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Geschrieben: 13. Februar. 2012CD Review

Swallow The Sun

Emerald Forest and the Blackbird

Bewertung ( 9 von 10 ):

0123456780

Genre:

Melodic Death / Doom Metal

Spieldauer:

66:51

Label:

Spinefarm Records

Vetrieb

Land

Fahne Finnland

Release

03.02.2012

Link


Passend zum (verspäteten) Wintereinbruch in Deutschland veröffentlichen die Meister der Schwermut und Melancholie von SWALLOW THE SUN ihr neues Album "Emerald Forest and the Blackbird". Als Nachfolger der beiden starken Alben "Hope" (2007) und "New Moon" (2009) sieht sich die neue Scheibe vor der schweren Aufgabe, das Niveau seiner Vorgänger mindestens halten zu müssen. Die Messlatte lag entsprechend hoch und musste erst erklommen werden. Doch so wirklich Gefahr, die erste Enttäuschung des Jahres abzuliefern, liefen die sechs Finnen um Ausnahmesänger Mikko Kotamäki (u.a. BARREN EARTH) im Verlaufe des Albums nicht.
"Emerald Forest and the Blackbird" knüpft da an, wo "New Moon" aufgehört hat. SWALLOW THE SUN schaffen es auf ihrer neuen Platte von vorne bis hinten den Hörer in ihren Bann zu ziehen. Das Wechselspiel zwischen aggressiven Parts, die mit Growls, eiskalten oder tonnenschweren Riffs und einer wummernden Doublebass ausgestattet sind, und düsterromantischen, kitschig-melancholischen Passagen, welche die Vertonung von Welt- und Herzschmerz darstellen, ist der Grundstein für ein intensives Hörerlebnis.

Einen guten Überblick über "Emerald Forest and the Blackbird" gibt direkt der Opener und gleichzeitige Titeltrack. Hier werden verschiedene Elemente verwendet, die im Verlaufe des Albums weiter herausgearbeitet werden. So zeigt Kotamäki, was für ein herausragender Sänger er ist, indem er spielend zwischen gesprochenen, düsteren Rezitaten, emotionalem, klarem Gesang, tiefen Growls und fiesem Gekreische wechselt. Dadurch bekommen die Texte, die sich überwiegend damit befassen, wie man mit Verlusten umgeht und sich mit Entscheidungen, die man im Leben trifft, auseinandersetzt, zusätzliche Aussagekraft.
Entsprechend hierzu gestaltet sich die Musik von SWALLOW THE SUN. Auf "Emerald Forest and the Blackbird" findet sich all das wieder, was man von der Band erwartet hat. Es gibt langsame, schleppende Parts, die den doomigen Charakter der Musik unterstreichen, dazu eiskalte Riffs, die an Black Metal erinnern, flottere Nummern ("Hate, Lead The Way") und herzerweichende, von der Akustikgitarre getragene Songs wie "This Cut Is The Deepest". Letztgenannter Song stellt eines der Highlights des Album dar.
Interessant ist, dass die Songs größtenteils eingängig gestaltet sind und sich dem Hörer schnell erschließen, jedoch erst nach einigen Durchläufen ihre komplette Wirkung entfalten. In Songs wie dem Titeltrack oder "Silent Towers" gibt es einiges zu entdecken, was einem beim erstmaligen Hören verborgen bleibt. SWALLOW THE SUN haben den deathigen Anteil zurückgeschraubt und dadurch vermehrt ruhigere Passagen untergebracht, die den Songs bei genauerem Hinhören mehr Tiefe verleihen.

Auf der bereits vorab ausgekoppelten Single "Cathedral Walls" wird Kotamäki gesanglich von Anette Olzon (NIGHTWISH) unterstützt, welche durch ihre verletzlich wirkende Stimme dem Song zusätzlich eine weichere Note verpasst. Als Auskopplung durchaus sinnvoll, da es der am leichtesten zugängliche Song des Albums ist, muss man sich jedoch fragen, ob der Gastbeitrag wirklich nötig war. Ein Song mit Anette Olzon lässt sich gut vermarkten, an und für sich hätte das Stück aber auch ohne den Gastbeitrag seine Wirkung entfaltet. Insbesondere, wenn man einen Sänger wie Kotamäki im Boot hat.

Angenehm ist, dass sich SWALLOW THE SUN kaum Hänger gönnen. Beinahe jeder Song präsentiert sich mitreißend und spannend. Lediglich "Hearts Wide Shut" und "Labyrinth of London" (der vierte Teil der "Horror"-Reihe) wollen bei mir nicht so ganz hängen bleiben. Die Songs sind zwar nicht schlecht, aber fallen gerade im Vergleich zu den ersten Songs von "Emerald Forest and the Blackbird" etwas ab.
Zum Abschluss gibt es mit "14th April", das mit sehr orchestralen Keys punktet und Erinnerungen an alte MY DYING BRIDE weckt, und "Night Will Forgive Us" noch zwei bedrückende, bewegende Songs, die den Hörer in die Stille entlassen und ihn zwangsläufig dazu bewegen, auf den Repeat-Knopf zu drücken. Irgendwie vergingen die 66 Minuten der Scheibe viel zu schnell und es gibt aufgrund der Vielschichtigkeit der Musik noch genug zu entdecken.

Anspieltipps: "Emerald Forest and the Blackbird", "Hate, Lead The Way", "This Cut Is The Deepest" (Autor: Malte H.)
Fazit:
SWALLOW THE SUN liefern mit "Emerald Forest and the Blackbird" ein erstes Highlight im Jahr 2012 ab. Die Finnen halten spielend das Niveau der beiden starken Vorgänger und präsentieren sich vielschichtig und emotional. Songs wie vor allem der Titeltrack zeigen nicht nur die musikalische Vielfalt der Band auf, sondern begeistern durch verschiedene Stimmungen und packende Kompositionen. Über allem schwebt der variable Gesang von Mikko Kotamäki, der einmal mehr unter Beweis stellt, was für ein herausragender Sänger er ist.
All das zusammen macht "Emerald Forest and the Blackbird" zu einem extrem guten Album, welches jeder Anhänger melancholischen Death-Dooms bzw. Goth-Dooms in seinem Regal stehen haben muss. In dem Bereich führt mittlerweile kaum ein Weg an den Finnen vorbei.

Kommentare

13.02.2012 16:29 Uhr Norrøn
Bores me to death. Das Album. Nicht mal ansatzweise so genial wie die ersten beiden Alben oder "Hope". Naja, diese Tendenz hat sich ja mit "New Moon" schon abgezeichnet, von daher überrascht's mich auch nicht weiter.
 
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13.02.2012 12:23 Uhr Lazarus
Hmm gut geschrieben. Ich halte das Album aber noch für deutlich schwächer als alle Vorgänger. Werde dem aber nochmal ein par Durchläuffe gönnen.
 
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Cover

Trackliste


01. Emerald Forest and the Blackbird
02. This Cut Is the Deepest
03. Hate, Lead the Way
04. Cathedral Walls
05. Hearts Wide Shut
06. Silent Towers
07. Labyrinth of London (Horror Pt. IV)
08. Of Death and Corruption
09. April 14th
10. Night Will Forgive Us

Künstler


Juha Raivio - Guitars
Matti Honkonen - Bass
Markus Jämsen - Guitars
Aleksi Munter - Keyboard
Mikko Kotamäki - Vocals
Kai Hahto - Drums

Gastmusiker:
Anette Olzon Blyckert - Vocals (Track 4)
Aleah - Vocals (additional) (Track 1, 7)

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