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Geschrieben: 02. Januar. 2013CD Review

Amenra

Mass V

Bewertung ( 9 von 10 ):

0123456780

Genre:

Sludge / Doom Metal

Spieldauer:

40:38

Label:

Vetrieb

Land

Fahne Belgien

Release

14.12.2012

Link


Wenn von Sludge die Rede ist, denkt man wohl unwillkürlich an Bands wie EYEHATEGOD, alte BARONESS, KYLESA oder thrashigen Kram wie BISON B.C. und HIGH ON FIRE. Eine kleine Institution aus Belgien stellt sich allerdings schon seit einigen Jahren gegen diese diese typischen Trademarks und kocht ihr eigenes dunkles Süppchen aus Verzweiflung und Zerstörung. AMENRA verschreiben sich dafür, ähnlich wie ihre Labelkollegen von NEUROSIS, den trostlosen Klängen.
Zu Beginn der Karriere agierte man noch stark Hardcorelastig, wie man auf der "Mass I" deutlich hören konnte. Im Laufe der Zeit wurde die Grundausrichtung aber zunehmend träger und depressiver.
Nun, pünktlich zum Weltuntergang, melden sich die Belgier nach 3 Jahren der Abstinenz wieder zurück und lassen dabei keinen Stein auf dem anderen. An der musikalischen Grundausrichtung hat sich dabei nur wenig geändert. Immer noch fährt man apokalyptische Soundwände auf, die trostloser sind als die jeder Black Metal Band der Welt.

"Mass V" wird von "Deadborn And Buried" eröffnet, welcher ohne langes Vorspiel sofort zeigt was los ist. Eine dicke Riffwalze überrollt unsere Gefühlswelt und Colins schmerzhafte Schreie hallen durch den Raum. Dieser Mann dürfte so ziemlich die abgefucktesten, verzweifeltsten Schreie drauf haben die ich je gehört habe. Seine Stimme dringt bis ins Mark und zerstört von innen. Natürlich wird auf das typisch ruhige, atmosphärische Zwischenspiel nicht verzichtet.

"Boden" oder auch "Blut und Boden", wie es im Booklet heißt, setzt in Sachen Atmosphäre nochmal eins drauf. Hierfür hat die Band übrigens ihr erstes Musikvideo aufgenommen, welches man sich auf Youtube in HD-Qualität ansehen kann. Dieses steckt die Trostlosigkeit der Musik gekonnt in eindrucksvolle Bilder. AMENRA bündeln einmal mehr alle negativen Gefühle von Wut bis Verzweiflung und schmettern die Gefühlswelt ihrer Hörer zu Boden.

Beim Sound gibt es übrigens wiedermal nichts zu meckern. Obwohl man nun beim neuen Label Neurot Recordings unter Vertrag steht, bleibt man den schmutzigen Klängen der Vorgänger treu. Dies ist sehr erfreulich, denn mit glatt poliertem Klang ohne Ecken und Kanten würde AMENRAs Musik nicht mehr ganz so intensiv rüber kommen.

"A Mon Âme" dürfte mit seinen 13 Minuten wohl der bislang längste Song der Band sein. Hier agiert man vorrangig auf einer ruhigen Ebene und baut Stück für Stück einen straffen Spannungsbogen auf, der in einem großen Finale explodiert. Dabei helfen vor allem Colins klare Vocals welche im Hintergrund umher schwirren und unverständliche Worte von sich geben.

Ebenfalls ruhig beginnt das akustische Intro von "Nowena / 9.10", bei dem des Sängers wunderbare klare Gesangsstimme richtig zur Geltung kommt und somit für Erinnerungen an die "Afterlife EP" von 2009 wach werden lässt. Doch handelt es sich hierbei nur um die Ruhe vor dem Sturm. Mit einem markerschütternden Schrei geht es nun dem Ende entgegen. Das mitreißende Hauptriff bleibt sofort im Gehörgang kleben und dürfte somit dafür sorgen, dass dieser Song wohl schon jetzt ein bandeigener Klassiker wird. Unterstützt werden die Belgier dieses mal von NEUROSIS Goldkehlchen Scott Kelly, welcher hier den Refrain, und auf der Vinyl Version gar fast den kompletten Song, runter brüllen darf. Dieses Monster von einem Song ist die vertonte Zerstörung, der komplette Abriss.
Sämtliche Schönheit ist verloren und die Welt liegt im Dunkel. Nein, da ist kein Silberstreif am Horizont, keine Hoffnung oder auch nur der Hauch eines positiven Gedanken. Wozu auch? Das Leben ist nun mal bedeutungslos und alles was uns bleibt ist der Tod. (Autor: Kevin G.)
Fazit:
AMENRA haben mit "Mass V" wiedermal ein beeindruckendes Album voller Dunkelheit geschaffen, welches seinen Hörern die Nackenhaare aufstellen lassen wird. Zwar zeigt man stilistisch gesehen nicht wirklich etwas neues, doch kommt die depressive Atmosphäre durch die noch doomigere Ausrichtung der Stücke wieder grandios zum tragen. Wer sich also gerne von Musik seelisch niederschmettern lässt, sollte "Mass V" definitiv in seine Plattensammlung aufnehmen. Menschen die keine großen Fans, wie euer lieber Schreiberling sind, dürfen aber gerne 0,5 bis 1 Punkt von der Wertung abziehen.

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Cover

Trackliste


1. Dearborn And Buried
2. Boden
3. À Mon Âme
4. Nowena I 9.10

Künstler


Bjorn J. Lebon - Drums
Lennart Bossu - Guitars
Mathieu J. Vandekerckhove - Guitars
Colin H. Van Eeckhout - Vocals
Levy Seynaeve - Bass

Gastmusiker:
Scott Kelly (Neurosis) - Guest Vocals

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