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Geschrieben: 22. Mai. 2014CD Review

Woman is the Earth

This Place That Contains My Spirit

Bewertung ( 9 von 10 ):

0123456780

Genre:

Black Metal

Spieldauer:

47:27

Label:

Vetrieb

Land

Fahne USA

Release

21.04.2014

Link


Was genau ist eigentlich Cascadian (Black) Metal? Das ist eine Frage, die man in den letzten Jahren immer häufiger zu hören bekommt. Die amerikanische Szene scheint kontinuierlich zu wachsen und jede junge Band, die nicht mehr als zwei Riffs beherrscht, möchte dieses Unvermögen möglichst durch die viel beschworene Atmosphäre kaschieren. Und schwupps sind wir beim Terminus "Cascadian Black Metal". Kann jeder was mit anfangen, klingt ein bisschen intellektuell, ein bisschen rituell und hey - die Szenegrößen haben auch nicht mit technisch aufwändigem Songwriting geglänzt. Dabei gerät mit jedem neuen Album zwischen Monotonie, Unlust am Instrument-Lernen und fehlender Inspiration immer weiter in den Hintergrund, wofür diese enge Bezeichnung eigentlich stand. Was WEAKLING mit "Dead As Dreams" erschaffen haben und WOLVES IN THE THRONE ROOM perfektioniert haben. Was mit wenig auskommt und doch so viel auslöst.

Womit wir bei WOMAN IS THE EARTH angekommen wären. Eine Band, die sich nicht nur lautmalerisch in die Nähe der Wölfe im Thronsaal stellt. Und so ein Album kreiert, dass das erste Mal seit langem den hohen Anspruch dieses Genres erfüllt. Dabei unterscheidet das Trio aus South Dakota auf "This Place That Contains My Spirit" objektiv nicht viel von allen anderen Vertretern des Genres. Zwischen 9 und 16 Minuten lang, schrabbeln sich die Gitarren durch einen dumpfen Soundbrei, begleitet von einem scheppernden Schlagzeug und komplettiert durch verhallte gutturale Vocals. Doch wie so oft liegt der Teufel im Detail. Denn ungleich manch anderer Band klingt dieser Zweitling nicht so, weil er es nicht besser wüsste. Vielmehr möchte er es nicht besser.

Der verhallte Sound, die teilweise monotonen Riffs, der unverständliche Gesang – all das sind die Zutaten, die WOMAN IS THE EARTH ganz bewusst einsetzen, um den Hörer auf ihre Reise mitzunehmen. Monotonie als perfekt eingesetztes Stilmittel, immer wieder aufgelockert durch feine, atmosphärische Passagen und garniert mit dezent eingewobenen Synthie-Flächen. Dazwischen wieder ausladende Riff-Collagen, die einladen zum Träumen, zum Wegdriften und den Gedanken Raum lassen. Das Klangbild tut sein Übriges. Die verschwommene, verhallte Produktion fokussiert die Musik nicht auf einzelne Elemente, sondern animiert den Hörer das Gehörte weiterzudenken oder sich einfach nur in den Nebel fallen zu lassen. Sich zu öffnen und in diesem Werk seine innere Zuflucht zu finden. (Autor: Torben K.)
Fazit:
Das erfordert einiges. Musik ist zwar immer eine höchst subjektive Empfindung. Während sich andere Alben jedoch auch auf objektiver Ebene erklären lassen, bleibt "This Place That Contains My Spirit" nur die Magie des Momentums. Wer sich darauf einlassen kann und möchte, sollte dieser Woman Is The Earth unbedingt sein Ohr leihen – Er verpasst sonst eine wunderschöne, ungeschliffene Perle des Cascadian Metals. Kopfhörer und Kerzen werden empfohlen.

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Cover

Trackliste


1. This Place That Contains My Spirit
2. Bird Song
3. Sage Moon
4. Glow Beyond the Ridgeline

Künstler


Jarrod Hattervig - Guitars, Vocals
Andy Martin - Guitars
Jon Martin - Drums

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