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Geschrieben: 18. Mai. 2012CD Review

Carach Angren

Where The Corpses Sink Forever

Bewertung ( 9 von 10 ):

0123456780

Genre:

Symphonic Black Metal

Spieldauer:

43:09

Label:

Vetrieb

Land

Fahne Niederlande

Release

18.05.2012

Link


Mein erstes Review seit Jahren. Ein zumindest für mich besonderer Moment. Und was gibt es schöneres als solche Momente mit alten Bekannten wie den Holländern von CARACH ANGREN zu teilen? Seit die Jungs mit "Lammendam" vor vier Jahren das erste Mal richtig von sich hören machten, habe ich diese Band immer wieder verfolgt. Ihrem Faible für vertonte Schauermärchen in Konzeptalbum-Form und ausufernden, symphonisch schwarz-metallische Kompositionen sind CARACH ANGREN in dieser Zeit stets treu geblieben. Daran hat sich auch mit dem dritten Streich - "Where the Corpses sink forever" - nichts großartig geändert.

Thematisch irgendwo zwischen dem 2. Weltkrieg als realem Ereignis und allerhand Knospen einer diabolisch blühenden Fantasie angesiedelt, verliert sich Erzähler, Protagonist und Nebendarsteller in einer Person, Seregor, in sieben "grauenhaften Visionen des Krieges" (O-Ton "An Ominous Recording"). Dabei geht es in gewohnter Manier wenig zimperlich zur Sache. Vom verzweifelten Versuch eines lebensmüden Soldaten sich eben dieses zu entledigen über einen Arzt der seinen abgeschnittenen [sic!] Soldaten-Trupp fachgerecht mit den eigenen Körperteilen vor dem Verhungern bewahrt, wagen sich CARACH ANGREN tief in die Abgründe des Krieges. Eingebettet werden diese Episoden in die Hinrichtung von sieben Gefangenen, die dem ausführenden Soldaten erst diese schönen Visionen und danach den Wahnsinn beschert.
Dieses ganze Konzept liest sich nicht nur schlüssig, es ist auch hervorragend umgesetzt. So machen CARACH ANGREN nicht den Fehler sich in stupider Schwarz-Weiß-Malerei und Schuldzuweisungen zu ergehen – die Gefangenen werden nicht näher beschrieben, der hinrichtende Soldat ebenfalls nicht. Diese Neutralität und Fokussierung auf die Schrecken des Krieges zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album.
Ein weiterer Aspekt der genialen Umsetzung des Konzeptes zeigt sich in der inhaltlichen Gestaltung der einzelnen Episoden. Sicherlich oftmals überspitzt und mit einem Schuss Extra-Grusel versehen, kann man den Geschichten trotzdem ein gewisses realistisches Fundament zusprechen. Das lässt dieses Album trotz aller Horror-Stilistiken als ernst zu nehmendes Mahnmal gegen den Krieg durchgehen.

Soviel zum lyrischen Background. Auch musikalisch bleiben die drei Köpfe hinter CARACH ANGREN ihren Wurzeln treu und servieren bombastisch-symphonische Klänge in einer Gewichtsklasse, wie sie anno 2012 mit Ausnahme der Großmeister von DIMMU BORGIR keine andere Band auch nur annähernd erreicht. Vor allem die Orchestrierung von Ardek ist dabei immer wieder beeindruckend. Punktuell und präzise eingesetzt verwässern diese Einsprengsel nicht das BM-Fundament und kreieren eine unheimlich dichte und einnehmende Atmosphäre. Kontrastiert werden die Keys dabei sehr geschickt von einer fett abgemischt und facettenreich vorgetragenen Black-Metal-Grundsubstanz. Diese strotzt nur so vor spannenden Melodiebögen, furiosen Läufen und perfekt platzierten Breaks und liefert so ein ideales Fundament für die grandiosen Vocals. Hierfür zeigt sich einmal mehr das Goldkehlchen Seregor verantwortlich. Dieser illustriert die musikalischen Bilder durch eine Vielzahl von verschiedenen Gesangsstilen. Ob emotional erzählend, knurrend oder böse keifend bestechen seine Vocals dabei immer wieder durch ihre Vielschichtigkeit und Ausdrucksstärke und setzen diesem Kunstwerk so die Krone auf. (Autor: Torben K.)
Fazit:
Die Krone möchte ich jetzt auch diesem Review aufsetzen. CARACH ANGREN brillieren auch auf ihrem dritten Album sowohl inhaltlich als auch musikalisch und rechtfertigen alle Vorschusslorbeeren. "Where the corpses sink forever" ist düster, apokalyptisch und in jeder Hinsicht spannend inszeniert. Wem die letzte DIMMU BORGIR zu weich gespült war, wer ein Faible für hervorragend inszenierte Konzeptalben hat oder wer einfach nur neugierig ist, wie es drei Musikern gelingen kann, ein solches Breitbild-Kino zu erschaffen, dem sei dieses Meisterwerk wärmstens empfohlen.

Kommentare

18.05.2012 10:46 Uhr Sturmgeweihter
Schönes Debütreview bei metal.tm! Nochmal Willkommen an Bord! =)
 
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Cover

Trackliste


1. An Ominous Recording
2. Lingering In an Imprint Haunting
3. Bitte Tötet Mich
4. The Funerary Dirge of a Violinist
5. Sir John
6. Spectral Infantry Battalions
7. General Nightmare
8. Little Hector What Have You Done?
9. These Fields are Lurking (Seven Pairs of Demon Eyes)

Künstler


Namtar - Drums, Percussion
Seregor - Guitars, Vocals
Ardek - Keyboards, Piano, Orchestration, Vocals (backing)

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