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Geschrieben: 21. August. 2012CD Review

Evenoire

Vitriol

Bewertung ( 8 von 10 ):

0123456701

Genre:

Gothic / Folk Metal

Spieldauer:

44:43

Label:

Vetrieb

Land

Fahne Italien

Release

26.03.12

Link


Schon das Artwork von "Vitriol", dem im März 2012 erschienen Debüt der italienischen Gothic Folk Metaller von EVENOIRE, macht neugierig. Die vollkommen in schwarz-weiß gehaltene Landschaft lässt der Fantasie freien Lauf. Ich vermag bis jetzt nicht zu sagen, ob es sich um ein Meer oder eine vernebelte Landschaft handelt – wie dem auch sei, der Fokus liegt hier ohnehin auf der blauen Baumkrone im Vordergrund. Das Blau besticht vor dem schwarz-weißen Hintergrund und scheint in eine andere, fantasievolle Welt entführen zu wollen. Insgesamt wirkt das Bild ein wenig geheimnisvoll und passt damit perfekt zu dem Albumtitel.

"Vitriol" ist nicht nur die Bezeichnung für ein blaues Kupfersulfat, sondern wurde in der mittelalterlichen Alchemie auch als Akronym für einen Leitsatz der Alchemie verwendet: „Betrachte, was im Inneren der Erde liegt, indem du es läuterst, wirst du einen zuvor verborgenen Stein erhalten". Dieser Leitsatz wird auch mit der „Reise zu sich selbst“ verbunden und findet in vielen Mythen und Legenden Platz. Ein passendes Thema für die Musik von EVENOIRE, denn diese präsentieren sich nicht nur in der typischen blauen Farbe des Kupfersulfates, sondern ihre Songtexte basieren auch auf besagten Mythen und Legenden. Jeder Song entführt auf eine ganz eigene Art und Weise in eine vollkommen andere Welt. Dieses Gefühl wird jedoch nicht nur durch die Lyrics hervorgerufen, sondern auch durch die einzigartige Weise, in der EVENOIRE Gothic und Symphonic Metal Elemente mit einem Hauch mittelalterlicher Folklore und progressiven Einschlag verbinden. Sie erzeugen einen träumerisch angehauchten, sehr melodischen Song, der perfekt mit der Ausnahmestimme von Sängerin Lisy Stefanoni verschmilzt und sich so zu einem einmaligen Klanggebilde zusammenfügt, welches meine Gedanken immer wieder abdriften lässt. EVENOIRE klingen wie von einer anderen Welt und bleiben ihrem Motto damit zu 100% treu. Trotz offensichtlicher Anleihen zu NIGHTWISH und WITHIN TEMPTATION, kreieren die Italiener einen ganz eigenen Sound, der einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Bekannte Elemente mischen sich mit etwas völlig Neuem, was mich immer wieder in seinen Bann reißt – einfach nur toll. Die Songs stehen sowohl jeder für sich als auch als Gesamtgebilde, aber es fällt schwer hier einen einzelnen rauszugreifen, da jeder auf einzigartige Weise besticht. Eine Nennung wert ist aber mit Sicherheit "Misleading Paradise", denn hier stand die deutsche Sängerin Gaby Koss (HAGGARD, EQUILIBRIUM) Pate und fügte eine soprane Note hinzu, welche dem Song enorm Stärke verleiht. An dieser Stelle möchte ich nochmal hervorheben, dass Lisy Stefanoni eine ausgebildete Stimme besitzt und das hört man durchaus, dennoch verliert sie sich nicht in schwindelerregenden Höhen, sondern überzeugt mit einer großen Stimmvarianz in ihrer natürlichen Stimmlage, was mir persönlich außerordentlich gut gefällt und sie von vielen anderen Sängerinnen in diesem Bereich abhebt. Auch der Opener "Days of the Blackbird" und "Minstrel of Dolomites" wissen zu überzeugen. "The Prayer" stellt ein sehr ruhiges, akustisches Intermezzo dar, welches dem Titel durchaus gerecht wird; es wirkt tatsächlich wie eine Art Gebet. Erwähnenswert sind auch die Gitarrensoli in den Instrumentalteilen. Alessandro Gervasi und Toshiro Brunelli leisten hier wirklich ganze Arbeit. Der Gesamteindruck ist einfach durchweg gut - ein großartiges Debüt!

Anspieltipps: "Days of the Blackbird", "Misleading Paradise" und "Minstrel of Dolomites" (Autor: Bianca P.)
Fazit:
Female Fronted Gothic Metal aus Italien? Wer sich in diesem Genre wohl fühlt, sollte EVENOIRE definitiv mal antesten. Besonders Fans von NIGHTWISH und WITHIN TEMPTATION werden hier auf ihre Kosten kommen, aber dank des progressiven Einschlags, dürften sich auch OPETH Fanatiker angesprochen fühlen. EVENOIRE schaffen es einen ganz eigenen Sound zu kreieren, der die Fantasie anregt und auf träumerische Art und Weise in fremde Welten entführt – durchaus zu empfehlen!

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Cover

Trackliste


1. Vitriol
2. Days of the Blackbird
3. Misleading Paradise
4. Forever Gone
5. The Prayer
6. Girl by the Lake
7. Minstrel of Dolomites
8. Alchimia
9. Wise King

Künstler


Marco "Bino" Binotto - Bass
Daniele "Furo" Foroni - Drums
Alessandro "Alex" Gervasi - Guitars
Toshiro Brunelli - Guitars
Elisa "Lisy" Stefanoni - Vocals (female), Flute

Gast- / Sessionmusiker:
Gaby Koss - Vocals (Track 3)

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