bandmarathon auf der Main Stage. Dort fanden wir uns pünktlich zu DEATH ANGEL wieder ein. Meine erste DEATH ANGEL Show und sie haute mich total vom Hocker.
Die Jungs waren bester Laune und voller Spielfreunde, die Fans trotz des Wetters ebenso und überall sah man wirbelnde Haare - so sollte ein gutes Thrash-Konzert sein! Später erfuhr ich auch den Grund für die gute Laune der Amerikaner: ihre Gitarren waren abhanden gekommen und so mussten sie auf dem vorherigen Konzert mit fremden Gitarren auftreten. Heute hatten sie ihre Gitarren jedoch endlich zurück und umso mehr Lust, sie ihren Fans zu präsentieren.

BildAnschließend wurde es wieder melodischer, denn die Schweden von DARK TRANQUILLITY betraten die Bühne. Sänger Mikael Stanne war bester Laune und grinste freundlich ins Publikum, als das Sextett seinen Auftritt mit "Terminus" eröffnete. Leider verflog dieses Grinsen kurzfristig, als beim zweiten Song "In My Absence" die Technik versagte. Die Fans und auch die Band nahmen diese kleine Panne aber mit Humor und feierten sich währenddessen gegenseitig.
Nach dieser kleinen Unterbrechung ging es relativ schnell weiter und DARK TRANQUILLITY legten eine geniale Show voller Spielfreude hin. Mehrfach wurde sich bei den Fans bedankt, für die Unterstützung und das Verständnis und beim finalen Song "The Fatalist" waren dann doch alle zufrieden - mehr als das, der Auftritt war, trotz Panne, einfach klasse.
Direkt im Anschluss folgten ENSIFERUM, eine Band auf die wohl viele gewartet hatten, denn trotz des schon zahlreichen Publikums bei DARK TRANQUILLITY füllten die Reihen sich weiter. Natürlich kamen die Finnen nicht an die Zuschauermengen der glorreichen KREATOR ran, aber dennoch sah das für einen früh-abendlichen Auftritt ganz ordentlich aus und die darauf folgende Show nahm wohl jedem Kritiker den Wind aus den Segeln. Es gab feinsten Viking Metal der Extraklasse auf die Ohren und die Fans waren begeistert. Mitsingchöre, Headbanger, Moshpits, alles was das Wikinger-Herz so begehrt, war vorhanden - die Stimmung konnte besser nicht sein. Leider schlichen sich auch hier technische Probleme ein, doch Fans und Band überbrückten diese gekonnt. "From Afar" und "Lai Lai Hei" sorgten für gute Laune und bei "Iron" waren die Fans gar nicht mehr zu halten. Ich stand frierender Weise mitten in der Menge, aber auch meine Haare flogen durch die Luft.

BildNach ENSIFERUM beschlossen wir uns MYSTIC PROPHECY auf der Second Stage anzusehen. Unsere Fotografin pflegt gute Kontakte zu dieser Band und so kamen auch wir in den Genuss etwas mit den Jungs ins Gespräch zu kommen. Allesamt nette Kerle und sehr engagiert. Wie sich herausstellte, legten sie auch einen soliden Auftritt hin, dem leider dank FEAR FACTORY nicht ganz so viel Beachtung geschenkt wurde. Dennoch hat uns der Auftritt gefallen und wir wünschen ihnen auch weiterhin viel Erfolg.
Das war leider auch unser letztes Konzert, denn aufgrund von Krankheit mussten wir das Gelände vorzeitig verlassen. Schließlich lagen ja auch noch vier Stunden Heimfahrt vor uns. Dadurch haben wir unter anderem IN EXTREMO und AKREA verpasst, auf die ich persönlich sehr gespannt gewesen wäre, aber vielleicht bietet sich ja auch ein anderes Mal noch eine Chance, diese Bands live zu erleben - Gesundheit geht in diesem Fall einfach vor.

Abschließend kann ich sagen, dass mir das Metalfest in Dessau generell ganz gut gefallen hat. Zwar sind Dinge wie Ausschilderung, Organisation und sanitäre Anlagen noch verbesserungswürdig, aber dafür wird man an anderen Stellen wieder entschädigt. Fairer Weise muss man auch dazu sagen, dass die Organisation nicht alleine am Team in Dessau hängt und es da auch massive Kommunikationsprobleme gegeben zu haben scheint, einige Tagesbändchen kamen zum Beispiel viel zu spät an. Außerdem hat das Wetter dem Festival übel mitgespielt, Strom- und Technik-Probleme sind wohl zum Teil auch darauf zurückzuführen. Dafür hätte man das Geröll vor der Main Stage aber durchaus wegräumen und so einige Unfälle vorbeugen können - besonders gefährdet waren hier Crowdsurfer und natürlich auch die Moshpit-Gänger. Auch die Ausschilderung ließe sich mit Sicherheit verbessern. Dennoch vielen Dank, dass wir dieses Festival besuchen durften und auch ganz besonders an den freundlichen Empfang, trotz Verspätung.

BildMystic Prophecy
(Autor(en): Bianca P.)
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