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Bericht:

21.01.2014

X-Melt 2013 – Heavy Metal Weihnachten im Schleswiger Bandhaus


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Am 14. Dezember 2013 war es endlich wieder soweit, nach dem gelungenen Meltdown Festival im Sommer (Artikel), folgte nun die Weihnachtsausgabe: ein Konzertabend im Minifestivalstyle, bei dem ganze 9 Bands gastierten.

BildStilecht ging es bereits um 16 Uhr mit Glühweintrinken und warmen Würstchen los – natürlich draußen, vor dem Bandhaus (Weihnachtsmarktfeeling). Damit man nicht frieren musste gab es auch eine Feuertonne. Eintritt wurde in echter Meltdown Manier wieder nach eigenem Ermessen gezahlt – aber ein wahrer Metaller weiß, was ihm seine Musik wert ist und so brachte die X-Melt es auf stolze 250 zahlende Gäste. Wenn man sich draußen also ein bisschen warm getrunken hatte, begab man sich spätestens gegen 18:30 Uhr ins Bandhaus, wo die erste Band, LEBEN, aufspielte. Mit einer geballten Ladung Hardcore und viel Lebensfreude sorgten die Jungs für den ersten Moshpit des Abends und heizten dem Publikum ordentlich ein. Sänger Christoph wurde während des Auftritts buchstäblich Teil der Menge. So viel Energie hat ein dickes Plus verdient und wer auf Hardcore steht, sollte bei den Jungs aus Schleswig definitiv mal ein Ohr riskieren – ein gelungener Einstieg!

Wem das alles zu laut wurde, der konnte sich entweder an die Bar zurückziehen und den leckeren Hönig (Bärenfang) Schnaps kosten – ein weiteres Weihnachtsspecial – oder sich am Merchandise Stand austoben, der sich auf dem Weg zu den Toiletten und zur zweiten Bühne befand. Ja, richtig gehört, es gab eine zweite Bühne! Die Bühne 35 erwies auf dem Meltdown Festival bereits ihren Dienst als Nebenbühne, auf der X-Melt sollte sie allerdings die Main Stage mimen, weshalb der Raum auch entsprechend dekoriert war. Neben Schneeflocken-artigen Gehängen an der Decke gab es einen echten Heavy Metal Christmastree – geschmückt mit Bierdosen, versteht sich. ;) Nach kurzer Überbrückungszeit betrat die zweite Band B.S.U.R. also die Bretter und eröffnete somit die Hauptbühne des Abends. Das B.S.U.R. keine Neulinge mehr sind, merkte man sofort. Bereits seit 1996 fröhnen die Schleswiger dem Heavy Metal, wobei sie sich besonders an der New Wave of British Heavy Metal orientieren. Die Texte sind geradeaus und entpuppen sich als echte Mitsinghymnen. Die Fünf sind voller Spielfreude und besonders Sänger Dirk fegte lebensfroh über die Bühne und animierte das Publikum immer wieder zum Mitmachen. Fazit: B.S.U.R. scheinen für den ein oder anderen ein wenig eintönig rüber zu kommen, aber wenn man den Jungs eine Chance gibt und sich auf ihr Ding einlässt, sind B.S.U.R. Spaß auf ganzer Linie!

BildB.S.U.R.

Zur Freude von alteingesessenen Meltdown Party Gängern gab es ein weiteres ganz besonderes Highlight: Mit den MELTDOWN ALLSTARS traten Musiker aus bekannten Meltdown Bands in verschiedenen Formationen auf. Sie spielten 6 Songs mit 6 verschiedenen Line-Ups, was in dem kleinen Raum leider für ein wenig Chaos sorgte, da der geplante „fliegende Wechsel“ leider nicht so durchführbar war, wie gedacht. Kein Wunder, denn das Publikum wurde immer zahlreicher und somit gab es teilweise kaum noch Platz zum stehen. Trotz allem schien der Gig gut anzukommen und der Entertain-Faktor hat nicht gelitten. Nach dieser Showeinlage der besonderen Art, folgte gleich der nächste Höhepunkt, denn ATOMWINTER aus Göttingen sollten die 35 Stage betreten. Da die meisten Meltdown Bands aus Schleswig-Holstein oder Hamburg kommen, freuten sich die Zuschauern ganz besonders auf die Oldschool Deather. Wie ich später vom Sänger erfuhr, handelte es sich hierbei um einen Tauschgig und den ersten Auftritt in Schleswig. Die Band fühlte sich sichtlich wohl auf der Bühne und wurde von den Schleswigern gebührend empfangen. Auf jeden Fall ein weiterer Geheimtipp an dieser Stelle.

BildAtomwinter

Wer sich in Death Metal Gefilden Zuhause fühlt, kam auf der X-Melt definitiv nicht zu kurz, denn mit HYPNOTIC aus Husum, erklomm direkt im Anschluss zu ATOMWINTER eine weitere Old School Deathkapelle die Bretter. Bei HYPNOTIC handelt es sich um die Zweitband von Kevin Petersen, der vor allem durch seine Hauptband SLOWLY ROTTEN (traten auf dem Meltdown Festival im Sommer auf) bekannt geworden ist. SLOWLY ROTTEN haben übrigens vergangenen September ihr Debüt auf den Markt gebracht. Natürlich hatten die Nordfriesen ihren persönlichen Fanclub dabei und ließen sich während ihres Auftritts gebührend feiern. Solider Gig – trotz allem konnten die Husumer der nächsten Band das Wasser aber nicht reichen.

BildKaum eine andere Meltdown Band hat eine derartig große Fanbase wie RAMPAGE. Seit 2009 haben die Schleswiger sich mit ihrer punkigen Mischung aus Thrash und Death und zahlreichen Auftritten in die Herzen der Zuschauer gespielt und sind in Schleswiger Kreisen bereits jetzt eine echte Ikone. Wenn RAMPAGE spielen, ist das Haus voll und die Jungs rund um Sänger Christopher Florian Kraus beweisen auch eindrucksvoll warum! Geballte Ladung Energie auf der Bühne und im Publikum. Die Schleswiger feierten ihre Helden gebührend mit Moshpits, Wall of Death und allem was dazu gehört. Es gab kein Halten mehr, keine Seele stand mehr still. Fans und Band sind ein eingeschworenes Team und von der ersten bis zur letzten Note herrschte Ausnahmezustand – besser geht es wirklich nicht!

Welchen Stellenwert RAMPAGE haben zeigte sich vor allem auch nach ihren Auftritt, den schlagartig wurde es leer im Bandhaus. Es scheint als wären viele nur wegen RAMPAGE gekommen, was ein wenig schade ist, denn auch die nachfolgenden Bands POST NATAL ABORTION und IVORY TOWER und DÖDELIG haben sich ihren Platz wirklich verdient. POST NATAL ABORTION, die kurzfristig für TO THE MORROW eingesprungen waren, fanden mit ihrem Brutal Death Metal leider nur wenig Anklang und auch ich musste mich verfrüht von der Band und der X-Melt verabschieden.

BildPost Natal Abortion

Mein Fazit: Die X-Melt 2013 war ein voller Erfolg und kann sich wahrlich als Winterversion des beliebten Meltdown Festivals bezeichnen lassen. Das Team hat trotz des Chaos bei den MELTDOWN ALLSTARS gute Arbeit geleistet und sich wie immer als nett und hilfsbereit erwiesen. Störenfriede wurden rausgeschmissen und so ließ es sich in angenehmer Atmosphäre ausgelassen feiern. (Autor(en): Bianca P.)
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