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Bericht:

31.10.2014

Meltdown Festival 2014 - Die Metalparty des Jahres


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Am 6. September 2014 war es wieder so weit - das beliebte Meltdown Festival öffnete seine Tore um die Metalparty des Jahres steigen zu lassen. Wie schon im letzten Jahr fanden sich auch dieses Mal wieder über 700 Gäste ein, welche zusammen mit den insgesamt 130 Crew- und Bandmitgliedern die Freiheit in Schleswig rockten. Somit konnte das diesjährige Meltdown an den Erfolg vom Vorjahr anknüpfen und sich auch weiterhin in der Szene etablieren.

BildVioland

Im Gegensatz zum letzten Jahr, fing das Festival diesmal eine Stunde früher an. Schon ab 14 Uhr konnten sich frühe Vögel auf dem Platz einfinden, um noch das ein oder andere Bierchen zu genießen, das Grillbüffet zu testen oder den Merchstand zu besuchen, bevor um 15 Uhr die erste Band VIOLAND die Hauptbühne eröffnete.

BildMit reichlich guter Laune starteten die Flensburger mit ihrem Kick-Ass Rock 'n' Roll durch und motivierten erste Metalheads zum Saufgelage. Immer wieder rief Sänger Sebastian Grigat zum Konsum von "Electrolyten" auf und tankte selbst auch eine beachtliche Menge. Noch dazu fegte er über die Bretter wie ein wildes Tier und ließ es sich auch nicht nehmen dem Publikum einen kleinen Besuch abzustatten. Die anderen Bandmitglieder überzeugten ebenfalls mit sichtlicher Spielfreude und als die Jungs dann schließlich ihr "The Wall" Cover rausholten, hatten sie die Menge endgültig in der Tasche. Alle sangen fröhlich mit und ein paar ließen sich vor der Bühne sogar zum tanzen hinreißen. Ein klasse Auftakt für einen genialen Festivaltag!

Weiter ging's im Gebäude 35 mit ADDICTION. Die Lübecker spielten eine geballte Ladung Death Metal, die auch den letzten Metaller zum Schwitzen brachte - was nicht allzu schwer war, da es im Gebäude 35 unglaublich warm und teilweise auch verdammt stickig war. Egal, ein richtiger Metalhead trotzt halt nicht nur Wind und Wetter sondern auch sämtlichen Indoor Strapazen. Somit fand sich bereits eine beachtliche Menge vor der "Stage 35" ein und zollte der Band Tribut. Die Jungs legten sich zum Dank ordentlich ins Zeug und bewiesen warum sie auf dem diesjährigen Meltdown auf keinen Fall fehlen durften.

BildNach diesem schwitzigen Spektakel war ich froh mich wieder nach draußen begeben zu können, wo die Kieler-Hardcore Fraktion TYSON, gerade die Bühne betrat. Inzwischen hatte sich der Zeitplan um ca. 10 Minuten nach hinten verschoben, was nicht weiter schlimm war, da so auch weiterhin Bandüberschneidungen vermieden werden konnten und was sich im Fall von TYSON sogar als glücklicher Zufall erwies, da die Band aufgrund von Verkehrsbehinderung später als gedacht eintraf. Egal, denn sie schafften es ja rechtzeitig auf die Bühne und lockten das anfangs recht verhaltene Publikum nach einer Weile doch noch aus der Reserve. Der Moshpit vor der Bühne konnte sich zumindest sehen lassen und auch kleine Pannen (Gitarrist Pierre ist eine Saite gerissen) konnten die Stimmung nicht mehr kippen.

Auf den nächsten Auftritt freute ich mich ganz besonders und wagte mich trotz der zunehmenden Sauna-Atmosphäre wieder in das Gebäude 35. Dort spielten OBSKURA auf, die mit einem eigenwilligen Mix aus Oldscool Thrash und Death überzeugten. Sänger Murphy legte sich mächtig ins Zeug und fragte das Publikum mehrfach "Ist euch auch so warm"? Die größte Überraschung war aber wohl die von der Band mitgebrachte Sirene, die nicht nur für große Augen sondern auch für ohrenbetäubenden Lärm sorgte. Ein nettes Gimmick, was den Zuschauern wohl auf jeden Fall im Gedächtnis bleiben wird. Insgesamt Top Auftritt voller Spielfreude - gerne jederzeit wieder.

BildObskura

Draußen liefen derweil die Vorbereitungen für RAMPAGE auf Hochtouren. Die Schleswiger Bandhaus-Urgesteine und Meltdown-Mitbegründer haben sich mittlerweile eine ordentliche Fanbase erspielt und sind immer wieder für Überraschungen gut, wie sie auch diesmal wieder bewiesen. Als erste und bisher einzige Band auf dem Meltdown Festival ließen sie es mit Pyros krachen. Das ließ nicht nur die Fotografen im ersten Moment zusammenzucken, sondern zauberte auch malerische Effekte, die die beliebten Songs der Schleswiger unterstützen. Das war aber noch lange nicht alles. Neben reichlich guter Laune und jeder Menge Spielfreude drückten RAMPAGE ihre Dankbarkeit gegenüber den Fans mit mitgebrachten Kurzen aus, die sie ans Publikum verteilten. Wiedermal ein gelungener Auftritt, der Lust auf mehr macht!

BildRampage

Als nächstes gab es auf der Stage 35 melodischen Death Metal aus München. Die sympathischen und ein wenig verrückten Jungs von HAILSTONE sind bereits am Freitagabend angereist und haben den Abend feuchtfröhlich mit der Crew ausklingen lassen, wie man mir berichtete. Trotzdem waren die vier am Samstag topfit und freuten sich riesig auf ihren Auftritt. Nachdem dann auch Sänger Daniel endlich eingetroffen war (er musste für eine Klausur lernen und kam deshalb erst am Samstag), stürmten HAILSTONE voller Freude auf die Bühne und wussten es das Sauna-geplagte Publikum zu begeistern und trotz der Hitze zum Mitbangen zu motivieren. Ein gelungener Auftritt von unseren Gästen aus dem Süden, oder wie man in Norddeutschland auch sagt "dem Ausland". ;) Ausland ist auch ein gutes Stichwort für die nächste Band WOSLOM, welche wohl die mit Abstand längste Anreise hatte.

BildHailstone

Die brasilianischen Thrasher aus Sao Paulo, hatten bereits im letzten Winter das Vergnügen die Schleswiger Metalgemeinde von ihrem Können zu überzeugen und konnten anscheinend nicht genug von Deutschland bekommen. Die Schleswiger aber auch nicht von ihnen, denn das Getümmel und Gedrängel vor der Bühne war riesig. Als ich dann aufgrund eines kleinen Regenschauers (der bereits beim ersten Song einsetzte) meine Kamera in Sicherheit bringen musste, gab es hinterher keine Chance mehr vor der Bühne zu kommen, somit gibt es leider kaum Fotos von den wilden Brasilianern.

BildMusikalisch überzeugten sie aber auf ganzer Linie und machten mit "Flag of Hate" eine große Verbeugung in Richtung Deutscher Old School Thrash. Hinterher mischten WOSLOM sich unters Volk und fanden besonders an klassischem "Cola-Korn" Gefallen. Ob sie wohl die wenigen deutschen Sätze, die wir ihnen beibrachten beim nächsten Mal noch beherrschen? Anyhow, WOSLOM love Germans. Or at least, that's what they told me. Geile Nummer und jederzeit gerne wieder!

Abgesehen von dem kleinen Schauer bei WOSLOM blieb es zum Glück den ganzen Abend trocken und so stand der Feierei nichts mehr im Wege. Nach dem großartigen Auftritt der Brasilianer ging es im Gebäude 35 ebenso großartig weiter, denn die Melodic Death-Doomer von NAILED TO OBSCURITY boten für mich die Überraschung des Abends. Obwohl die Band mir bis dato nicht ganz unbekannt war, hatte ich noch keine Gelegenheit mich intensiver mit ihnen zu befassen - das muss nun unbedingt nachgeholt werden! Die Essener spielten einen Hammergig und zogen mich absolut in ihren Bann, da machte mir auch die Hitze nichts mehr aus. Die ganze Atmosphäre, die Ausstrahlung, die Fans - alles stimmte und passte absolut zusammen. Die Essener haben jede Menge Talent und den Co-Headliner Platz auf dem diesjährigen Meltdown mehr als verdient. Eine großartige Band die man auf alle Fälle im Auge behalten sollte.

BildNailed to Obscurity

Anschließend boten die kurzfristig für PARAGON eingesprungenen ALPHA TIGER einen krönenden Abschluss auf der Hauptbühne. Der Platz vor der Bühne war ähnlich wie bei WOSLOM gut gefüllt und die Sachsen absolvierten einen soliden Auftritt mit einer geballten Ladung Heavy Metal. Einen besseren Ersatz für PARAGON hätte man in der kurzen Zeit wohl kaum finden können - Daumen hoch dafür. Die letzte Band FROST verpasste ich dann leider, weil mir nach diesem langen und ereignisreichen Festivaltag doch so langsam die Augen zu fielen.
BildSomit boten ALPHA TIGER einen gelungenen Abschluss für mich und ich freue mich schon riesig auf 2015!

Fazit: Das Meltdown Festival 2014 war für mich ein voller Erfolg. Besonders musikalisch bin ich extrem positiv überrascht. Alle Bands spielten auf extrem hohem Niveau und für mich war kein einziger Ausfall dabei. Normalerweise gibt es ja immer ein oder zwei Bands, die einem nicht zusagen - dieses Mal kann ich nichts derartiges behaupten. Auch die Crew muss an dieser Stelle nochmal gelobt werden. Die Organisation hat sich im Gegensatz zum letzten Jahr nochmal deutlich verbessert und der einzige Kritikpunkt wäre die zwar vorhandene, aber leider schlecht sichtbare Beschilderung. Alle Teammitglieder waren sehr freundlich und kompetent und auch das Backstage Catering konnte sich sehen lassen (super, dass es auch hier eine vegetarische Alternative gab). Insgesamt eine gelungene Fortsetzung der letzten Jahre und ich bin gespannt, was 2015 auf mich zukommt. (Autor(en): Bianca P.)
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