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Bericht:

09.08.2018

Rockharz Open Air 2018 - Das tönende Zunder vom Harz


Rockharz Open Air 2018

Mittwoch - 4. Juli

Am Morgen des 4. Juli macht sich eine Festival- und Metalliebende Sonnenallergikerin mit Freunden in einem der heißesten, trockensten und sonnigsten Sommer des Jahrhunderts auf die Reise zum vollständig baumlosen und damit unbeschatteten Fuß der Teufelsmauer, um der Open Air Musik zu frönen.
Klingt unvernünftig? Ist aber so was von egal!
Wenn das Rockharz Open Air ruft, dann folgt man, egal ob die wenigen Hautpigmente vor Überforderung schreien, oder die dürre droht, jegliches Grillvorhaben in einer feuerfreundlichen Zeltstadt mit staubtrockenen Trockenheu-Vorgärten in ein gefährliches Zunderspiel zu verwandeln.

Rockharz Open Air 2018

Wir sind überrascht als wir kurz vor Abfahrt keinen Aufruf zu striktem Grillverbot auf der Website des Festivals finden, sind aber zuversichtlich, dass alle Besucher trotz exzessivem Alkoholkonsums ein Auge (oder eben gleich einen Schwall Bier) auf mögliche Brandherde haben.
Vor Ankunft beschäftigt uns jedoch erst mal ein anderes, schon sehr reales Problem. Der Platz unseres reservierten Gruppencampingplatzes drohte zur Neige zu gehen, und das, obwohl noch nicht alle Mitcamper eingetroffen sind. Offenbar planen die Veranstalter mit vollbesetzten PKW und jeweils einem kleinen Zelt je zwei Personen - ohne Pavillon. Dass das in der Realität jedoch meist nicht der Fall ist, geschweige denn möglich (wir kommen aus allen Himmelsrichtungen des Landes, Fahrgemeinschaften also leider unmöglich), zeigt sich live und in Farbe in den Abendstunden.
Von einem frustrierten „Das passt niemals!”, über ein „Das muss irgendwie passen!”, hin zu einer ausgiebigen Runde Giga-Tetris mit wieder entheringten Zelten, Pavillons, PKW und einem Wohnwagen kommen schließlich alle Campbestandteile Stoß an Stoß auf unserem abgesteckten Areal unter. Wenigstens einen schmalen Trampelpfad ohne Abspannleinen-Stolperfallen können wir platztechnisch erübrigen. Mein eigenes Zelt spielt Inception mit einem Pavillon, in den auch das Hinterteil eines Kombis geparkt wird. Jeder bisschen mehr an Schatten muss schließlich dieser Tage genutzt werden. Den Frust und Schweiß des ersten Tages waschen aber zum Glück erfolgreich wir mit ein paar Kalt(!)getränken hinfort.

Rockharz Open Air 2018, Cellar DarlingCellar Darling

Donnerstag - 5. Juli

Dass wir den ersten (halben) Festivaltag auch dank unserer zeitraubenden Tetrisaktion verpassten, macht für mich der Auftritt von CELLAR DARLING am frühen Mittag wieder wett. Die erst 2016 gegründete Band der ehemaligen Eluveitie-Sängerin Anna Murphy zusammen mit Merlin Sutter und Ivo Henzi veröffentlichte bereits das vielversprechende Folk und Alternative Metal Album „This is the Sound” und bringt es heute auf die Bühne vor ein der Zeit und Hitze geschuldetes noch kleineres Publikum. Doch obwohl Anna Murphy von ihrer ehemaligen Band ganz andere Menschenmassen gewohnt ist, freut sie sich ehrlich und dankbar über jeden, der sich für ihr neues Projekt interessiert. Sie seien eine Band weniger Worte, eher musikalische Geschichtenerzähler, so die Fronterin, ehe Songs wie „Avalanche”, „Black Moon” oder „Challenge” im ungewohnt kleinem Dreiergespann performt werden. Bislang kannte ich Annas Stimme nur im umfangreichen instrumentalen Eluveitie-Kosmos, dennoch können die eingängigen Songs auch dank ihren tadellosen Gesangsqualitäten (auch live kein Tönchen daneben!) punkten.

Rockharz Open Air 2018, GrabenschlampenDie Grabenschlampen in Aktion

Im Anschluss komme ich an den Trinkwasserspendern vorbei und - wie sollte es anders sein - die Schlange erstreckt sich bereits jetzt hunderte Meter weit. Wer ohne Schirm oder Hut in der Mittagshitze ausharrt, dem droht schon vor dem dringend benötigten Trinkwasser Sonnenstich und Hitzeschock. Einige sind in weiser Voraussicht mit Bollerwagen voller Kanistern und Flaschen gekommen um nicht so bald wieder anstehen zu müssen.
Jeder Schritt wirbelt Staub und Heustücke auf. Hin und wieder begegne ich Menschen, die so klug waren sich einen Mundschutz überzuziehen. Allen anderen droht trockener, brauner Popelalarm und nächtliches Abhusten. Sonnenallergie hin oder her, Asthmatiker hätten hier ihre helle Freude.

Rockharz Open Air 2018, Alestorm

In unserem Camp testet jemand aus rein wissenschaftlichen Gründen die Brandgefahr („Man muss schließlich wissen, womit man es zu tun hat!”), indem testweise (und selbstverständlich unter kontrollierten Bedingungen) ein Feuerzeug an das ehemals lebendige Gras gehalten wird. Wir haben keine Zeit bis eins zu zählen, da knistert schon das erste Büschel. Es folgt ein „Hups” und hektisches aber zum Glück erfolgreiches Austreten der Flammen.
Welche Ironie, dass eine Zigarettenmarke gratis Werbefeuerzeuge auf dem Campingplatz (gegen großzügige Datenabgabe) verteilt, immerhin mit dem Hinweis immer schön einen Aschenbecher (oder leere Bierdosen) für die Zigarettenasche zu verwenden.

Rockharz Open Air 2018, Primal FearPrimal Fear

PRIMAL FEAR starten mit dem passenden Intro „Countdown to Insanity”. Man merkt den Mannen am Nachmittag vor gut gefülltem Feld an, dass sie die Bühnenarbeit hauptberuflich schon über viele Jahre machen. Zumindest gewinnt man diesen Eindruck während die charismatischen Rampensäue Songs wie „Angel in Black” oder den finalen Gassenhauer „Metal is forever” in gediegener Speed-Power-Manier aus den Boxen fegen.

Rockharz Open Air 2018, GrailknightsGrailknights

Während des PRIMAL FEAR Gigs stehen wir in der Nähe des gut besuchten Autogrammstands, an dem gerade GRAILKNIGHTS Linien auf CDs und anderes Beschriftbare kritzeln. Eigentlich sind Selfies mit Bandmitgliedern untersagt, weil das ganze zu viel Zeit raubt. Das ist den Hannoveranern in bunten Heldenstrümpfen aber selbstverständlich egal und so begeben sich die vier im Anschluss aus ihrem kleinen Zelt auf das Festivalareal, um ohne Tischbarriere in direkten Fankontakt zu treten.
PRIMAL FEAR fordern unterdessen erfolgreich die Fanmeute auf, bis hinten zu den Fressständen den Song „The End Is Near” mit Do You Wanna Die-Rufen zu begleiten. Die Grabenschlampen sorgen derweil der Überhitzung der Fans mit Wasserfontänen entgegen.

Rockharz Open Air 2018, EquilibriumEquilibrium

Während EQUILIBRIUM die Bühne entern steht die Sonne dankbarer weise schon tiefer, dafür beleuchtet sie nun besonders ästhetisch die Staubwolken, die aus dem Menschenkern aufsteigen. Die Energie, die die Pagan Metaller an den Tag legen greift unweigerlich auf die Fans über. Diese - und etliche Crowdsurfer - sind in dem Staub dank, stampfender, springender Füße bald fast nicht mehr sichtbar. Auf diesem Festival kann man also Stimmung recht präzise in Staubeinheiten messen.

Rockharz Open Air 2018, AmorphisAmorphis

AMORPHIS knacken den Atmosphäre-Jackpot des Tages, als sie „Silver Bride” perfekt passend zur untergehenden Sonne neben ein paar gülden angeleuchteten Schleierwolken anstimmen.
Und nicht nur das, auch die Temperaturen lassen erstmals körperliche Aktion ohne unmittelbaren Schweißausbruch zu.

Rockharz Open Air 2018, SchandmaulSchandmaul

SCHANDMAUL hingegen profitieren von der fortgeschrittenen Dämmerung und Abkühlung oder besser gesagt das hoch motivierte Publikum, das sogar bei mir Bewegungsdrang auslöst, obwohl ich mit dem Mittelalter Rock der Band nicht ganz so viel anfangen kann. Das Spektakel schaffen SCHANDMAUL nicht nur auf der Bühne, sondern im ganz großen Stil davor. Mal werden von der ersten bis zur letzten Reihe die Arme im Rhythmus der Musik gewiegt, dann passiert alles in Zeitlupe, und plötzlich steht eine Horde Festival-Zombies auf dem Bühnenvorplatz im Harz.
Die Band feiert ihr 20-Jähriges bestehen nicht nur hier auf dem Rockharz, sondern kündigt auch ein Jubiläumskonzert im November in Köln an. Wenn SCHANDMAUL da noch eine Schippe drauf legen, brennt aber gewaltig die Hütte.

Rockharz Open Air 2018, Birdman's_Veggie-BurgerBirdman's_Veggie-Burger

Wie auch im letzten Jahr besteht in diesen Tagen mein Abendessen mehrmals aus einem der schmackhaften Fresslukenstopfer von Birdman’s Veggie-Burger. Kleine Anekdote, die alles Aussagt, was man wissen muss: Mein hungriger Fotografen-Kollege kauft sich einen Fleischpatty-Burger bei einem nahegelegenen Stand und kommt unzufrieden die Reste mampfend und ungesättigt zurück. Nach einem neugierigen Biss in meinen just georderten veganen Burger, erhellt sich sein Gesicht. Das ganze Endet in einer weiteren Burgerbestellung, einem ausgiebigen Gespräch mit der wacker belegenden und brutzelnden Satt- und Glücklichmacher-Truppe von Birdman’s und einer anschließenden Fotosession mit den Machern und dem Objekt der Begierde.
Klingt übertrieben? Ist es aber nicht. Jeder kann sich (hoffentlich auch nächstes Jahr) davon selbst überzeugen.

Freitag - 6. Juli

Die Inception-Zelt-Konstruktion (Zelt im Zelt) tut vor allem Morgens ihren Dienst. Wenn andere schon Sauna feiern, halte ich es noch länger aus und krieche erst eine Stunde später keuchend aus dem Lager.
Das erste musikalische Intermezzo des Tages habe ich (leider) mit NANOWAR OF STEEL. Sagen wir mal bewusst im Vorbeigehen, denn plötzlich komme ich mir vor wie auf einem Dorffest. Natürlich nehmen die Italiener sich und ihre Musik nicht ernst (zum Glück), aber da das Rockharz dieses Jahr irgendwie reine Spaß- und Saufkapellen im Megapack-Sonderangebot gekauft hat, reagiere ich etwas empfindlich. Bis zu einem gewissen Grad kann ich über parodistische Bands lachen, aber irgendwann will ich dann doch gerne qualitativ hochwertige, gerne auch etwas komplexere Musik jenseits von Schlager-Spaß-Metal genießen.

Rockharz Open Air 2018, Cantina-Campingground-CoverbandCantina-Campingground-Coverband

Was ich dann aber doch noch feiere, ist die Cantina Band, genauer gesagt die Cantina-Campingground-Coverband (die sogar eine Facebookseite hatFacebookseite), und welche mit einer Ausdauer jenseits von Gut und Böse über den gesamten Zeltplatz zieht um diesen einen Song auf Kinder-Plastik-Instrumenten zu Spielen, den wir alle so lieben und natürlich immer wieder hören wollen (einem Wunsch, den die Cantina Band selbstverständlich immer entspricht).

Rockharz Open Air 2018, ObscurityObscurity

Für meinen Seelenfrieden spielen nach NANOWAR OF STEEL dann zum Glück OBSCURITY auf, um wieder ein bisschen mehr Ernsthaftigkeit und schwarz statt pink in diese ganze Festivalangelegenheit zu bringen. Mit dem ersten Song starten die Extreme Metaller noch holprig dank Bassprobleme, welcher Stagemanager Mutz (DRONE) über die Bühne düsend möglichst schnell versucht Herr zu werden. Schließlich erklingt der satte Sound und den Moshfreuden steht nichts mehr im Wege. OBSCURITY stehen bis auf Sänger Agalaz uniformiert in schwarzen Hemden auf der Bühne. Dieser schaut sich die kleinen, in die Mittagssonne blinzelnden Augen an und scherzt über die für Festivalverhältnisse frühe Uhrzeit „Schön, dass mitten in der Nacht schon Leute wach sind!” - es ist kurz nach 1.

Rockharz Open Air 2018, CrematoryCrematory

Ich lasse mich breitschlagen mit zu CREMATORY zu gehen, einer Band die in der letzten Zeit nicht gerade positiv die Werbetrommel für sich gerührt hat. Davon lassen sich die Fans der Truppe selbstverständlich nicht beirren, man hat sich zahlreich vor der Bühne eingefunden. Dennoch werde ich den Eindruck nicht los, dass darunter auch viele sind, die erst durch den „Schimpfappell” an die Fans, die böser weise nicht genügend Alben und Konzerttickets kaufen - Antwort-Shitstorm inklusive - , auf die Band so richtig aufmerksam geworden sind; oder jetzt nochmal ein Statement von Sänger Gerhard „Felix” Stass erwarten. Darauf müssen wir nicht lange warten: „Wir sind doch gar nicht so scheiße, oder?” ruft der Sänger nach den ersten Songs den vielen Menschen vor der Bühne zu. Unweigerlich muss ich auf den kleinen Notenständer knapp über den Boden neben Herr Stass schauen, auf den dieser regelmäßig luken muss, um die Texte sicher vorzutragen.
Zwischendurch hält dieser einen Kanister mit „Sprit” hoch, aus dem er einen kräftigen Schluck nimmt. Das alles und ein wirklich unterirdisches Musikvideo zum neuen Album (das von allen gefälligst gekauft werden soll), wirkt doch leider sehr unprofessionell, sodass sich mein Herz, trotz ein bisschen Mitleid mit der sicher nicht einfachen Situation für die Band erwärmen kann.

Rockharz Open Air 2018, Impression

Mangels Interesse an den Headlinern widme ich den Abend Cocktails und guten Gesprächen, sodass ich erst VERSENGOLD wieder bewusst wahrnehme, allerdings auch nur, weil ich an den Bühnen vorbeilaufe. Mit einem Freund bleibe ich kurz auf Bühnenhöhe stehen um mich zu vergewissern, dass der letzte Cocktail nicht schlecht war und uns auf eine Schlagerparty gebeamt hat. Mein irritiertes Gesicht quittiert mein Kumpel trocken mit den Worten „Da tanzt Pikachu. Was erwartest du?”

Samstag -7. Juli

Eines meiner persönlichen Festivalhighlights finde ich wie so häufig nicht unter den Headlinern, sondern in einem frühen Mittagsslot am letzten Festivaltag.
AHAB wirken in der Tat wie ein Fremdkörper auf dem 25. Rockharz, wie sie da bei brütender Sonne vor einem vergleichsweise mau gefüllten Staubacker stehen und zwischen den ganzen Spaß- und Party-Bands einfach eiskalt dem Funeral-Doom frönen. Eiskalt ist das Stichwort, denn das Anschlagen einer Bassseite von Stephan Wandernoth und das dämonische Stimmenvolumen des eher schmächtigen Daniel Droste drücken einen regelrechten Eisblock aus der Bühne und walzen damit jedes Pikachu- und Häschen-Kostüm hinweg. Das Ergebnis: Gänsehaut trotz 26 Grad.

Rockharz Open Air 2018, Impression

AVATARIUM punkten am Nachmittag ebenfalls mit Wahnsinns Qualität. Auch die Schweden liefern Doom, wenn auch wesentlich weniger düster, weniger langsam und mit einer gehörigen Portion Kitsch obendrauf. Aber dank der grandiosen Jennie-Ann Smith und ebensolcher Instrumentalfraktion stört das kein bisschen.
Ein strammes Lüftchen braust über das Gelände, als mit dem treibenden und energischen „Into the Fire / Into the Storm” gestartet wird, und als hätte die Sängerin es geahnt, hat sie das passende, wehende Leibchen angezogen. Ohne Windmaschine wehen die weißen langen Stoffbahnen samt blonder Mähne über die Bühne. Sympathisch sind auch die deutschen Ansagen, die die Stockholmerin mit rollendem 'r' vorträgt.
Kurz vor dem Ausklingen des Gigs mit ein paar Tönen des selbstbetitelten Songs „Avatarium” kommen die Einhörner und Pikachus wieder zurück. Die nächste Spaßkapelle kündigt sich mit GLORYHAMMER an …

Rockharz Open Air 2018, Impression

Als es also wieder Zeit wird sich anderen Dingen zu widmen, fällt uns eine am Horizont links von den Bühnen eine graue Rauchsäule ins Auge. Es brennt zum Glück nicht das Festivalgelände, sondern augenscheinlich ein Acker in der Nähe. Auch schon schlimm genug, aber zum Glück besteht keine Gefahr für Besucher und ihr Hab und Gut.
Da sich nun GOITZSCHE FRONT ankündigen beschließe ich meine täglich nötige Duschpause einzulegen, um den staubgepuderten Schweiß-Sonnencreme-Kitt von der Haut zu kratzen. Das Duschcamp macht auch dieses Jahr wieder eine gute Figur, die Größe ist angemessen und die Wartezeiten akzeptabel. Jetzt darf nur das Festival selbst bitte nicht mehr wachsen, was es in den letzten Jahren rasant getan hat (alleine in den letzten zwei Jahren von 13.000 auf 17.000).

Rockharz Open Air 2018, Paradise LostParadise Lost

Das nächste Ziel im frisch geduschten und gesättigten Zustand sind eigentlich PARADISE LOST wieder pünktlich zum abgekühlten Sonnenuntergang und natürlich ebenso kühlem Getränk. Die Herren starten mächtig mit „No Hope in Sight”, die passende Atmosphäre liefern Seifenblase und … Moment. Ein Fan sorgt mit einer kleinen Seifenblasenmaschine neben dem Bühnennebel für kleine, schillernde Blasen am Himmel, sodass sogar Sänger Nick Holmes darauf aufmerksam wird und fragt ob dieser das Teil bei Amazon gekauft hat. Er müsse direkt mal nachsehen und auch eine bestellen. Alles in allem ein Solider, wenn auch nicht knackig gelungener Auftritt der Briten. Das liegt allerdings nicht an kleineren Patzern wie dem verpassten Einsatz des Bassisten Steve Edmondson bei Songs wie „Mouth”. Holmes entschuldigt sich, denn die Band habe diesen Song wohl zuletzt vor gefühlt 30 Jahren gespielt. Bei einer Diskografie von 15 Alben kann man auch nicht von einer Band erwarten jeden Song aus dem Effeff zu können, obendrauf man muss honorieren, dass diese keinen Klassiker aus Faulheit im Regal verstauben lassen, sondern kleine Patzer vor großem Publikum einfach riskieren. Für langjährige Profimusiker sicher nicht so einfach zu ertragen. Das Einzige was für mich nicht so einfach zu ertragen ist, ist der blecherne Sound. Aber vielleicht habe ich auch einfach mit meinem Standort und der Windrichtung Pech.

Rockharz Open Air 2018, In FlamesIn Flames

Wie so Häufig beliefern IN FLAMES die Festivalbesucher mit einem krönenden Abschluss. Ich kann bald nicht mehr zählen, wie oft ich die Göteborger als Headliner auf einem Festival gesehen habe. Einige Auftritte davon verzeichne ich nicht gerade als gekonnt und unvergessen, doch in dieser Nacht ist alles anders. IN FLAMES in Höchstform, wie schon lange nicht mehr! Die Hitzetrance des Tages ist wie weggeblasen, Crowdsurfer fallen den Grabenschlampen reihenweise in die Arme und der Moshpit zieht wie ein Tornado durch das Publikum. Die Setlist wie immer gespickt mit ewigen Hits. Da kann es einer Band schon schwerfallen diese auch nach dem 1000sten Mal noch mit der gleichen Energie rüber zu bringen wie am ersten Tag. Doch heute gelingt es. Die Feuerfontänen erleuchten in der letzten Festivalnacht ausschließlich glückselige Gesichter, auch im Rückblick auf ein, trotz einer kleinen persönlichen Running Order-Missgunst, wirklich gelungenes ROCKHARZ OPEN AIR.

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Rockharz Open Air 2018, Impression
(Autor(en): Saskia Z.)
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