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Geschrieben: 23. November. 2010CD Review

Agalloch

Marrow of the Spirit

Bewertung ( 8 von 10 ):

0123456701

Genre:

Dark Metal

Spieldauer:

65:33

Label:

Vetrieb

Land

Fahne USA

Release

23.11.2010

Link


Man konnte die Uhr danach stellen. Exakt 4 Jahre nach "Ashes Against The Grain" bringen die weltweit angesehenen US-Black Metaller ihr neues, inzwischen viertes Album auf den Markt. Warum ich das nochmal extra erwähne? Weil Agalloch bisher immer exakt 4 Jahre für einen neuen Langspieler benötigt haben. "Pale Folklore" kam 1998, "The Mantle" 2002, das letzte Album 2006 und nun eben das stimmungsvoll "Marrow Of The Spirit" betitelte neue Werk im Jahre 2010. Das sind immer ganz schön lange Wartezeiten. Doch in den vergangenen vier Jahren gaben sich die Jungs um Fronter John Haughm viel Mühe um die Wartezeit kurz zu gestalten. 2008 erschien die ruhige, folkige "The White EP", 2008 eine Best-Of und 2009 die DVD "The Silence Of Forgotten Landscapes". Der geneigte Fan konnte sich also nicht über fehlende Beschäftigung beklagen. Doch der schönste Moment ist immer die Gewissheit das jetzt endlich neues Material kommt.

Und nach dem Durchhören von "Marrow Of The Spirit" fällt eines ganz besonders auf: Agalloch sind fieser, härter, schneller und dennoch abwechslungsreicher als je zuvor. Auch die Produktion ist, vor allem im Vergleich zur wuchtigen, glasklaren Produktion des monumentalen Vorgängers, deutlich schwärzer und roher. Doch nun zu den Details. Nach einem Intro gehts mit dem über 12 minütigen Opener "Into The Painted Grey" in die Vollen. Blastbeats und klirrende Gitarren wechseln sich mit Post-Rock-Riffs ab, bevor John Haughm mit seinen markanten Schreien durch die Eisschicht stößt. Zusammengehalten wird alles von typischen Agalloch Gitarrenmelodien, die wohlige Schauer über den Rücken des Hörers fahren lassen. Ein fantastischer Einstieg. "The Watcher's Monolith", ein bereits vorab veröffentlichter Song, lässt es dann deutlich besonnener und ruhiger zugehen. Ein typischer Agalloch-Song wenn man das so sagen darf. Über erneut fast 12 Minuten wird das geboten, was man an Agalloch so mag: große Melodien, frostige Atmosphäre und bestechendes Songwriting. Doch kommen wir zum Herzstück des Albums "Black Lake Nidstång", quasi der Vertonung des tollen Coverartworks. In diesem, über 17 Minuten langen Epos, wagen sich Agalloch über große Distanzen in den Drone. Schwermütige Soundcollagen, nur selten Impulse aus dem Black Metal und kaum Gesang machen diesen Song absolut außergewöhnlich und einzigartig in der Diskographie der Amis. Das Epos transportiert eine ideale Atmosphäre um dann in den fünften Song "Ghosts Of The Midwinter Fires" überzugehen. Ein sehr melodischer, wieder über weite Strecken instrumentaler Neunminüter, der wieder nahtlos zum Finale führt. "To Drown" ist über weite Strecken instrumental und demonstriert gut den Post-Rock-Anteil dieser Veröffentlichung. Die abschließende Melodie des Albums ist nochmal gänsehauterzeugend, bevor man am Ende Windrauschen bzw. Stille hört. Der atmosphärisch dichte, ideale Abschluss für dieses Werk.

65 Minuten Musik verteilt auf 6 Songs liegen hinter dem Hörer. Und hinterlassen mächtig Eindruck. Zwar können Agalloch nicht das Monumentalepos "Ashes Against The Grain" überbieten, doch das hat wohl selbst der optimistischste Fan nicht erwartet. Dafür zeigen Agalloch eine Entwicklung, die man so von den Amis nicht erwartet hätte. Das Vorwagen in Richtung Drone sorgt für eine fantastische Atmosphäre, die dem Agalloch-Songwriting perfekt zu Gesichte steht. Und falsch machen kann man mit einem Agalloch-Album sowieso nichts. (Autor: Enrico K.)
Fazit:
Agalloch bleiben eine der interessantesten Bands,die im Black Metal ihr Unwesen treiben. Natürlich, abwechslungsreich und spannend gestaltet die Band auch ihr viertes Studioalbum. Dass das Album dennoch eine winzig kleine Enttäuschung ist, liegt schlicht und ergreifend am monumentalen Vorgänger der in Sachen Melodieführung und Epik eben nicht zu toppen ist. Dennoch ist dieses Album eine faustdicke Empfehlung für alle Freunde naturnahen Black Metals.

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Cover

Trackliste


1. They Escaped the Weight of Darkness
2. Into the Painted Grey
3. The Watcher's Monolith
4. Black Lake Nidstång
5. Ghosts of the Midwinter Fires
6. To Drown

Künstler


John Haughm - Vocals, Guitar
Don Anderson - Guitar, Piano
Jason William Walton - Bass
Aesop Dekker - Drums

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