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Geschrieben: 19. Mai. 2011CD Review

Yggdrasil

Irrbloss

Bewertung ( 6 von 10 ):

0123450123

Genre:

Folk Metal

Spieldauer:

43:58

Label:

Vetrieb

Land

Fahne Schweden

Release

25.04.2011

Link


"Irrbloss", so heißt das dritte Album der schwedischen Folk Metal Formation YGGDRASIL. Der Name bedeutet übersetzt "Irrlicht", was allgemein eine seltene Leuchterscheinung in sumpfigen und moorigen Gebieten ist. In der Mythologie wird Irrlichtern oft nachgesagt, dass es sich dabei um Naturgeister - die Irrwische - handelt, die Wanderer in den Sümpfen und Mooren durch ihr Licht in die Irre und damit in den Tod führen wollen.
Entsprechend stimmungsvoll gestaltet sich das in Brauntönen gehaltene Cover des Drittlings der (mittlerweile) vier Schweden. Im Vergleich zu den Vorgängern fällt also auf, dass sich bei der Gestaltung des Artworks deutlich mehr Mühe gegeben wurde. Abgesehen vom überdimensionierten Bandlogo macht das Cover von "Irrbloss" einiges her.

Auch die Produktion ist dieses Mal deutlich wuchtiger und präziser geraten als noch zu Zeiten des Debüts. In der Hinsicht müssen YGGDRASIL dieses Mal also keinen Punktabzug befürchten (vgl. Review zu "Kvällningsvindar över Nordrönt Land"). Die Gitarren wirken immer noch etwas verwaschen, aber sie bewegen sich noch im grünen Bereich. Über die Inszenierung der traditionellen Instrumente gab es ja ohnehin nie einen Zweifel. Die ist auch auf "Irrbloss" noch sehr schön. Dafür hat sich aber ansonsten auch nicht wirklich viel im Lager der Schweden getan.

Atmosphärisch legt man weiterhin Wert auf die melancholische und wehmütige Art des Folk Metal, die selten mal ins Uptempo bricht und ansonsten im Midtempo gemächlich ihre Runden zieht. Dabei versucht man Epen zu erschaffen, die sich an den großen Genre-Referenzen wie MOONSORROW oder FALKENBACH orientieren. Leider gelingt dies auf "Irrbloss" zu keiner Zeit. Die Weiterentwicklung im Vergleich zum Debüt aus dem Jahre 2007 ist kaum bis gar nicht zu erkennen.
Neben dem Grundgerüst aus sägenden Gitarren und eingestreuter Doublebass oder Blastbeats finden auch die altbekannten Instrumente wie Maultrommel und Violine wieder ihren Platz im Soundgewand von YGGDRASIL.
Und so ist es auch immer noch der Fall, dass die Schweden einige nette Momente vorweisen, ansonsten aber nicht viel an ihrem Konzept verändert haben. Das beinhaltet, dass das gesangliche Wechselspiel zwischen Männerchören, Frauengesang, männlichem Klargesang sowie dem weiterhin schwachen Gekeife auch auf "Irrbloss" wieder Einzug gefunden hat. Es ist also wirklich alles beim Alten geblieben.

Dadurch wird auch schnell klar, dass YGGDRASIL mit "Irrbloss" niemanden in die Irre führen werden. Wie schon auf "Kvällningsvindar över Nordrönt Land" stechen nur ein bis zwei Songs wirklich hervor. Im Falle vom Drittling sind dies der dritte Song "Skaldefader", der sehr düster und atmosphärisch daher kommt, und der letzte Song "Kungabål", welcher auch ohne metallische Einlagen (oder gerade deshalb) zu überzeugen weiß.
Fans der Band, ebenso wie die Kritiker, bekommen also gleichermaßen das geboten, was sie erwartet haben und können dadurch schon vor dem Hören des Albums erahnen, ob das Irrlicht sie in seinen Bann ziehen und verzaubern kann oder ob es nur einem lästigen Verwirrungsversuch gleichkommt, der leicht zu durchschauen ist. (Autor: Malte H.)
Fazit:
Der Weltenbaum ist der Weltenbaum und wird wohl immer der Weltenbaum sein. Es sei denn, Ragnarök kommt unerwarteterweise und verändert etwas. YGGDRASIL machen die Art Folk, die sie schon auf ihrem Debüt gespielt haben. Das beinhaltet neben einigen tollen Momenten auch viele durchschnittliche Passagen, die nicht mitzureißen vermögen.
Was bleibt ist die Erkenntnis, dass die Produktion verbessert wurde. Das sorgt dennoch nicht für mehr Punkte als beim Debüt, da der Pluspunkt der Produktion durch den Minuspunkt der fehlenden Weiterentwicklung ausgeglichen wird. Der Debüt-Bonus ist auch nicht mehr zulässig.
Wer alles mögliche an Folk Metal hört, wird auch hier reinhören. Alle anderen, die etwas mit schwermütigem, atmosphärischem Folk oder Pagan Metal anfangen können, sollten lieber MOONSORROW oder FALKENBACH einlegen und sich verzaubern lassen.

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Cover

Trackliste


1. Höstmörkrets Natt
2. Bergtagen
3. Skaldefader
4. Irrbloss
5. Tokikvad
6. Norrland
7. Uppåkra
8. Kungabål

Künstler


Magnus Wohlfart - Vocals, Guitar, Keyboards
Benny Olsson - Guitar, Vocals
Gustaf Hagel - Bass, Vocals
Jacob Blecher - Drums

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