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Kolumne:

12.04.2012

Meet the Bea(s)t - Von Seekrankheiten und anderen Hirnaussetzern


BildIch hab' mir gerade mal das neue Running Wild Album reingezogen - wobei (lang)gezogen wohl der richtige Begriff ist, weil ich schon nach dem ersten Lied dachte wie lange das noch dauert.

Die Piratenmusiker des schwer-metallischen Stils bewegen sich irgendwo zwischen Blei und Nickel und nicht (wenn man dem Promotionstext glaubt) irgendwo zwischen Platin und Gold. Letzteres scheint die Landratten der Freibeuter auch nicht sonderlich zu interessieren. Die Songs glänzen auf jeden Fall nicht sonderlich durch Tiefgang, haben aber definitiv einen vermeintlichen Wiedererkennungsfaktor. Man ist einfach der Meinung, dass man die Lieder schon irgendwie mal gehört hat. Zumindest kamen mir nach dem dritten Lied leichte Déjà-vu Erscheinungen.

Ein Geist muss allerdings nicht erscheinen, um zu erkennen, dass trotz eines Liedes über einen transsilvanischen Mitbürger, das Thema ziemlich ausgelutscht ist. Es regt zumindest zum Trinken (wenn auch nicht unbedingt Blut) an. Anders kann man das ganze Album auch nicht sonderlich ertragen.
Running Wild waren ja schon immer für ihre gesellschaftskritischen Texte und rüttelnden Aussagen bekannt. Wer Running Wild hört, hört Musik die in ihrer Substanz soviel Gewinn für die Menschheit ist, dass sie langweiliger nicht sein könnte.
Die Seifenblasenaufschlitzer durchqueren in diesem Album seichtes Gewässer und meiden jeden härten Seegang. Das Ergebnis sind Piraten mit guter Laune, dessen Übelkeit nicht durch Seekrankheit sonder wohl eher nächtliche Gelage hervorgerufen wird.
Wenn die Angabe hinten auf der Bierflasche eine Spannungsangabe wäre, hätte diese zumindest mehr als diese Lieder Kollektion. Aber die Söhne der sieben Weltmeere haben es ja eh nicht so mit Strom. Mitreißend wie eh und je präsentieren sie Belanglosigkeit auf silberne Wannabe-Frisbees gepresst. Um also den Liedern den genügenden Schwung zu verleihen öffnet man den nötigen Behälter oder ein Fenster und setzt den Quietscheentenkasper an seinen bestimmten Platz.


Mit einem multiplen Sarkasmus verabschiedet sich: M.B.

Bite me, if you can! (Autor(en): Marten B.)
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Kommentare

25.05.2012 10:35 Uhr Sturmgeweihter
So ist das mittlerweile bei der Piraten-Thematik. Es ist ausgelutscht, obwohl es da noch mehr Möglichkeiten gäbe, die Sache auszuschöpfen.
Piraten sind nicht nur Säufer und Feierbiester gewesen. Im Gegenteil. Was könnte man daraus machen, wenn man diese lästige Partymusik weglassen würde...
 
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