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Geschrieben: 19. Februar. 2011CD Review

Heretoir

Heretoir

Bewertung ( 8 von 10 ):

0123456701

Genre:

Post Black Metal

Spieldauer:

50:40

Label:

Vetrieb

Land

Fahne Deutschland

Release

25.02.2011

Link


Ich muss sagen, diese Post-Rock / Black Metal Bewegung spricht mich an. Ob ALCEST, LES DISCRETS oder AMESOEURS, das fesselt, verzaubert und verbreitet ein tolles Gefühl. Dass dieses Genre mittlerweile auch einen richtigen Trend darstellt, muss ich wohl niemandem erklären. Viele Nachahmer reichen nicht im entferntesten an die Klasse genannter Interpreten. Die einzigartige Melodieführung und die Atmosphäre, die diese Richtung ausmachen, entstehen nicht einfach aus Berechnung und Mitläufertum, sondern aus Leidenschaft und Gefühl. Und genau diese beiden Aspekte bringen HERETOIR aus Augsburg mit.

Dennoch möchte ich nicht unbedingt von großartiger Eigenständigkeit entsprechen. Man hört durchaus, wem die Augsburger nacheifern wollen. Dies geschieht aber ohne bloßes Kopieren, sondern vielmehr durch das Aufsaugen der Mentalität und Idee hinter dem ganzen Genre. Wie bei den üblichen Verdächtigen auch gibt's bei HERETOIR Clean Vocals zu hören. Zu Beginn von "Fatigue" z.B. kommen diese kurz zu Ohr. Unverständliche, typische DSBM Vocals stehen da deutlich öfter an der Tagesordnung. Dem Himmel sei dank keine der extrem penetranten Sorte. Was in "Fatigue" natürlich auch noch auffällt ist das Wechselspiel aus schwarzem, melancholischem Gitarrenspiel und den ruhigen Parts, die hier nicht durch die Akustik-Gitarre geführt werden. Diese wird bei "Retreat to Hibernate" ausgepackt und setzt somit früh Akzente und baut eine wohlig-depressive Stimmung auf, die HERETOIR über den vollen Song aufrecht erhalten. Genau diese Spielart macht dieses Genre aus und wird hier mit jeder Pore geatmet. Nach dem total unnötigen Zwischenstück "0" folgt das düstere "Weltschmerz". Gänsehaut pur! Was für eine Darbietung der Gitarren hier. Davor möchte ich mich fast verneigen, ehrlich. Ein Song wie er perfekter kaum sein könnte. Wunderschöne Melodien werden von im Hintergrund angesetzten Clean Vocals dabei unterstützt, das Unterfangen "Atmosphäre" zu realisieren.

Und diese Art von Songwriting setzt sich auch auf dem vorab bereits vorgestellten "Graue Bauten" fort. Die Vocals, die mich zu Beginn zugegenermaßen leicht störten werden hier deutlich besser in Szene gesetzt, der Einsatz von Clean/Akustik Gitarre und Clean Vocals wird häufiger. Das bedeutet simultan aber auch, dass man eben einiges an Eigenständigkeit liegen lässt, was durchaus schade ist, da HERETOIR definitiv das Zeug dazu haben, eigene Akzente zu setzen. Das machen sie auch häufig. Ihr Gitarrenspiel wirkt abwechslungsreich und auch eigenwillig, aber es gibt eben auch die Momente, in denen die Parallelen zu Größen wie ALCEST und AMESOEURS zu deutlich werden. Das ist wenn überhaupt der einzige Kritikpunkt, den ich an diesem Album zu monieren habe.

(Autor: Pascal S.)
Fazit:
Trotz dessen bekommt man hier mehr als nur ein Rip-Off der Szeneväter zu Hören. Man vermisst hin und wieder ein wenig die Originalität, das Alternative, aber das gerät nach dem Hören von "Heretoir" in den Hintergrund. Dafür sind viele Faktoren zu stark in ihrer Präsentation. Fabelhafte Atmosphäre erzeugt durch grandiose Instrumentalarbeit und abwechslungsreichen Gesang, der im zweiten Teil des Albums ironischerweise immer seltener im DSBM angesiedelt ist. Gute 8 Punkte, von dieser Band kann großes kommen!

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Cover

Trackliste


1. The Escape - Part I
2. Fatigue
3. Retreat To Hibernate
4. 0
5. Weltschmerz
6. Graue Bauten
7. The Escape - Part II
8. To Follow The Sun
9. Heretoir

Künstler


Eklatanz - All Instruments, Vocals
Nathanael - Bass, Backing Vocals

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