Metal.tm - Musik Community, Portal & Magazin

Geschrieben: 23. Mai. 2013CD Review

Paria

Surrealist Satanist

Bewertung ( 8 von 10 ):

0123456701

Genre:

Black Metal

Spieldauer:

44:04

Label:

Vetrieb

Land

Fahne Deutschland

Release

17.05.2013

Link


Ziemlich unerwartet und ohne große Ankündigung, schlagen die deutschen PARIA mit ihrem dritten Longplayer "Surrealist Satanist" auf. Doch es ist nicht so, dass PARIA sich irgendwie verstecken müssten, dies haben sie schon mit den beiden Vorgängern eindrücklich bewiesen. Und "Surrealist Satanist" macht keine Anstalten, den Wahnsinn der ersten beiden Alben irgendwie abändern zu wollen.

Nichtsdestotrotz haben sich PARIA entwickelt, nicht - wie das Cover vielleicht suggerieren könnte - zum einem Stoner oder Psychedelic Act, sondern sie haben ihre eigene Black Metal Spielart auf dem dritten Album innert fünf Jahren noch weiter verfeinert und bieten auf "Surrealist Satanist" die ganze Bandbreite ihres Können an.
Das Album beginnt stimmungsgemäß mit einem düsteren Intro, bevor dann der Titeltrack unter schleppenden Gitarren den Wahnsinn eröffnet und den Kurs für die nächsten knapp 45 Minuten vorgibt. Ebendieser Titelsong illustriert perfekt die verschiedenen Facetten des Albums. Er beginnt für kurze Zeit schleppend bevor unter heulenden, dissonanten Gitarren die mal schnelleren mal midtempo-lastigeren Riffs auf den Hörer einschlagen. Schon diese Startminuten zeugen von der unglaublichen Dynamik und Vielfalt, die PARIA auf diesem Album an den Tag legen. Da wären einerseits die verschiedenen Tempi, die geschickt miteinander verwebt und enorm stimmungspassend verwendet werden. Dazu kommen die großartigen Gitarren, die wohl das ganze Repertoire des Black Metal in- und auswendig zu kennen scheinen. Hier treffen prägnante Riffs der Marke DARKTHRONE auf dissonante, verschachtelt gespielte Dissonanzen der Marke DEATHSPELL OMEGA, garniert mit einem überraschenden Gespür für kurze und prägnante Melodien. Man könnte dies jetzt lässig als okkulten Black Metal abtun, doch "Surrealist Satanist" hat dies eigentlich nicht verdient. Denn das Album verbindet so viele Stimmungen, dass dieser Begriff als Beschreibung nicht ausreicht. Bestes Beispiel ist hier wohl "The Green Angels Of Obscurity", das vor allem in seinen Anfangsminuten ein wahres Black Metal Feuerwerk zündet, das jeden Fan dieser Musikrichtung völlig begeistert zurücklassen muss.

Bezeichnend ist auch die Vielfalt der Einflüsse, die man auf "Surrealist Satanist" ausfindig machen kann. An allererster Stelle standen hier wohl die Landsmänner von KATHARSIS Pate, deren Wahnsinn PARIA vollständig verinnerlicht zu haben scheinen und diesen so gut rüberbringen, wie es sonst nur ebendiese KATHARSIS können. Aber auch die französischen Spielarten können, besonders im Riffing, entdeckt werden. Da sind sowohl die angesprochenen DEATHSPELL OMEGA, aber auch Bands wie AOSOTH oder ANTAEUS gemeint, die auch ihre Spuren auf dem Album hinterlassen haben. Zu guter Letzt erinnern PARIA stellenweise auch an die radikaleren (und vor allem schnelleren) Vertreter des DSBM, namentlich SILENCER oder STERBEND. All diese Einflüsse nehmen PARIA und mixen sie zu einem Album, das an Wahnsinn und Wahnwitz kaum zu überbieten ist und den Hörer dementsprechend fordert und mit Details nur so überhäuft, viel stärker noch als auf den Vorgängern.

Die angesprochenen Entwicklungen im Vergleich zu "Unchain The Unclean" sind zwar eher detailorientiert, doch sie sind eindeutig vorhanden und gewichtig. So, kommt der Drittling mit einem guten Stück mehr Spielzeit daher, was sehr positiv zu werten ist. Dies schlägt sich auch auf die einzelnen Songs nieder, so schafft "Sodomsphinx" fast die Zehn Minuten Marke. Aber auch der Sound scheint sich geändert zu haben, denn PARIAs Songwriting scheint riesige Sprünge gemacht zu haben. Die Songs kommen unglaublich dicht und ineinander verwoben, ja fast schon chaotisch, daher, man höre nur mal das völlig entfesselte und fast schon überbordende "(Behold) The Face Of The Timeless Usher", das dem Hörer wohl das Kinn ziemlich tief kippen lässt. Dies ist vor allem der vor Wahnsinn geradezu überquellenden Atmosphäre zuträglich, sorgt aber auch dafür, dass "Surrealist Satanist" einen enormen Langzeitwert bietet und immer wieder mit neuen Stimmungslagen und Riffs daherkommt.
Zusätzlich ist der Gesang um einiges variabler gestaltet und erstreckt sich von "normalem" Gekeife bis hin zu großartigen Klageschreien, die fast schon von SILENCER stammen könnten. Auch diese ist wiederum der Abwechslung und den verschiedenen Stimmungslagen enorm zuträglich und rundet ein famoses und ordentlich mitreißendes Black Metal Album perfekt ab. (Autor: Tizian C.)
Fazit:
PARIA bieten uns auf ihrem Drittling modernen, sehr abwechslungsreichen und mit viel Wahnsinn gespickten Black Metal. Die Musik zeugt von vielerlei Einflüssen und schafft es erstmals, den Landsmännern KATHARSIS gefährlich nahe zu kommen. "Surrealist Satanist" besticht durch seine vielen Stimmungslagen und den Musik gewordenen Wahnsinn, der durch großartigen Gesang nur noch verstärkt wird und dafür sorgt, dass es sich hierbei wohl klar um das bisher stärkste PARIA Album handelt. Da darf man noch Großes erwarten in Zukunft. Bis dahin dürfte wohl jeder Black Metal Fan mit "Surrealist Satanist" seine helle Freude haben.

Kommentare

Diese Kommentare im Forum anzeigen.    
Gastkommentar schreiben
Gastkommentare werden nach Prüfung freigeschaltet.
 

Cover

Trackliste


1. Psychonautikkch Paradigma
2. Surrealist Satanist
3. The Green Angels of Obscurity
4. Wormlike Proselitysm
5. (Behold) The Face Of The Timeless Usher
6. Sodomsphinx
7. Oceans Of Spermwhite Solitude

Künstler


Akeon - Guitars
Gonzo Goatpestilence - Drums
Panzerdaemon - Bass Vocals

Review verlinken


Review-URL

Review-Code (HTML)

Review-Code (BBCODE)

Short-URL

Bookmark and Share Subscribe

Facebook-Kommentar

Anzeige

 
 Besucher heute: 680    
(metal.tm beta v0.874)