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Geschrieben: 25. Juni. 2013CD Review

Svart Crown

Profane

Bewertung ( 6 von 10 ):

0123450123

Genre:

Black / Death Metal

Spieldauer:

43:16

Label:

Vetrieb

Land

Fahne Frankreich

Release

22.04.2013

Link


"Profane" stellt das dritte Album von Svart Crown dar, nach den ersten beiden eher durchschnittlichen Outputs "Age of Decay" und "Witnessing The Fall". Drei Jahre haben sich die Franzosen Zeit gelassen, um "Profane" den letzten Schliff zu verpassen, nun steht das Album mit dem ekligen Cover in den Startlöchern. Und die Death/Black Metal Truppe scheint sich in diesen drei Jahren doch ein bisschen gemacht zu haben.

Weiterhin herrscht auf "Profane" natürlich der Vorschlaghammer. So können sich SVART CROWN nicht mal die eineinhalb Minuten des Intros "Manifestatio Symptoms" zurückhalten, sondern brettern schon nach knapp 30 Sekunden los, bevor dann "Genesis Architect" der erste richtige Song auf den Hörer losgelassen wird. Und der ist, ähnlich wie das Cover und stellvertretend für das ganze Album, ein ziemlich hässlicher Brocken. Schon in den ersten Minuten zeichnet sich ab, dass SVART CROWN nun endlich so etwas wie eine eigene Mischung gefunden haben. Saßen sie früher noch ein bisschen zwischen zwei Stühlen, scheinen sich die Franzosen entschieden zu haben, diese einfach zusammenzuschieben und noch alles dazuzuwerfen, was ihnen gerade in den Sinn kommt. Selbstverständlich ohne dabei auf die düstere Atmosphäre und die Brutalität zu verzichten.

GOJIRA ist wohl der erste Vergleich, den man hier ziehen könnte. SVART CROWN setzen ähnlich wie die Landskollegen auf tonnenschwere, vertrackte Riffs irgendwo zwischen progressivem Death Metal, leichten Industrial Anleihen und viel Atmosphäre. Während GOJIRA diese Mischung bis zur Perfektion ausreizen, begnügen sich SVART CROWN mit der Grundidee und fügen noch eigene Ingredienzien dazu. Dies ist mit Sicherheit positiv zu betrachten, da "Profane" sonst wohl ein ziemlich lahmer GOJIRA Rip-Off geworden wäre. Doch SVART CROWN verstehen es, die verschiedensten Stilmerkmale in ihre Musik einzubinden. Stellenweise erinnert das Riffing an typisch französischen Black Metal, andererseits scheuen sie sich auch nicht davor, hier und da mal einen Breakdown einzubauen. Auch wenn die schwarzmetallische Seite musikalisch wohl am wenigsten evident vertreten ist, so beeinflusst sie zumindest die düstere Atmosphäre des Albums. Musikalisch bedient man sich wie bereits ausgeführt lieber an modernen, technischen Vertretern jeglicher Metalspielarten. Die Riffs erinnern teilweise an technischen Deathcore genauso wie an Metalcore der Marke BETWEEN THE BURIED AND ME (nur düsterer und weniger chaotisch). Dazu gibt es eine angenehm ranzige Note an modernem Death Metal der Marke NECROS CHRISTOS (nur in schneller) und auch moderner Sludge Metal hat sich irgendwo in diesem Soundgemisch noch eingenistet. Beeindruckend ist das Ganze auch insofern, dass SVART CROWN sich mit einer bemerkenswerten Leichtigkeit und Dynamik durch diese vielfältige Mischung zu bolzen wissen, man höre nur mal "In Utero - A Place Of Hatred", das wohl mehr Richtungswechsel beinhaltet als es ganze Alben anderer Bands tun.

Diese äußerst eigenständige Mischung klingt zwar in der Praxis genauso spannend wie auf dem Papier, krankt aber leider daran, dass die Songs dadurch überladen und schlecht strukturiert wird. Nur weil man alles in einen Topf wirft, heißt es leider nicht, dass das Essen am Ende auch gut wird.
Natürlich muss man hier auch relativieren: SVART CROWN haben eindeutig auf einen verkopften, verschachtelten und chaotischen Longplayer hingearbeitet und dies ist ihnen auch gelungen. Überdies erschaffen die Franzosen auf "Profane" wirklich eine wunderbar düstere und bedrohliche Atmosphäre, die auch durch die immer wieder abrupt auftretenden Stilwechsel begünstigt wird. Nichtsdestotrotz lässt sich kaum bestreiten, dass hier und da ein roter Faden wohl besser gewesen wäre als ein Riff mehr. Auch weil diese Reizüberflutung dazu führt, dass man schnell geneigt ist, das Album als gleichmäßig und abwechslungsarm aufzunehmen, trotz seiner beeindruckenden stilistischen Vielfalt.
Ein weiterer kleiner Schwachpunkt ist vor allem im Gesang zu finden. Sänger JB Le Bail hat zwar eine wirklich passende Grunzstimme, scheint aber leider nur eine Tonart zu kennen. Selten auszumachende Screams sind die positive Ausnahme. Ansonsten growlt sich der Herr gleichmäßig und wenig anpassungsfähig durch das Album, was der instrumentalen Virtuosität der restlichen Truppe nicht so ganz gerecht wird. (Autor: Tizian C.)
Fazit:
Viel Licht und viel Schatten gibt es auf "Profane" zu entdecken. Die Franzosen wissen eindeutig, wie man vertrackte, chaotische und stilistisch vielfältige Musik zu schreiben hat, dies beweisen sie eindrucksvoll. Zudem ist die Achterbahnfahrt auf dem Drittling von SVART CROWN mit einer tollen, düsteren Atmosphäre gesegnet, die gut mit der starken Instrumentierung zusammenspielt. Gleichzeitig ist "Profane" vor allem denen zu empfehlen, bei denen die Reizüberflutung nicht bereits beim fünften Riffwechsel innert einer Minute einsetzt und sich gerne ausgeprägten Stilmixen hingeben. Außerdem sollte man auf dem Sängerohr leicht schwerhörig oder zumindest nicht schnell zu langweilen sein, damit man das eintönige Gegrunze ertragen kann. Nichtsdestotrotz ist "Profane" ein wirklich passables und erdrückendes Tech Death Monster geworden.

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Cover

Trackliste


01. Manifestatio Symptoms
02. Genesis Architect
03. Intern. Virus. Human
04. In Utero: A Place of Hatred and Threat
05. Until the Last Breath
06. Profane
07. The Therapy of Flesh
08. Venomous Ritual
09. Ascetic Purification
10. Revelation: Down Here Stillborn

Künstler


Clément Flandrois - Guitars
Ludovic Veyssière - Bass
JB Le Bail - Vocals, Guitars
N. Muller - Drums

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