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Geschrieben: 27. August. 2012CD Review

Strydegor

In the Shadow of Remembrance

Bewertung ( 7 von 10 ):

0123456012

Genre:

Viking Death Metal

Spieldauer:

51:12

Label:

Vetrieb

Land

Fahne Deutschland

Release

23.03.2012

Link


"In the Shadow of Remembrance" ist das Zweitwerk von STRYDEGOR, einer jungen norddeutschen Band aus Mecklenburg-Vorpommern. 2005 unter dem Namen THE ALPHES gegründet, änderten sie 2007 nach einem Line-Up Wechsel ihren Namen und verschrieben sich endgültig dem Viking Metal. Schon im März 2008 erschien dann das erste Demo Album "Legends of Midgard" und im Herbst darauf die EP "Midwinter's Eve". Erste Pressestimmen erhoben sich und schließlich wurde das österreichische Label CCP auf die Jungs aufmerksam und nahm sie unter Vertrag. 2009 erschien dann ihr Debütalbum "Back on Ancient Traces", dessen Veröffentlichung leider durch einen herben Schicksalsschlag überschattet wurde: Kurz vor der Veröffentlichung verstarb Gitarrist Slava Giebel bei einem Autounfall. Die geplanten Live-Gigs spielten STRYDEGOR mit fremder Unterstützung trotzdem, aber danach wurde es erstmal ruhig um die Hagenower, Zukunft ungewiss.

Mit "In the Shadow of Remembrance" meldeten sich die verbliebenen Bandmitglieder, Sänger und Gitarrist Florian Kunde, Bassist Clemens Thieke und Drummer Sven Martinek, im März 2012 zurück und gedenken damit ihrem verstorbenen Freund. Die Texte handeln vom starken Zusammenhalt zwischen Brüdern und dem Konflikt zwischen Trauer und Schmerz und auch der Titel zeugt von der schweren Zeit, die die Band durchgemacht hat. Musikalisch bewegen sich STRYDEGOR zwischen AMON AMARTH, ENSIFERUM, DIMMU BORGIR und IMMORTAL. Neben dem typischen melodisch angehauchten Viking Metal Elementen finden sich also auch Black Metal Anleihen und selbst Thrash Riffs fügen sich hier ein. Somit decken die Hagenower ein breites Spektrum ab, bleiben trotz allem aber dem Viking Metal treu. Ein gutes Beispiel für den Stil dieser Band bietet der Song "Berserk". Hier lassen sich eigentlich alle musikalischen Elemente, die STRYDEGOR bedienen, wiederfinden: Melodische Parts treffen auf groovige Thrash-Anleihen gepaart mit einem dunklen Black Metal Einschlag. Die inbrünstigen, gutturalen Vocals von Florian Kunde fügen sich perfekt in das Gesamtkonzept ein und werten den Song noch zusätzlich auf. Besonders hervorstechend sind auch die treiben Double-Bass-Drums. Allgemein ist das instrumentale Zusammenspiel auf "In the Shadow of Remembrance" sehr stark. Die Übergange zwischen ruhigeren, teilweise akustisch angehauchten und melodisch dominierten Parts und schnelleren, aggressiveren Parts sind gut gewählt, ebenso wie die Soli, die einige der Stücke zusätzlich aufwerten. Besonders das Intro sowie die beiden Instrumentalstücke "In the Shadow of Remembrance" und "Meadguard" wissen hier zu überzeugen. Den Titelsong möchte ich an dieser Stelle noch einmal besonders hervorheben, denn er drückt den Schmerz über den Verlust des Gitarristen einfach perfekt aus. Er stimmt nicht nur nachdenklich, sondern auch ein bisschen traurig und ist ein gelungenes Tribut. Auch wenn die Instrumentalstücke insgesamt sehr stark sind und mir das Zusammenspiel besonders gut gefällt, gibt es hier auch etwas, was mir negativ auffällt. Oftmals erhält man den Eindruck, dass man das ein oder andere Riff schon mal irgendwo in ähnlicher Art und Weise gehört hat, was wahrscheinlich daran liegt, dass STRYDEGOR sich zum Teil noch sehr an ihren großen Vorbildern orientieren. Besonders die Parallelen zu AMON AMARTH sind immer wieder spürbar. Dennoch ist auch eine deutliche Tendenz zu einem eigenen Stil erkennbar. Die Thrash und Black Anleihen bringen Abwechslung in den typischen Viking Metal Sound und haben einen gewissen Wiedererkennungswert. Songs wie "Everlasting Allegiance", "Ride Into the Night" und "Waves of Sorrow" bleiben im Kopf hängen und zeugen definitiv von Hitpotenzial. Das Songwriting ist durchgehend erstklassig und birgt eine Menge Potenzial für diese noch recht junge Band. Ein kleiner Kritikpunkt ist noch, dass viele Songs sich zum Teil recht ähnlich anhören und sich die unterschiedlichen Facetten erst bei mehrmaligem Hören herauskristallisieren. Ein bisschen mehr Abwechslung könnte hier nicht schaden.

Wenn STRYDEGOR noch ein bisschen eigenständiger werden und sich die Tendenz zum eigenen Sound noch mehr verfestigt, haben die Hagenower Jungs definitiv das Zeug dazu sich neben namenhaften Künstlern einzureihen und mit ihrem nächsten Album große Erfolge feiern zu können. Das Potenzial und die Grundlagen dazu haben sie allemal!

Anspieltipps: "Everlasting Allegiance", "Berserk" und "Waves of Sorrow". (Autor: Bianca P.)
Fazit:
Viking Metal aus Norddeutschland, der sich durchaus sehen lassen kann! "In the Shadow of Remembrance" hinterlässt einen starken Gesamteindruck und sollte von Fans der Sparte unbedingt angetestet werden.

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Cover

Trackliste


01. Intro
02. In Memorial Fire
03. Fight for Decay
04. Everlasting Allegiance
05. Berserk
06. In the Shadow of Remembrance
07. Vafthrudnismal
08. Independent Realm
09. Ride into the Night
10. Waves of Sorrow
11. Meadguard

Künstler


Clemens Thieke - Bass
Sven Martinek - Drums
Florian Kunde - Guitars, Vocals

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