Geschrieben: 03. Juni. 2011CD Review
Amorphis
The Beginning of Times
Bewertung ( 8 von 10 ):
Genre:
Melodic Metal
Spieldauer:
54:42
Label:
Vetrieb
Land

Finnland
Release
25.05.2011
Link
Amorphis. Eine Band wie keine Andere. Seit jeher haben die Finnen durch Kreativität und absolute Eigenständigkeit geglänzt. Dadurch haben sie im Laufe ihrer Karriere schon so manchen Klassiker veröffentlicht. Man nehme nur das Überwerk "Tales from the thousand Lakes" oder "Elegy", das progressiv rockende Meisterwerk "Am Universum" oder den modern-düsteren Brocken "Silent Waters". Natürlich muss man sich auch als größter Fan der Band eingestehen, dass sich die Musik seit ihrem auf "Eclipse" eingeschlagenem Weg nur noch marginal von Album zu Album änderte. So kam sie beim bereits erwähntem "Silent Waters" etwas melancholischer und beim letzten - meiner Meinung nach etwas schwächelndem - Album "Skyforger" recht unbeschwert daher.
Die große Frage, die jetzt natürlich im Raum steht, lautet: "Hat sich denn diesmal etwas mehr getan?". Und dies beantworte ich einfach mal mit einem schlichten "Jein". Vorne weg muss ich aber schon mal sagen dass "The Beginning of Times" den Vorgänger locker in einigen Punkten schlagen kann. Dies fängt beim etwas komplexeren Songwriting an und hört bei dem vermehrten Einsatz der Growls und den oldschoolig wirkenden Keyboardmelodien auf.
Was das Album so alles zu bieten hat, zeigt sich bereits im imposanten Opener "Battle for Light". Eröffnet wird der Reigen von einer einschmeichelnden Keyboardmelodie. Gitarren und Vocals setzen ein. Im zweiten Strophenpart wird gegrowlt. Alles wie gehabt. Dann aber kommt ein Break, die Melodie wird dramatischer und die Growls wirken intensiver. Kurz darauf folgt der epische Refrain. Nach einem kurzen Keyboardintermezzo folgen wieder Strophe und Refrain. Es wird still und wieder kommt die dramatische Melodie gepaart mit den Growls. Ich glaube allein dieser Song ist allein schon ergreifender als das meiste Material vom letzten Longplayer. Wunderschön und bedrohlich zugleich, so müssen Amorphis klingen. Eine Spur melodischer geht es dann beim, vom Frauenchor eingeleiteten "Mermaid" zu. An sich ist dieser Song ähnlich strukturiert wie "Silver Bride" der letzten Scheibe. Trotz der Einfachheit stellt sich wieder diese magisch wirkende Atmosphäre ein, die sich übrigens durch das ganze Album zieht.
Man wandelt durch verträumte Märchenwälder und watet durch Finnlands Bäche. Hier und da trifft man das ein oder andere Fabelwesen. Die Musik ist sehr gut mit einem Sonnenaufgang vergleichbar. Das Coverartwork gibt das auch wunderbar wieder.
Beim im voraus bereits veröffentlichten "My Enemy" geht es dann wieder etwas rabiater zur Sache. Dieser Song ist vergleichbar mit "Majestic Beast", obwohl man sagen muss, dass der klare Refrain hier nicht so aufgezwungen wirkt. Ich stelle mir zwar weiterhin die Frage, warum Amorphis nicht einfach mal wieder einen Song aufnehmen in dem ausschließlich gegrowlt wird, aber nun ja, man kann leider nicht alles haben. Es wäre zumindest mal wieder eine nette Abwechslung. Es folgt die Single "You I Need". Diese ist nicht gerade der Höhepunkt des Albums, aber natürlich durchaus hörbar. Nach dem eingängigen "Three Words" mit dem intensiven Ende folgt ein weiteres Highlight der Platte mit "Reformation". Hier kann vor allem der epische Refrain - getragen vom Kinderchor - überzeugen und sorgt für Gänsehaut. Die restlichen Songs wissen ebenfalls zu begeistern. Hier und da wird zwar dann auch mal recht stark an der Kitschgrenze gekratzt - "On A Strandet Shore" - aber an sich bleiben die Songs auf einem durchgehend hohem Niveau. Besonders der Titeltrack hat es mir mit seiner relativ progressiven Struktur angetan.
Einige Hörer werden sich sicherlich über den starken Einsatz des Keyboards ärgern. Andererseits sind Amorphis auch wieder eine Spur härter unterwegs als noch zuvor. Auch wenn das jetzt angesichts der beschriebenen, unterschiedlichen Tatsachen komisch klingen mag aber das komplette Album wirkt im Großen und Ganzen einfach um einiges homogener, epischer und auch etwas progressiver als die Vorgänger.
Somit stellt sich "The Beginning Of Times" für mich auf eine Stufe mit "Silent Waters".
An der Produktion gibt es ebenfalls nichts auszusetzen. Alles klingt Amorphis-typisch transparent und kräftig. Alles andere würde auch nicht wirklich zum musikalischen Stil der Band passen.
Sänger Tomi macht wieder einen durchgehend großartigen Job und eigentlich müssten alle Leute die Amorphis mögen was mit der Scheibe anfangen können. Metaller und Rocker die auf melodiösen Metal stehen und Amorphis noch nicht kennen, kann ich die Platte wärmstens empfehlen.
(Autor: Kevin G.)
Kommentare
05.06.2011 13:13 Uhr
Lazarus
Hmm komisch. Naja, wie gesagt. Ich habe sie jetz schon 26 mal gehört und bislang hat sie noch nicht abgebaut. Eher im Gegenteil.
Kann man ja halten wie Pfarrer Asman.^^
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05.06.2011 12:56 Uhr
Norrøn
Ja, gut, aber nicht vom Hocker reißend. Ich bin da etwas zwiegespalten, wie "gut" das wirklich ist. Ich habe mittlerweile zumindest keinen Bock mehr auf die Platte.
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05.06.2011 12:35 Uhr
Lazarus
Ja ich wusste erst auch nicht ob ich mich drauf freuen sollte, da ich befürchtete dass sie noch poppiger werden als auf Skyforger. Bei den ersten 3 Anläuffen hatte ich ach meine Schwierigkeiten aber dann hat mich die Scheibe einfach immer mehr überzeugt. Sie besteht eben auch den langzeittest bei dem der Vorgänger bei mir ziemlich versagte. Klar "Silver Bride" oder "Sampo" sind tolle Songs aber an sich waren mir zuviele Durchhänger drauf (From the heaven of my heart, refrain von majestic beast, highest star ect.) die sch hier nicht finden lassen. Die marginalen Änderungen finde ich auch durchaus gelungen muss ich sagen.
...und naja Pascal, du findest die Platte nach eigener Aussage ja auch gut.^^
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04.06.2011 22:50 Uhr
Norrøn
geworden ist*
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