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Geschrieben: 16. November. 2014Live Review

Sonic Syndicate - Diabolical Tour of Art

Die Pumpe, Kiel am 25.10.14
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Endlich mal wieder gute Musik in meiner Heimatstadt Kiel. Am 25. Oktober 2014, stattete die schwedische Metalcore-Fraktion SONIC SYNDICATE der beschaulichen Schleswig-Holsteinischen Hauptstadt einen Besuch ab. Mit im Gepäck waren die DEATH VALLEY HIGH aus San Francisco, die israelischen Death Metaller von FERIUM und die double female-fronted Melo-Death Granate MAY THE SILENCE FAIL aus Stuttgart. Somit hatten SONIC SYNDICATE sich ein nicht nur abwechslungsreiches, sondern auch sehr internationales Line-Up für ihre Diablolical Tour of Art ausgesucht. Da Kiel den Tourabschluss bilden sollte, freuten sich alle Bands riesig auf den Gig, was man ihnen auch extrem anmerkte.

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Den Anfang machten DEATH VALLEY HIGH, welche für ein wenig Verwirrung sorgten, da sie 10 Minuten zu früh anfingen und sich keiner so richtig sicher war, ob es sich noch um den Soundcheck handelte, oder die Band tatsächlich schon spielte. Daher gab sich das noch recht spärliche Publikum eher verhalten und stellte sich eher hinten an der Wand auf, als den Rufen des Sängers zu folgen, doch näher an de Bühne zu kommen. Die Band hatte im Gegensatz dazu keinerlei Berührungsängste und gab alles um die Zuschauer zu involvieren. Sowohl der Gitarrist, als auch der Sänger sprangen kurzerhand einfach in die Menge und versuchten so die Leute aus der Reserve zu locken, was ihnen nach einiger Zeit auch tatsächlich gelang. Sobald das Eis erst einmal gebrochen war, gaben die Jungs ordentlich Gas auf der Bühne und überzeugten mit ihrer einzigartigen Doom-Pop Mischung, jeder Menge gute Laune und grenzenloser Spielfreude.

BildAm Ende gab es sogar noch eine echte Überraschung als der Gitarrist von FERIUM plötzlich die Bühne betrat und ne Runde ins Mikro growlte. Dem Publikum gefiel es und die US-Amerikaner schienen auch ihren Spaß zu haben. Für mich gab es sogar noch ein ganz besonderes Highlight – der Schlagzeuger drückte mir höchstpersönlich seinen Stick in die Hand und bedankte sich dafür, dass ich und meine Kamera geholfen haben das Eis zu brechen. Toller Moment und ein guter Grund für mich nach dem Konzert noch ein bisschen am Merchstand mit den Jungs zu quatschen. Eine Unterschrift auf dem Stick durfte natürlich auch nicht fehlen! Echt lockere Truppe, die es sich auf jeden Fall lohnt ins Auge zu fassen.

Nach diesem tollen Konzertbeginn, stürmten FERIUM als zweite Band die Bühne. Ihr israelischer Death Metal schien einigen Zuschauern bereits ein Begriff zu sein, denn das Publikum füllte sich zusehends und auch in der ersten Reihe war jetzt deutlich mehr los. Es schienen sogar einige richtige Fans dabei zu sein, die sich auf diesen Auftritt mindestens genauso sehr freuten wie auf SONIC. Wie schon zuvor DEATH VALLEY HIGH, machten FERIUM ordentlich Stimmung und spielten ein solides Set. Definitiv eine sehr starke Band, die auf der Bühne absolut überzeugt. Die Freude darüber in Deutschland spielen zu können, schien sehr groß zu sein und die Jungs ließen es sich nicht nehmen, am Ende noch ein Andenkensfoto zu schießen. Außerdem wurden die Fans in der ersten Reihe selbstverständlich alle abgeklatscht. So viel Fan-Nähe steckt an!

BildAls kurz darauf MAY THE SILENCE FAIL auf die Bühne kamen, merkte man deutlich, dass der kleine Konzertraum inzwischen vollständig gefüllt war und die Temperatur in die Höhe schoss. Viele Fans erwarteten die Stuttgarter mindestens genauso sehnsüchtig wie die Schweden und der Jubel war dementsprechend groß, als das Sextett endlich loslegte und auch das Gedränge wurde dichter. Mit einer geballten Ladung Melo-Death und einem interessanten Mix aus Klargesang und Growling, wurden MAY THE SILENCE FAIL ihrem Bandnamen mehr als gerecht. Besonders die doppelte Gesangsbesetzung und das Zusammenspiel der beiden Frontfrauen Janina und Sarina wusste zu überzeugen. Mein Respekt an dieser Stelle für die clean vocals, die trotz Grippe überzeugen konnten.
Insgesamt brachte die Band jede Menge gute Laune mit auf die Bühne und kam aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus. Sehr sympathische Truppe, die auch musikalisch einiges drauf hat. Gerne wieder!

Nach diesen drei hervorragenden Auftritten war die Stimmung auf dem Höhe Punkt und alle konnten es kaum noch erwarten, dass die Band des Abends endlich die Bühne betreten würde. Ein bisschen musste die Meute sich aber noch Gedulden. Als dann die ersten Töne von dem Klassiker „We Build this City“ von STARSHIP erklangen gab es zunächst das ein oder andere verwirrte Gesicht, bevor die ersten anfingen mitzuträllern. Waren wohl einige zum ersten Mal auf einem SONIC Konzert, denn Kenner wissen, dass die Band diesen Song schon seit Jahren als Intro benutzt. Richtig los ging es dann schließlich mit „Day of the Dead“ und vor der Bühne gab es kein Halten mehr – darauf hatten schließlich alle gewartet.

BildSONIC zeigten sich von ihrer besten Seite und verbreiteten haufenweise gute Laune. Bereits nach kürzester Zeit, war Sänger Nathan total verschwitzt, was ihn aber nicht im geringsten zu stören schien. Wie ein Flummi jagte er über die Bühne, sprang immer wieder in die Luft und tobte sich absolut aus. So viel Energie habe ich selten gesehen. Auch das Publikum versuchte er zu involvieren, indem er es auf die „Rules of Metal“ hinwies, welche natürlich auch alle praktiziert werden mussten. Von Headbanging, über Jumping und Moshing bis hin zum Circle Pit und zur Wall of Death, wurde nichts ausgelassen und die Zuschauer ließen es sich nicht nehmen dem auch nachzukommen. Immer wieder unterhielt der smarte Sänger sich mit dem Publikum und erzählte kleine Stories. Zum Beispiel brachte er die riesige Pumpe im Vorraum mit Erdnüssen in Verbindung.

Natürlich ließ die Band sich auch gebührend feiern. Sprechchöre á la „I say Sonic, you say Syndicate“ standen immer wieder auf der Tagesordnung. Der einzige Wehrmutstropfen war das Fehlen von Bassistin Karin, welche sich im Schwangerschaftsurlaub befindet und auf der Tour von einem befreundeten Gastbassisten vertreten wurde. Dafür versüßten SONIC ihren Fans den Abend mit einem Live-Videodreh zu „Catching Fire“, was mit tollen Mitsingchören gedankt wurde. Weitere Highlights waren der Circle Pit zu „Denied“, die Wall of Death bei „Burn this City“, das Duett mit FERIUM Sänger Tiran zu „Before You Finally Break“ und das grandiose Finale mit „Jack of Diamonds“ und „Diaboical Work of Art“ zu dem alle anderen Bands und auch die Fans auf die Bühne eingeladen wurden. Damit bewiesen SONIC mal wieder ihre große Fan-Nähe und -Liebe und boten einen emotionalen und tollen Tourabschluss.

BildSONIC SYNDICATE Setlist:

Intro: We Build this City (Starship)
1. Day of the Dead
2. Black Hole Halo
3. Beauty and the Freak
4. Jailbreak
5. Catching Fire
6. Before You Finally Break
7. Unbreakable
8. Revolution, Baby
9. Denied
10. Long Road Home
11. See what I See
12. Aftermath
13. Fallout
14. We Rule the Night
15. Burn this City
16. Jack of Diamonds
17. Diablolical Work of Art

Da es keinen Graben gab, waren die Fotografen vor der Bühne extrem auf die Toleranz der anderen Besucher angewiesen – ein riesiges Danke an dieser Stelle an alle, die uns immer so lieb durchgelassen haben und uns so einige tolle Bilder ermöglicht haben! (Autor: Bianca P.)
Fazit:
Ein grandioser Konzertabend mit kraftvollen Bands die mit viel Spielfreude und Fan-Nähe überzeugen konnten. Die drei Vorbands waren alle verhältnismäßig stark und keine von ihnen muss sich verstecken, auch wenn FERIUM wohl am meisten überzeugt haben. Das absolute Highlight sind und waren aber trotzdem die sympathischen Schweden. SONIC SYNDICATE haben einen großartigen Auftritt mit eine hammer Setlist absolviert und ließen keine Wünsche offen. Band und Fans waren gleichermaßen zufrieden und außer Atem – ein perfekter Tourabschluss, wenn man mich fragt!

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Location

Die Pumpe e.V.
Ha▀str. 22
24103 Kiel

Bands


Sonic Syndicate
May the Silence Fail
Ferium
Dead Valley High

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