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Geschrieben: 09. Mai. 2012CD Review

Syn Ze Sase Tri

Sub Semnul Lupului

Bewertung ( 8 von 10 ):

0123456701

Genre:

Symphonic Black Metal

Spieldauer:

43:00

Label:

Vetrieb

Land

Fahne Rumänien

Release

24.05.2012

Link


Rumänien. Ein Land, welches zumindest den hartgesottensten Metal-Liebhabern bekannt sein sollte, schließlich stammt die detailverliebte Black Metal Formation NEGURA BUNGET von dort. Dem Rest der Welt ist wohl nur Transsilvanien (oder Siebenbürgen) geläufig, was nicht als Schande zu werten ist. Im Underground dieses Landes allerdings tummeln sich einige vielversprechende Interpreten aus verschiedensten Kategorien, darunter auch SYN ZE SASE TRI, die sich dem symphonischen Black Metal verschrieben haben, mit "Sub Semnul Lupului" ihr zweites Album im Kasten haben und beim italienischen Label Code666 (Sublabel von Aural Music) unter Vertrag stehen.

Dass gerade dieses Genre seit einiger Zeit so stark floriert wie eine Sonnenblume bei Eiseskälte, ist kein Zufall: Zu viel Kitsch, zu wenig Black Metal, und daher kaum Substanz. Bekannte Größen wie DIMMU BORGIR oder EMPEROR haben sich anderen Zielen zugewandt, letztere sogar aufgehört und darüber hinaus schießen sich einige unbekanntere Vertreter wie LIMBONIC ART selbst ins Aus. Man kann also schon behaupten, dass sich die Rumänen hier einen Stil ausgesucht haben, in dem große Fußstapfen hinterlassen und kleinere Ausrufezeichen gesetzt wurden. Ihr Vorteil aber ist es, dass sie trotz der Verwendung ihrer Muttersprache, rumänisch-folkloristischen Elementen und der eigenartig anmutenden Selbstdarstellung nicht auf den sogenannten Exoten-Bonus angewiesen sind, sondern auch ohne jenen ein fulminanten und spannenden Zweitling attestiert bekommen.

Für Außenstehende oder, präziser gesagt, Metalfans aus dem Westen, wird es zwar größtenteils immer ein Rätsel bleiben, warum gerade Bands aus solchen Regionen auf ihre eigene Landessprache setzen anstatt ihre Musik mit der Verwendung der englischen Sprache zugänglicher zu machen, ich allerdings finde, dass genau dies solche Bands vom Gros der Szene abhebt. Das klingt zumeist einfach eigenständiger, souveräner und damit auch authentischer. Bereits das Intro "Sorocul" und der Titeltrack, der mit männlichen Chören eingeleitet wird und dann in heftigen Gitarrenwänden inklusive düsteren Keyboardklängen ausufert, profitieren davon. Erfreulich ist, dass SYN ZE SASE TRI viel Wert auf Variantenreichtum, eigene Kreativität bzw. Innovationen und Spannungsbogen legen. Die Genredefinition muss zwar anhand von "Sub Semnul Lupului" nicht umgedichtet werden, erfrischend unkonventionell und einzigartig klingt's allerdings trotzdem. So gibt es wie im bereits erwähnten Titeltrack oder "Nemuritor Si Vecinic" zum Beispiel Parts, die sich schneller ins Gedächtnis brennen, während andere Nummern wie das wirre und folkige Stück "Inteleptul Intrupat" aufgrund zunächst merkwürdig anmutenden Klanggebilden und schnellen Tempowechseln dem Hörer eine Herausforderung auferlegen. Mein persönliches Highlight stellt "In Pantecu Pamantului" dar. Mutig, wie hier Flöten, Clean-Gitarren, sphärische Keyboards und Keifgesang zu einem sehr einprägsamen und düsteren Stück mutieren und zu keiner Zeit auf die Wut der E-Gitarren angewiesen sind.

Was auf dem Debüt "Între Două Lumi" vielleicht noch mehr ambitioniert als gekonnt wirkte, kommt auf "Sub Semnul Lupului" stark gereift, intelligent arrangiert bzw. komponiert und durchaus gekonnt zu Tage - und das nur ein Jahr nach dem Einstand. Das zweite Machwerk braucht durchaus seine Zeit, liefert dabei dennoch aber immer wieder Anhaltspunkte, an denen man die Gutklassigkeit der musikalischen Darbietung ausmachen kann. Das akustische Intro von "Inaripat Si Impietrit" und die beklemmende Atmosphäre, die in diesem und dem abschließenden "Venirea" herrscht, sind derartige Wegweiser, die einem Zugang zu diesem Werk gewähren. Darauf kann der Hörer aufbauen und weitere Hördurchgänge wagen. (Autor: Pascal S.)
Fazit:
Und genau das wird kein Fan von melodischem und symphonischem Black Metal bereuen. SYN ZE SASE TRI sind auf "Sub Semnul Lupului" in der Lage, eigenständige und innovative Ideen mit Folk-Instrumenten und pechschwarzem Metal zu kombinieren, ohne dass sie dabei gezwungen anders wirken wollen. Im Gegenteil, das Gesamtergebnis klingt überzeugend, neuartig und sehr leidenschaftlich, es klingt, als wäre es genau so gewollt, und das muss ganz ohne irgendwelche Boni mit starken 8 Punkten entlohnt werden!

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Cover

Trackliste


01. Sorocul
02. Născut în negură
03. Vatra strămoşească
04. Legea străbunilor
05. Sub semnul lupului
06. Sîmbăta apelor
07. Nemuritor şi veşnic
08. Înţeleptul întrupat
09. În pîntecul pămîntului
10. Pustnicul munţilor
11. Înaripat şi împietrit
12. Venirea

Künstler


Hultan - Bass
Corb - Guitars, Vocals
Lycan - Vocals
Putrid - Drums

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