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Geschrieben: 18. Mai. 2012CD Review

The Great Old Ones

Al Azif

Bewertung ( 8 von 10 ):

0123456701

Genre:

Post Black Metal

Spieldauer:

52:32

Label:

Twilight

Vetrieb

Land

Fahne Frankreich

Release

27.04.2012

Link


Was Black Metal angeht, ist Frankreich ja mittlerweile fast schon das neue Norwegen. Fast wöchentlich schießen neue Bands in Frankreich aus dem Boden, von denen sich viele auch der von ihren Landsleuten geprägten Musik hingeben. Dies will heißen, dass sich ein Großteil der französischen Bands auch heute noch an den großen DEATHSPELL OMEGA, BLUT AUS NORD, ANTAEUS aber auch AMESOEURS orientiert. Nicht so THE GREAT OLD ONES. Die 2009 gegründete, französische Band lässt ihren Sound viel lieber von den amerikanischen Naturliebhabern von WOLVES IN THE THRONE ROOM, aber auch von den irischen ALTAR OF PLAGUES (vor allem "The White Tomb") prägen. Dabei schafft es das Quintett zu jeder Zeit unverwechselbar nach ihrem Herkunftsland zu klingen.

Schon der Opener und Titeltrack geht von Anfang an in die Vollen. Weitläufige, treibende und verwaschene Gitarren, die von der eindringlichen Gesangsstimme begleitet werden, werfen den Hörer zugleich in einen dunklen Mahlstrom aus Schwärze und Horror. Sofort wird die Liebe zu den vorhin genannten WOLVES IN THE THRONE ROOM offensichtlich, da auch THE GREAT OLD ONES einen sehr natürlichen Klang zu haben pflegen. Nichtsdestotrotz kann man die Musik nicht in die folkige Schublade stecken, denn dafür klingt "Al Azif" dann doch zu sehr nach dem berühmt-berüchtigten Post Black Metal. Dafür sprechen besonders die weitläufigen Gitarren, die sich auch gerne mal elegischen Melodieläufen hingeben. So kann es kommen, dass man sich hin und wieder ein bisschen an Bands wie LANTLĂ”S oder eben AMESOEURS erinnert fühlt. Dabei muss aber erwähnt werden, dass sich THE GREAT OLD ONES zu keiner Zeit dem Shoegaze hingeben, sondern durchgehend eine bedrohliche und finstere Atmosphäre aufrecht halten. Zudem klingt "Al Azif" alles andere als ausgelutscht, sondern frisch und unverbraucht, trotz einiger bekannter Stilmittel.
Eine andere Band, die hin und wieder in der Musik von THE GREAT OLD ONES auftaucht, sind die omnipräsenten DEATHSPELL OMEGA. Auch wenn "Al Azif" zu keiner Zeit versucht dem orthodoxen und technischen Schwarzmetall von Alben wie "Paracletus" zu frönen, so scheinen einige ruhigere Passagen doch klar von der ungewöhnlichen Rhythmik und Melodik von DEATHSPELL OMEGA beeinflusst. Abgesehen davon ist "Al Azif" aber klar dem zuzuordnen, was man heute gemeinhin als Post Black Metal bezeichnet.

Wie bereits erwähnt, frönen THE GREAT OLD ONES in ihrer Musik nicht der Natur oder folkischen Klängen. Lyrisch hat man sich ganz klar auf das Thema H. P. Lovecraft spezialisiert. Wer sich also mit dem Cthulhu-Mythos anfreunden kann, der wird mit "Al Azif" vielleicht sogar noch ein bisschen mehr Spaß haben als andere. Nichtsdestotrotz kann gesagt werden, dass THE GREAT OLD ONES es schaffen, die Düsternis und den Horror von Lovecrafts Werken sehr gut in Musik zu fassen, auch wenn man sich vielleicht hie und da noch ein bisschen zwingenderes Songwriting gewünscht hätte. Aber atmosphärisch, genauso wie gitarrentechnisch, kann "Al Azif" trotz kleiner Mängel schon sehr gut mit den Großen des Genres mithalten, wie am besten im mitreißenden und mit großartigen Gitarren ausgestatteten "Jonas" zu hören ist.
Die angesprochenen Mängel finden sich teilweise im Songwriting, das hie und da noch ein bisschen hüftsteif wirkt. Zudem kann sich über die ganze Spielzeit von 52 Minuten auch ein bisschen Langeweile einstellen, da sich die Songs stellenweise doch relativ stark ähneln können. Doch dies ist bereits Kritik auf einem hohen Niveau, da "Al Azif" vor allem für ein Debut eine wirklich gekonnte Leistung darstellt, die aber noch Luft nach oben freilässt. (Autor: Tizian C.)
Fazit:
Post Black Metal aus Frankreich, der klingt, als ob er aus den USA stammt. THE GREAT OLD ONES erschaffen auf ihrem Debutalbum, auf welchem sie lyrisch gerne Lovecraft huldigen, eine spannende, düstere und mitreißende Atmosphäre. THE GREAT OLD ONES schaffen es, einem leicht festgefahrenen Genre wieder frischeren Wind unter den Segel zu verschaffen und servieren mit "Al Azif" ein hochstehendes, stellenweise sogar brillantes Black Metal Debut. So darf es sehr gerne weitergehen.

Kommentare

18.05.2012 10:40 Uhr Norrøn
Tolle Scheibe, schönes Review!
 
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Cover

Trackliste


1. Al Azif
2. Visions of R'lyeh
3. Jonas
4. Rue d'Auseil
5. The Truth
6. My Love for the Stars (Cthulhu Fhtagn)

Künstler


Benjamin Guerry - Guitar, Vocals
Jeff Grimal - Guitar, Vocals
Xavier Godart - Guitar
SĂ©bastien Lalanne - Bass
LĂ©o Isnard - Drums


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