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Geschrieben: 12. April. 2012CD Review

Lamb Of God

Resolution

Bewertung ( 9 von 10 ):

0123456780

Genre:

Groove Metal

Spieldauer:

56:45

Label:

Vetrieb

Land

Fahne USA

Release

20.01.2012

Link


Mit "Resolution" präsentiert das Richmonder Quintett LAMB OF GOD bereits sein siebtes Studioalbum (sofern man "Burn the Priest" mitzählt), was bedeutet, dass er seit seiner Gründung 1990 nahezu alle zweieinhalb Jahre ein neues Album raus gebracht hat. Eine beachtliche Leistung die bei dem ein oder anderen vielleicht den Verdacht aufkeimen lässt, dass Wiederholungen dabei nicht ausbleiben - tja, nicht bei LAMB OF GOD! Wer die Entwicklung dieser unglaublich erfolgreichen Band verfolgt hat, weiß, dass sie sich seit ihren Anfängen konstant von Album zu Album weiterentwickelt hat und so ihren eigenen unverkennbaren Sound kreiert hat. Dennoch ruhen sich LAMB OF GOD nicht auf ihren Lorbeeren aus, sondern sorgen auch mit "Resolution" wieder für frischen Wind.

Nachdem die Band sich mit "Sacramento" und "Wrath" immer weiter von ihrem ursprünglichen Metalcore Image entfernt und immer mehr dem Groove Metal zugewandt hat, scheint sie diese Entwicklung auf "Resolution" zu perfektionieren, indem sie zentrale Elemente der beiden Vorgängeralben miteinander kombiniert. Die knüppelharte Power von "Wrath" trifft auf die progressive Feinfühligkeit von "Sacrament" und das Ganze gipfelt in einer unglaublichen musikalischen Vielseitigkeit, die erst nach mehrfachem Hören vollends erfasst werden kann. Dies liegt allerdings nicht an einer hohen Komplexität, sondern vielmehr an den unterschiedlichen Stimmungen, Wendungen und kreativen Einfällen, die auf "Resolution" zu finden sind.
Alle 14 Tracks sind voller Überraschungsmomente und liefern eine unglaubliche Detailgenauigkeit, die mal wieder das hohe Potenzial dieser Formation offenbart. Neben dem instrumentellen Geschick ist auf "Resolution" aber auch besonders das Songwriting hervorzuheben.Anders als auf den Vorgängeralben geht Blythe hier mehr in die Tiefe und versucht wirklich eine Message zu überbringen:

"Resolution is an introspective record and goes over some uncomfortable things for me. I hope people that hear those lyrics will look at themselves and look at the world around them and say 'This is where I am, I don't like this.' and try to invoke a change in themselves. My overall feeling for this record is 'awakening'." (Blythe)

Aber nicht nur textlich, auch musikalisch bedienen sich LAMB OF GOD einer unglaublich großen Palette, die immer wieder für Abwechslung sorgt. Schon der Opener "Straight for the Sun" sorgt für erste Überraschungen. Zum einen ist er sehr kurz gehalten und könnte eventuell auch als Intro gelten und zum anderen zeigt er eine ganz ungewohnte Seite von LAMB OF GOD. Sie präsentieren hier doomig angehauchten, schwerfälligen Groove, der stellenweise an DOWN erinnert und die tiefen dunklen Gitarren rufen in mir sogar MASTODON Assoziationen hervor, dennoch steht der Titel für sich selbst und wirkt nicht abgekupfert. Mit "Desolation" ist die anfängliche Verwirrung aber auch schon wieder verflogen und mein Kopf wippt in gewohnter LAMB OF GOD Manier mit. Darauf folgt „Ghost Walking“, welches durch seinen akustischen Anfang und ein geniales Gitarrensolo im Instrumentalteil zu überzeugen weiß. Nachdem sich die Nackenmuskulatur nun so langsam eingewöhnt hat folgt mit "Guilty" ein echter Kracher. Rasend schnelle Gitarren und aggressives, dominantes Drumming erinnern an "Wrath" und laden zum Gemetzel im Pit ein. Der nachfolgende Song "The Undertow" besitzt nicht nur ein absolut geniales, einprägsames Riff, sondern hat besonders im Refrain auch hynmenartige Züge, die ihn live sicher zu einem starken Song werden lassen. Mit "The Number Six" geben LAMB OF GOD "Resolution" ebenfalls eine neue Note. Er ist nicht nur melodisch angehaucht, sondern weiß auch durch viel Gefühl und einen Schuss Progressivität zu überzeugen. Blythe schöpft hier aus den Vollen und bedient sich neben düsterem guttural beherrschten Gesang auch hohen, lauten Screams, Flüstern und im Refrain beinahe clean angehauchten Vocals. Insgesamt stimmt der Song melancholisch bis nachdenklich und ist mit Sicherheit einer der Stärksten auf dieser Platte. In der Mitte des Albums folgt mit dem reinen Instrumental "Barbarossa" eine kurze Atempause bevor die zweite, deutlich melodischere Hälfte der Scheibe einsetzt. Diese enthält neben den schnellen Nackenbrechern "Invictus", "Cheated" und "Visitation" auch die ruhigeren, sehr melodischen Songs "Insurrection" und "Terminally Unique". Hier ist besonders "Insurrection" hervorzuheben, welches neben dem absolut genialem Instrumentalpart abermals vor allem durch den nahezu klaren Gesang von Blythe überzeugen kann. Insgesamt ist dieser Song sehr detailreich und regt wirklich zum Nachdenken an. Die absolute Überraschung des Albums kommt aber erst ganz am Schluss: Mit "King Me" haben LAMB OF GOD einen meisterhaft epischen Song erschaffen, in dem viel Experimentierfreudigkeit erkennbar ist. Weiblicher, klassischer Gesang, Sprechparts, Chorgesang und Orchesterunterstützung - dieser Track hat so ziemlich alles, was man bei LAMB OF GOD nie erwartet hätte und ist damit ohne Zweifel der bisher künstlerisch anspruchsvollste Song dieser Band. Ganz klar einer meiner Favoriten auf dieser Scheibe.

Insgesamt bin ich von "Resolution" sehr angetan. Neben absolut genialen Songs, hohem Abwechslungsreichtum, einer unglaublichen Liebe zum Detail und starkem Songwriting, packen mich vor allem die genialen und auch vielfachen Soli. Außerdem gefällt mir die Rückkehr zu mehr Gefühl und Feinfühligkeit - "Wrath" war mir persönlich dann doch ein bisschen zu viel Geknüppel.

Anspieltipps: "Guilty", "The Number Six", "Insurrection" und "King Me" (Autor: Bianca P.)
Fazit:
Mit "Resolution" präsentieren LAMB OF GOD ein unglaublich starkes Album, welches durch Abwechslungsreichtum, Detailgenauigkeit, viele Überraschungsmomente und vor allem musikalische Vielfältigkeit überzeugt. Top Album, Must-Have für Fans und hier sollte ruhig jeder Mal ein Ohr riskieren.

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Trackliste


01. Straight For The Sun
02. Desolation
03. Ghost Walking
04. Guilty
05. The Undertow
06. The Number Six
07. Barbarossa
08. Invictus
09. Cheated
10. Insurrection
11. Terminally Unique
12. To The End
13. Visitation
14. King Me

Künstler


Randy Blythe - Vocals
Mark Morton - Gitarre
Will Adler - Gitarre
John Campbell - Bass
Chris Adler - Drums

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