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Geschrieben: 04. Juni. 2012CD Review

Slime

Sich fügen heißt lügen

Bewertung ( 10 von 10 ):

0123456789

Genre:

Punk / Punkrock

Spieldauer:

46:00

Label:

Vetrieb

Land

Fahne Deutschland

Release

15.06.2012

Link


SLIME, das Urgestein der Deutsch-Punk Szene, eine Band wie ein Furunkel am Arsch der Gesellschaft und Grund zahlreicher Überstunden so mancher Beamter. Sie haben es tatsächlich getan, sie sind zurück! Nach etlichen Versuchen SLIME irgendwie durch Projekte oder mit Unterstützung befreundeter Musiker unter anderen Namen am Leben zu erhalten (z.B. ELF, RUBBERSLIME) kommt jetzt das Flaggschiff selbst wieder zum Zuge. Durch den Abgang von Stephan Mahler und Sven "Eddie" Räther, mussten Dirk, Elf und Christian erst einmal passenden Ersatz finden, was einige Zeit dauern sollte. Am Ende bekam man Unterstützung aus dem näheren Szene-Umfeld. Seit 2010 mischen Nici (Bassistin bei den MIMMI'S) und Alex Schwers (Schlagzeug u.a. bei HASS) bei den Hamburgern mit.

SLIME hatten mit dem Abschied von ex-Drummer Stefan allerdings ein weiteres Problem am Start, denn mit ihm verabschiedete sich auch der hauptsächliche Textschreiber. SLIME wären aber nicht SLIME wenn sie so etwas aufhalten würde. Sie machten aus der Not eine Tugend und entschieden sich selbst, überhaupt keine Texte zu schreiben, sondern die alten Lehren des anarchistischen Schriftstellers und Publizisten Erich Müsam dem Volk etwas näher zu bringen. Ehrlich gesagt eine gewagte Idee, die im ersten Moment vielleicht komisch klingt und von der man annehmen könnte, dass es nicht wirklich passt. Begrabt eure Zweifel, denn es passt wie der oft zitierte "Arsch auf Eimer".
Dirk brüllt die Ferse in gewohnter Manier ins Mikro und gerade bei Songs wie "Seenot", "Zum Kampf" oder "Rebellen" fühlt man sich in die 80er zurückversetzt, nur dass die Texte niveauvoller rüberkommen bzw. auf irgendeine Art und Weise erwachsener und würdevoller klingen.

Musikalisch war ich auch sehr gespannt auf die neuen Sachen, hat mir seinerzeit das Album "Schweineherbst" nicht wirklich 100%ig gefallen. SLIME haben 18 Jahre Zeit gehabt ihren alten Sound wiederzufinden oder vielleicht sogar einen neuen zu kreieren. Ein weiteres Mal liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Der Opener und Titeltrack "Sich fügen heißt lügen" z.B. ist ein absoluter Schlag in die Fresse und hätte rumpeliger produziert auch gut auf den Klassiker "Alle gegen alle" gepasst, während "Bett aus Lehm und Jauche" nach 90er Jahre SLIME klingt. Sie scheinen vor Ideen überzusprudeln und lassen sich von allen möglichen Bands und Richtungen inspirieren, schütteln das Ganze dann einmal kräftig durch und knallen dem Hörer einfach so eines der besten Punk Alben jemals an den Kopf. "Sich fügen heißt lügen" ist das abwechslungsreichste und durchdachteste SLIME Album überhaupt geworden. Bei den ganzen Einflüssen und Gimmicks ist der gesamte Sound irgendwo genau da wo er hingehört, nämlich eine Schnittmenge aus der alten Zeit ("Alle gegen alle", "Yankees Raus") und den letzten Alben ("Viva la muerte" und "Schweineherbst").
Diese Scheibe treibt alten SLIME Fans wirklich die Freudentränen in die Augen und hätte besser kaum ausfallen können.

Anspieltipps: "Sich fügen heißt lügen", "Seenot" und "Zum Kampf", das zweifelsohne eine weitere SLIME-Hymne werden wird. (Autor: Sascha S.)
Fazit:
SLIME haben nichts von ihrer Aggression eingebüßt und bringen nach 18 Jahren eine brutal geile Scheibe raus, so als wäre nichts gewesen. "Sich fügen heißt lügen" ist die perfekte Mischung aus der "guten alten Zeit", dem SLIME-Sound der letzten beiden Alben und einigen neuen bzw. bisher nicht berücksichtigen Klängen und Einflüssen.
Schön, dass die Jungs (und Nici) immer noch so fit sind ein solches Album einzuspielen. Mein bisheriges deutschsprachiges Lieblings-Album ("Viva la muerte") bekommt hier ernsthafte Konkurrenz. Kult, Kult, Kult.

Kommentare

05.06.2012 09:42 Uhr Benne
YEAH - der Titeltrack rockt schonmal derbst!
 
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Cover

Trackliste


01. Sich Fügen Heißt Lügen
02. Rebellen
03. Freiheit In Ketten
04. Wir Geben Nicht Nach
05. Seenot
06. Bürgers Alptraum
07. Bett Aus Lehm Und Jauche
08. Revoluzzer
09. Trinklied
10. Zum Kampf
11. Bauchweh
12. Lumpen
13. Das Beil
14. Soldatenlied
15. Alle Gegen Alle (Live So36 2010)
16. Mensch (Live So36 2010)
17. Deutschland (Live So36 2010)

Künstler


Dirk - Gesang
Elf - Gitarre
Christian - Gitarre
Nicki - Bass
Herr Schwers - Drums

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