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Geschrieben: 06. März. 2012CD Review

Eluveitie

Helvetios

Bewertung ( 10 von 10 ):

0123456789

Genre:

Folk Metal

Spieldauer:

59:12

Label:

Vetrieb

Land

Fahne Schweiz

Release

10.2.2012

Link


Bereits zwei Jahre nach dem 2010 erschienenem, sehr erfolgreichem Album "Everything Remains (As it Never Was)" warten die acht Schweizer mit einer neuen Scheibe auf. "Helvetios" heißt das gute Stück und kann sich durchaus sehen lassen. Neben dem gewohnt einzigartigen Sound der selbsternannten New Wave of Folk Metal, gibt es auf "Helvetios" auch einige Neuerungen.

"Helvetios" ist ELUVEITIE's erstes Konzeptalbum und beschäftigt sich mit der Thematik des gallischen Krieges (58-50 v. Chr.) aus Sicht der Helvetier. Somit begeben sich ELUVEITIE auf eine Zeitreise zu ihren keltischen Wurzeln - Helvetia ist die neulateinische Bezeichnung für die Schweiz. Das Songwriting verbindet historische Fakten gekonnt mit keltischem Mythos und schafft so ein einzigartiges Epos, welches durch einen von ALEXANDER MORTON (Valhalla Rising) gesprochenen Prolog und Epilog perfekt eingerahmt wird. Der schottische Akzent des Schauspielers, weiß den Zuhörer auf ganz besondere Weise einzulullen und in die Welt der Kelten zu entführen - auch nach mehrmaligem Hören klingen mir noch seine Schlussworte im Ohr: "We will die one day, our songs will live on, and will be sung by our children and by our children's children. This is how we will be remembered. This is who we were. Helvetios".

Musikalisch gesehen kriegt man auf "Helvetios" wie gewohnt 100% Eluveitie: Moderner Melodic Death Metal trifft auf keltische Folkmusik. Dennoch findet sich auf dem Album eine noch größere musikalische Vielfalt als je zuvor. Die Schweizer zeigen wirklich ihr gesamtes Repertoire und führen typische Elemente aus ihrer bisherigen musikalischen Bandgeschichte zusammen. Neben metallastigen Krachern, wie dem Titeltrack, "Meet the Enemy", "The Uprising" oder "The Siege", die an "Inis Mona"-Zeiten erinnern, gibt es akustische Momente wie das Instrumental "Hope", das kurze "Tullianum" oder dem Acapella Highlight "Scorched Earth", welche an "Evocation I - The Arcane Dominatio" und das direkte Vorgänger-Album "Everything Remains (As it Never Was)" anknüpfen. Demgegenüber stehen die Tracks wie "Havoc", "Luxtos" und "Santonian Shore" in denen Folk und Metal-Elemente gleichberechtigt sind und die durch hymnische Refrains zum Mitsingen einladen. Hitverdächtige Highlights bilden, wie schon auf den Vorgänger-Alben, die von Anna Murphy gesungenen Tracks: "A Rose for Epona" und "Alesia". Sie bilden eine gelungene Abwechslung zu dem sonst sehr guttural beherrschtem Gesang von Chrigel. Auch herausragend ist das zweistimmige "Neverland", die beiden harmonieren hier perfekt. Abgesehen davon gibt es in einigen Refrains auch Abwechslung durch orchestralische Elemente, sowie Chorgesänge (z.B. in "Uxelldunon"), die den epischen Charakter des Albums zusätzlich unterstützen.

Insgesamt liefern ELUVEITIE mit "Helvetios" ein extrem starkes Album, welches auch nach mehrmaligem Hören nicht an Glanz verliert. Unglaublicher Detailreichtum trifft auf musikalische Vielfalt und exzellentes Songwriting - besser kann man es nicht machen und ELUVEITIE beweisen einmal mehr, dass sie den Titel "New Wave of Folk Metal" mehr als verdient haben!

Anspieltipps: "Helvetios", "A Rose For Epona", "Alesia" und "Havoc". (Autor: Bianca P.)
Fazit:
ELUVEITIE haben mit "Helvetios" ein epochales Meisterwerk geschaffen, auf dem sie ihre musikalischen Stärken vereinen und perfektionieren, ohne dabei langweilig zu wirken. Großartiger Sound, bombastisches Songwriting, unglaublicher Detailreichtum und musikalische Vielfalt - für mich jetzt schon das Folk Metal Album des Jahres!

Kommentare

06.03.2012 16:31 Uhr Norrøn
Detailreich ist "Varjoina Kuljemme Kuolleiden Maassa" von Moonsorrow, aber sicher nicht "Helvetios". Mir persönlich ist die Wertung egal, und kommentiere diese daher nicht weiter. De facto hat das Album allerdings einfach zu viele Schwächen. Sie ist zu lang, zeigt auf, dass Eluveitie musikalisch einfach zu limitiert sind und lässt zumeist Seele missen. Respekt an die Gitarristen, für ihre Liebe zu Dark Tranquillity. Das heißt allerdings nicht, dass man Album für Album die immergleichen Riffs runterspielen muss, die man aus dem hohen Norden schon zig mal gehört hat - und das auch noch deutlich besser. Positiv ist, dass die Folk- und Metal Elemente sich wunderbar verbinden, negativ hingegen ist, dass u.A. auch die Folk-Parts arg inspirationslos dudeln. Manchmal nutzt es nichts, wenn man einer Scheibe mehrere Chancen gibt, weil Eluveitie einfach nicht zu den Bands zählen (im Gegensatz zu Moonsorrow), die ein Album abliefern, welches mehrere Anläufe fordert. In diesem Fall muss man sich (bzw. ich mich) einfach mit der dürftigen Qualität einfach abfinden, weil die Entwicklung über die Jahre hinweg absehbar war. Für mich nicht mehr als ein seelenloses Nuclear Blast Produkt. Das allerdings ist nicht als Verbal-Offensive gegen das Label zu deuten, schließlich müssen's die Bands ja nicht mit sich machen lassen.
 
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06.03.2012 13:03 Uhr RedFire
Ich muss allerdings zugeben, das Heletios nicht gleich beim ersten Mal hören zündet, dafür ist es zu detailreich. Man muss sich schon ein wenig reinhören, aber dann ist es eine echte Perle.
 
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06.03.2012 12:57 Uhr Lazarus
Hmm ja aber das bringt ja nichts wenn es keinen musikalischen Zusammenhang gibt und die Songs auch iwo alle für sich selbst stehen. Kontroverse Sache wie mir scheint. ^^
 
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06.03.2012 12:55 Uhr RedFire
Das Konzept findet sich unter anderem in den Songtexten wieder. ;)
 
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Cover

Trackliste


01. Prologue
02. Helvetios
03. Luxtos
04. Home
05. Santonian Shores
06. Scorched Earth
07. Meet the Enemy
08. Neverland
09. A Rose For Epona
10. Havoc
11. The Uprising
12. Hope
13. The Siege
14. Alesia
15. Tullianum
16. Uxellodunon
17. Epilogue

Künstler


Chrigel Glanzmann - Vocals, Acoustic guitars, Mandolin, Uilleann pipes, Bodhrán, Tin and low whistles, Gaita
Meri Tadic - Fiddle, Vocals
Merlin Sutter - Drums
Ivo Henzi - Guitars
Sime Koch - Guitars, Vocals
Anna Murphy - Hurdy gurdy, Vocals
Päde Kistler - Bagpipes, Whistles
Kay Brem - Bass

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