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Geschrieben: 14. Juni. 2011CD Review

Unexpect

Fables of the Sleepless Empire

Bewertung ( 9 von 10 ):

0123456780

Genre:

Progressive Metal

Spieldauer:

55:46

Label:

Vetrieb

Land

Fahne Kanada

Release

31.05.2011

Link


Zum dritten Mal trumpfen "Unexpect" mit einem neuen Album auf und "Fables of the Sleepless Empire" ist alles andere als herkömmlicher Metal. Die Kanadier beweisen, wieso sie bisher keinen Grund darin sahen, ihren Bandnamen zu ändern und brillieren mit den neuen 11 Songs auf allen Ebenen.

Mit "Orange Vigilantes" wurde wenige Wochen vor dem Release bereits ein qualitativ hochwertiger Köder ausgelegt. Die Wahl fiel wahrscheinlich aus dem Grund auf diesen Song, da dieser noch am ehesten an ihr Voralbum anknüpfen kann, nichtsdestotrotz eine klare Entwicklung postuliert, die man nach etwa fünf Jahren durchaus erwarten kann. Dieses Album ist von der Konsistenz und Struktur her ein enormer Fortschritt, da zwar nach wie vor einiges vom Hörer abverlangt wird, aber dieses Mal das Gefühl vermittelt wird, einem in sich geschlossenen und logischen Ablauf beizuwohnen.
Besonders der Spannungsaufbau ist mit "Unsolved Ideas of a Distorted Guest" als progressiver Opener sehr gelungen. Zarte Violinen und einschmeichelnde Samples verschleiern den stark delirierenden Charakter des Songs.
Nach und nach schleichen sich die wahren Darsteller auf die Bühne: Sei es das unruhige und virtuose Schlagzeug, die wahllosen Chöre, die an Bands wie "Ensoph" erinnernden Synthesizer-Klänge oder generell die Fülle an Vocals, die dank der Gitarristen von zaghaftem Flüstern bis hin zu männlichen sowie weiblichen Guttural-Gesängen reichen. Eine überraschenderweise klar erkennbare Klimax beendet den gerade mal ersten Song des Albums, der zu diesem Zeitpunkt bereits genug Ideen, Melodien und Klangbilder für eine ganze EP geboten hat. Das ungewohnte Soundspektrum wird durch die abstrusen Texte noch zusätzlich untermauert. So findet auf "The Mechanical Phoenix" wohl eine Art Kampf statt, der durch wiederkehrende Songstrukturen sogar herauszuhören ist. Eingestreute Wecker-Geräusche am Anfang von "Unfed Pendulum" oder verzerrte Walgesänge in "In the Mind of the last Whale" tun ihr Übriges, um den Wahnsinn komplett zu machen. Erwähnenswert ist noch die ungewöhnliche Interpretation einer Hochzeit in der "Until yet a few more Deaths do us part"-Trilogie, die auch gleichzeitig den tragenden Abschluss bildet.

Irgendwo zwischen Progressive Metal und Avantgarde haben sich Unexpect einen Namen gemacht und sind ihrem Sound relativ treu geblieben, zeigen aber, dass man in Sachen Einflüsse noch einiges drauflegen kann. So war im ersten Track bereits von elektronischen Einsätzen die Rede, die sich neben den Dillinger-Escape Gitarrenriffs ("The Quantum Symphony") oder dem verstörenden Ulver-artigen Ambient ("In the Mind of the Last Whale") alle gekonnt in das Gesamtbild des Albums einfügen. Die beiden melodischsten Songs sind wohl "Orange Vigilantes" und "Silence This Parasite", die für Einsteiger einen Querschnitt bilden.
Wem sogar jene Titel zu viel sind, kann sich zumindest an den einzelnen Instrumentdarbietungen laben. Sei es der virtuose 9-saitige (!) Bass, die durchweg brillierende Geige oder der facettenreiche Gesang der Frontfrau, alles findet zur entsprechenden Zeit seinen Weg in den Vordergrund. Und wenn die fehlende Ordnung das Problem ist und das Gefühl aufkommt, dass sich die zweifellos talentierten Bandmembers anscheinend gegenseitig behindern, können die Entdeckungen der vielen abgestimmten Verflechtungen, Überlagerungen und Einsätze zu einem sehr spannenden Abenteuer werden. Da jene so hoher Stückzahl vorhanden sind, ist dieses Album definitiv ein Grower, der mit der Zeit zum Klassiker heranwachsen könnte. (Autor: Daud B.)
Fazit:
Für alle, die den roten Faden suchen: Er beginnt auf dem Cover und endet mit dem gekreischten Titel des letzten Songs. "Fables of the Sleepless Empire" macht jedem Chamäleon Konkurrenz und präsentiert sich als Vielseitigkeitsmonstrum, das keine Gefangenen macht. Wer lieber homogenen Metal mag, wird seine Schwierigkeiten haben, sich mit der Musik anzufreunden, aber Neugierige und Sympathisanten des ausgefallenen Geschmacks sollten sich anstellen um ihre Portion abgedrehten Chaos abzuholen.

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Cover

Trackliste


01. Unsolved Ideas of a Distorted Guest
02. Words
03. Orange Vigilantes
04. Mechanical Phoenix
05. The Quantum Symphony
06. Unfed Pendulum
07. In the Mind of the Last Whale
08. Silence this Parasite
09. A Fading Stance
10. When the Joyful Dead are Dancing
11. Until yet a few more Deaths do us Part

Künstler


Syriak - Guitars, Vocals
ChaotH - Bass
Landryx - Drums
Artagoth - Guitar, Vocals
Blaise Borboen-Leonard - Violin
Leïlindel - Vocals

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