Geschrieben: 21. September. 2009CD Review
Nervecell
Preaching Venom
Bewertung :
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Genre:
Death Metal
Spieldauer:
45:21
Label:
Vetrieb
Land

Vereinigte Arabische Emirate
Link
Wenn wir "Dubai" hören, denken wir an Wüste, Sand, Orient und unbezahlbare Hotelzimmer mit Gold-Marmor Armaturen in 50 Quadratmeter großen Nasszellen. Dass Dubai aber auch das weltbekannte und gut besuchte Desert Rock Festival beherbergt, blitzt uns erst später durch die grauen, trägen Gehirnzellen. Viel mehr in Sachen Metal hört man allerdings nicht aus dem beschaulichem Emirat am Persischen Golf (Encyclopedia Metallum listet gerade mal 18 Bands); Zumindest bis NERVECELL auf den Plan traten. Seit 1999 existiert die Death-Combo mit zwischenzeitlichen Änderungen im Lineup. 2003 gab's die erste Demo "Vastlands Of Abomination" und mit "Human Chaos" im folgenden Jahr die erste Single, durch welche NERVECELL sofort einschlägigen Erfolg verbuchen konnten. Festivals auf der ganzen Welt rissen sich um die Neuentdeckungen aus dem Metal-Exoten Land. Erst 2008 gibt die Band den großen Nachschlag namens "Preaching Venom". Das eigentlich bereits über ein Jahr alte Album, wird diesen Oktober nach langer Label-Suche erneut über Lifeforce Records international veröffentlicht.
Schon nach dem ersten Durchlauf im Spieler brauche ich nicht überlegen welche Kritikpunkte anzubringen sind. Es existieren schlichtweg keine. Die einzige Antwort ist: SO muss sich ein makelloses Deathmetal Album anhören und kein Stück anders.
Mit ordentlicher Bandbreite üben sich NERVECELL in technischem Deathmetal mit Thrash-Einflüssen, rasantem Riffling und erstaunlich präzisem Drumming, dank PSYCROPTIC Schlagzeug-Meister Dave Haley. Nach einem Akustischen Gitarrensolo-Intro erheben sich die konkurrenzlos umher wütenden Growls über die bis dato recht groovigen Gitarrenklänge. Das tiefe, energische Stimmorgan findet in dem ebenso breiten wie großen Khazaal schließlich auch einen ordentlichen Resonanzkörper. Einstweilen hört man den ein oder anderen Einfluss, den ich der traditionellen Musikkultur des nahen Osten zuschreibe.
Mustafa bringt sich fließend mit melodisch- artistischen Soli ein, die sicher so manch erfahrenen Gitarristen vor Neid erblassen lassen werden. Diese zwischenzeitliche Harmonie vermengt mit der restlichen Klanglandschaft von NERVECELL ergibt im Ganzen ein beeindruckendes, geordnetes Chaos, dem man selbst als ungeübter Deathmetal-Hörer problemlos folgen kann und bei dem geübten Death-Fans zweifellos das Wasser im Mund zusammen läuft.
Info am Rande:
Alle derzeitigen Band-Mitglieder sind keine gebürtigen Dubaier und besitzen auch keinen dementsprechenden Pass. Sänger Rajeh "James" Khazaal ist eigentlich Libanese, Barnaby "Barney" Ribeiro ist halb Inder und halb Portugiese, Rami Mustafa ist Jordanier und Dave Haley Australier. So funktioniert also Völkerverständigung und Globalisierung.
(Autor: Saskia Z.)