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Geschrieben: 26. Januar. 2014CD Review

Nasheim

Solens Vemod

Bewertung ( 8 von 10 ):

0123456701

Genre:

Black Metal

Spieldauer:

48:01

Label:

Vetrieb

Land

Fahne Schweden

Release

14.02.2014

Link

-

NASHEIM aus Schweden existieren mittlerweile seit 2001, haben aber augenscheinlich während dem bisherigen Verlauf ihrer Karriere das Augenmerk mehr auf Qualität denn auf Quantität gelegt. So existieren gerade mal zwei Demos, eine Compilation dieser, sowie eine Split mit den weitaus bekannteren und eifrigeren ANGANTYR. Dass NASHEIM mit ihrem knapp 26-minütigen Song die Veteranen auf ebenjener Split aber vollständig an die Wand gespielt haben, lässt die Erwartungen an "Solen Vemod" aber um einiges ansteigen. Nichtsdestotrotz muss man sich die Frage stellen, wie viel von dieser Qualität im Endeffekt übrig geblieben ist, denn besagte Split – der letzte Output mit Beteiligung von NASHEIM – liegt mittlerweile geschlagene sieben Jahre zurück.

Nun denn, umso gespannter darf man sein, wie NASHEIM diese sieben Jahre genutzt haben und nun mit "Solens Vemod" das Black Metal Jahr einläuten. Songtechnisch haben sie sich jedoch auch auf "Solens Vemod" nicht unbedingt auf Quantität gesetzt, denn das Album bietet gerade mal vier Songs, die glücklicherweise aber alle zwischen neun und 13 Minuten Spielzeit auf die Waage bringen.
Den wunderbar getragenen Start macht "En Nyckel till drömmars grind", das gleich zu Beginn zeigt, wohin die Reise in den nächsten 45 Minuten führen wird. NASHEIM präsentieren dem Hörer sehr atmosphärischen, größtenteils getragenen und mit viel Dynamik vorgetragenen Black Metal, der sowohl Einflüsse aus den klassischen Vertretern als auch von amerikanischen wie ALDA, FALLS OF RAUROS oder den großen WOLVES IN THE THRONE ROOM bezieht. Ein weiterer offensichtlicher Einfluss stellen die Landsmänner von VINTERLAND dar, an welche vor allem die elegische und fantastische Gitarrenarbeit von NASHEIM erinnert.

Mit "Jag Fyller min bägare med tomhet" legen die Schweden dann aber noch eine Schippe drauf. Besonders in diesem zweiten Song zeigt sich, wie stark das Album auch von der "sanften" Produktion lebt. Wo andere Bands mit einer harschen, rauen Produktion aufwarten und somit für eine urige, naturnahe Atmosphäre sorgen, setzen NASHEIM auf eine eher dünne, "weichere" Produktion, die auf viel Hall und Raum setzt. Dadurch werden die furiosen und rasenden Passagen - welche die Band in ebendiesem "Jag Fyller min bägare med tomhet" fantastisch zu Tage fördert und dabei eine beeindruckende Musikalität zeigt – leicht entschärft und sind somit perfekt und dynamisch mit den getrageneren Teilen verbunden. So sorgen NASHEIM vor allem in diesem Song, aber auch das ganze Album hindurch, für eine wunderbar elegische, melancholische und winterliche Atmosphäre. So auch im darauffolgenden "Att av ödets tradar väva sorg", das mit wunderbaren Choreinlagen und treibenden Riffs und Melodiebögen aufwartet. Diese werden auch hier dynamisch mit ruhigeren, getrageneren Passagen verwebt, welche die naturnahe Atmosphäre noch weiter unterstreichen. Letztere leiten dann auch das abschließende "Vördnad" einleiten, welches nicht nur den kürzesten Titel sondern auch die kürzeste Spielzeit trägt, welche aber dennoch mit fast zehn Minuten zu Buche schlägt. Dabei zeigen die Schweden, wie gut sie mit einem geordneten Aufbau umzugehen wissen und zeigen einen nahezu perfekten Songaufbau, welche diese zehn Minuten als fast schon zu kurz dastehen lässt und dem Hörer zum Ende hin eine wunderbare Katharsis offenbart. Hier zeigen NASHEIM ein letztes Mal, warum sie bis anhin zu den am meisten geschätzten Bands im Untergrund gehörten, denn das Gebotene ist hier schlichtweg extraklasse.

Kritikpunkte zu finden, damit tut man sich bei "Solens Vemod" wirklich schwer. Das Album bietet eine rundum gelungene, mitreißende und einnehmende Mischung aus Atmosphäre - die trotz der verhallten Produktion noch sehr naturnah wirkt und dabei stark an eine schwedische Version von WITTR erinnert – Melodie, Raserei und Musikalität. Dadurch sollte das Album jeden zufriedenstellen, der sich etwas aus anspruchsvollem, modernem aber dennoch seinen Wurzeln treuem Black Metal macht. Und auch wenn "Solens Vemod" etwas Einarbeitungszeit benötigt, belohnt es den Hörer am Ende mit einem vielschichtigen, detailverliebten und melodiebeflissenen Album.
(Autor: Tizian C.)
Fazit:
Mit "Solens Vemod" sorgen NASHEIM wie erhofft für das erste Highlight im Black Metal Jahr 2014. NASHEIM setzen dabei auf überlange, eher komplex gehaltene und melodiebeflissene Songs, die stark auf Dynamik, Melodie und Atmosphäre setzen und dabei an eine Art schwedischer WOLVES IN THE THRONE ROOM erinnern. Dabei schaffen es NASHEIM, Raserei und Melodie wunderbar zu einer atmosphärischen, mitreißenden und elegischen Mischung zu vereinen. Zu empfehlen ist dieses fantastische Debut, das vielleicht noch einen zusätzlichen Song vertragen hätte, aber dennoch allen Black Metal Fans, die sich auch nur im Geringsten für die modernere Ausrichtung dieser Musik interessieren.

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Cover

Trackliste


1. En nyckel till drömmars grind
2. Jag fyller min bägare med tomhet
3. Att av ödets trådar väva sorg
4. Vördnad

Künstler


E. Grahn – All Instruments & Vocals

Gastmusiker:
E. Almroth – Cello, Violin

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